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Nachricht vom 16.02.2020    

Mit dem Mountainbike in der Passionszeit unterwegs

Mal angenommen, das Fahrrad wäre nicht 1817, sondern schon rund 1800 Jahre früher erfunden worden: Der Apostel Paulus hätte den Drahtesel auf seinen zahlreichen Reisen sicher sehr zu schätzen gewusst. Denn Radfahren ist nicht nur eine gesunde Art, kurze und längere Strecken bequem zurückzulegen. Es hilft auch, den Kopf frei für klare Gedanken über Gott und die Welt zu bekommen. Zumindest glaubt das Viola Minge – und sie muss es wissen.

Nein – den Talar hat sie normalerweise nicht an, wenn sich Viola Minge auf ihren Drahtesel schwingt. Trotzdem: Fahrradfahren kann durchaus eine spirituelle Sache sein, glaubt die Vikarin und freut sich aufs „Mountainbiken in der Passionszeit“, das am 29. Februar startet. Foto: Peter Bongard

Höhr-Grenzhausen. Denn sie ist Vikarin in der Evangelischen Kirchengemeinde Höhr-Grenzhausen und leidenschaftliche Mountainbikerin. Unter dem Motto „Mountainbiken in der Passionszeit“ möchte die angehende Pfarrerin gemeinsam mit Menschen in die Pedale treten und der Seele neuen Schwung geben.

Vier Touren sind geplant: am Samstag, 29. Februar sowie an den folgenden Sonntagen, also dem 8., 15. und 22. März. Sie starten mit einer kurzen Andacht am Höhr-Grenzhäuser „Flürchen“. „Natürlich geht’s in den Andachten um Bewegung und die Dinge, die uns bewegen“, kündigt Viola Minge an. „Danach schwingen wir uns dann auf den Sattel und brechen zum Köppel auf. Der erste Teil der Strecke führt also bergauf. Dafür macht die Rückkehr zum Flürchen dann umso mehr Spaß!“ Eine waghalsige Downhill-Raserei wird die Tour aber nicht, versichert die Vikarin. „Jeder Jugendliche oder Erwachsene, der ein geländetaugliches Fahrrad hat, kann mitmachen.“ Am Ende der rund anderthalbstündigen Fahrten warten dann noch kühle Getränke und ein Schlusssegen auf die Radler.

Auf dem Drahtesel durch die Passionszeit – ein wenig eigenartig klingt das schon. Aber das ist es nach Meinung der 26-Jährigen gar nicht. „Ich habe den Eindruck, dass sich die Kirche lange mit leiblichen Dingen schwer getan hat“, sagt Viola Minge. „Dabei gibt’s schon in der Bibel Vergleiche mit sportlichen Wettkämpfen. Und unser Körper wird dort auch als Tempel Gottes beschrieben. Deshalb ist Leibsorge für mich eine Art der Seelsorge. Es tut uns gut, wenn wir Sport treiben und uns bewegen. Und es macht den Kopf frei: Man kommt auf neue Gedanken, bleibt im Gleichgewicht und erlebt bereichernde Gemeinschaft mit anderen“, sagt sie lächelnd.

Viola Minge mag solche außergewöhnlichen Zeiten mit dem Schöpfer in dessen Schöpfung. Schon als Jugendliche war sie in der kreativen Dekanatsjugendkirche „Way to J“ aktiv. Dort hat sie neue, ungewöhnliche Gottessdienstformen erlebt und den Blick über den Tellerrand gelernt. Später lebte sie dann ein Vierteljahr in England und arbeitete währenddessen in einer sehr spirituellen Gemeinde; während ihres Studiums in Heidelberg und Münster besuchte sie unter anderem Christen in Sumatra und reiste nach Israel. Seit einem Jahr ist Viola Minge, die ursprünglich aus Gehlert stammt, nun in der Kannebäckerstadt. Sie mag Land und Leute und versucht, mindestens einmal pro Woche in die Pedale zu treten. „Mountainbiken in der Passionszeit“ mag zwar eigenartig klingen. Aber es passt – zur sportlichen Vikarin und zum Westerwald: „Wir haben’s hier wirklich schön“, sagt Viola Minge. „Ich hoffe, dass die Teilnehmenden neue Kraft für Leib und Seele aus den Touren schöpfen.“ (bon)

Mountainbiken in der Passionszeit startet am Samstag, 29. Februar um 14.30 Uhr. Die weiteren Termine: 8. März, 15. März und 22. März (jeweils sonntags). Weitere Infos und Anmeldung unter Telefon 02624/7204 oder per E-Mail an viola.minge@ekhn.de. Der Treffpunkt ist immer der Parkplatz am „Flürchen“ in Höhr-Grenzhausen (Bergstraße 79). Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Veranstaltung des Jahresmottos „Bewegt“ des Evangelischen Dekanats Westerwald.


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