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Nachricht vom 12.02.2020    

Standort Müschenbach Ost ist erste Wahl für neues Krankenhaus

Die Frage des Standortes für das neue Krankenhaus, das sich durch die Zusammenlegung der Häuser Hachenburg und Altenkirchen ergibt, wurde in den letzten Monaten auf breiter Ebene diskutiert. Im Dezember fiel eine erste Entscheidung. Jetzt ist laut Mitteilung der DRK Trägergesellschaft Süd-West die Alternativprüfung abgeschlossen.

(Foto: DRK/Archiv AK-Kurier)

Altenkirchen/Hachenburg. Die DRK Trägergesellschaft Süd-West mbH, die in Rheinland-Pfalz unter anderem das Verbundkrankenhaus mit den Standorten in Altenkirchen und Hachenburg betreibt, plant im Westerwald ein neues Hospital zu bauen. In diesem Neubau sollen die beiden Standorte zusammengeführt, die vorhandenen Möglichkeiten konzentriert und gegebenenfalls mit neuen Aufgaben ergänzt werden.

Zum Vergleich der vorhandenen Möglichkeiten hatte das DRK zunächst das Institut für betriebswirtschaftliche und arbeitsorientierte Beratung GmbH (BAB Institut), Bremen/Hamburg, mit einem Gutachten beauftragt. Das dort favorisierte Grundstück fand jedoch keine breite Zustimmung. Daraufhin gab das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium eine Expertise in Auftrag. Es galt zu prüfen, ob die Annahmen und Gewichtungen der Kriterien des ersten Gutachtens nachvollziehbar seien, insbesondere die starke Gewichtung des „Wettbewerbsgedankens“ zu Lasten anderer Krankenhäuser.

Im Ergebnis empfahlen die Zweitgutachter die nahe Region um den „Bahnhof Hattert“. Diese Variante wurde im Dezember auf Einladung der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, mit den kommunalpolitisch Verantwortlichen der Kreise Altenkirchen und Westerwald diskutiert. Die Beteiligten respektierten das
Ergebnis der zweiten Expertise, die neue Klinik im Bereich Hattert/Müschenbach zu bauen.

Sechs Flächen zur Wahl
„Wir haben uns jetzt sechs verschiedene Möglichkeiten des von der Ministerin vorgeschlagenen Standorts bei Hattert/Müschenbach angesehen“, erläutert Bernd Decker, Geschäftsführer der Trägergesellschaft. „Denn wir wollen nun zum Ende der Diskussion kommen, damit wir mit dem Neubau beginnen können.“

Die sechs geprüften Möglichkeiten: Fläche A (Oberhattert West), Fläche B (Oberhattert Ost), Fläche C (Müschenbach Ost), Fläche D (Am Friedhof), Fläche E (Müschenbach West) und Fläche F (Marzhausen).

Die Analyse der DRK Trägergesellschaft hat ergeben, dass von den genannten Flächen für den
Standort des neuen Krankenhauses die Fläche C (Müschenbach Ost) sowohl aus verkehrs- und
versorgungstechnischer Sicht als auch aus Gründen einer wirtschaftlichen Bebaubarkeit am
besten geeignet ist, gefolgt von den Flächen A (Oberhattert West) und Fläche B (Oberhattert Ost). Insgesamt sind diese drei Flächen bei einem Großteil der zugrunde gelegten Bewertungskriterien im Wesentlichen gleichwertig. Allerdings ist die Fläche C die größte und mit am besten an überörtliche Straßen anzubinden. Darüber hinaus ist die Lage des Grundstücks weniger abschüssig als die Flächen von Oberhattert und damit für die Bebauung besser und wirtschaftlicher geeignet. Das Ergebnis wurde auch durch ein externes Ingenieurbüro bestätigt.

Prüfung der eigentumsrechtlichen Voraussetzungen
„Wir hoffen nun, dass wir die Fläche C in Zusammenarbeit mit den Kommunen kurzfristig erwerben können“, umreißt Bernd Decker das weitere Vorgehen. Deutlich macht er allerdings auch, dass er in den Flächen A und B (Oberhattert West bzw. Oberhattert Ost) Alternativen sieht, sollte die Verfügbarkeit von Müschenbach Ost tiefergehenden Untersuchungen und einer näheren Prüfung nicht standhalten.

Die beiden Ortsgemeinderäte wurden anlässlich einer gemeinsamen Informationsveranstaltung am Dienstagabend über das Ergebnis informiert und versichern sich ihrer gegenseitigen Unterstützung. Einhelliger Tenor: Hauptsache das neue Krankenhaus bleibt in der Region. In einer Einwohnerversammlung, die für Anfang März vorgesehen ist, wird dies entsprechend kommuniziert. Landrat Schwickert und Bürgermeister Peter Klöckner begrüßen, dass nun eine endgültige Standortentscheidung getroffen worden ist und sichern ihre Unterstützung im weiteren Verfahren zu.

Bätzing-Lichtenthäler zufriedern, Enders erstaunt
Auch Ministerin Bätzing-Lichtenthäler äußert sich zufrieden: „Ich bin froh, dass sich nun ein deutliches Fortkommen in der konkreten Standortfrage abzeichnet. Die vorliegende Expertise belegt, dass der Standort Hattert/Müschenbach ein zukunftsfähiger und gut erreichbarer Standort für eine gute gesundheitliche Versorgung der Menschen in der Region ist. Das Gesundheitsministerium wird den Prozess weiter eng begleiten und ist mit dem DRK laufend im Gespräch, um zeitnah die weiteren Fördervoraussetzungen und -modalitäten zu klären.“

Der Landrat im Kreis Altenkirchen, Dr. Peter Enders, ist froh, „dass jetzt Klarheit in der Standortfrage herrscht. Leider gab es ja um den Jahreswechsel Unruhe durch Versuche, den Kompromissstandort im Bereich Hattert/Müschenbach in Richtung Hachenburg an die B 413 zu ziehen. Die sind jetzt vom Tisch. Erstaunt bin ich, dass DRK-Geschäftsführer Decker es nicht für nötig gehalten hat, Bürgermeister Fred Jüngerich und mich – anders als Landrat Achim Schwickert und Bürgermeister Peter Klöckner in Hachenburg – hierzu persönlich zu informieren, sondern lediglich über eine Pressemitteilung, in der die Herren Schwickert und Klöckner die Entscheidung bereits begrüßen. Hier geht es schließlich um ein Klinikum für beide Landkreise. Aus meiner Sicht sind nun drei Fragen zu beantworten:: Erstens muss das Thema Grunderwerb am Standort Müschenbach Ost zügig geklärt werden. Zweitens ist die Frage der Finanzierung verbindlich zu regeln. Und drittens muss ein medizinisches Konzept her für das neue Krankenhaus. Bei alledem dürfen und werden wir nicht den Krankenhaus-Standort Kirchen vergessen, der für uns im Kreis Altenkirchen ebenso wichtig ist. Auch hier braucht es ein Zukunftskonzept.“

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirechen-Flammersfeld, Fred Jüngerich, ist wenig überrascht über das Ergebnis der Standortprüfung der DRK-Trägergesellschaft. „Glücklicherweise ist aber das zwischenzeitliche Verwirrspiel um einen weiteren Standort an der B 413 (Gewerbegebiet Hachenburg) nunmehr beendet“, betont er in einem Statement. Wie bereits nach dem Gespräch im Kreishaus am 9. Dezember respektiere er die unter der Gesprächsführung der Ministerin getroffene Entscheidung, trage „gleichwohl den Standort 'Müschenbach Ost', der zu keiner Zeit Gegenstand beider gutachterlicher Betrachtungen war und zudem nur knapp 1.000 Meter vom Standort am 'Kleeberger Hof' entfernt liegt, nicht mit: „Für mich ist und bleibt es ein neuer Standort, der ins Spiel kam, weil die zuvor untersuchten Standorte 'Oberhattert West' und 'Oberhattert Ost' (Bahnhof Hattert) aus Gründen der starken Hanglage sowie der Bauverbotszone zu den Bahngleisen kaum realisierbar scheinen.“ Jüngerich ist zudem gespannt, „welche Entwicklungen es in den nächsten Jahren am unerwünschten Standort Giesenhausen zu beobachten gilt. Eine persönliche Information seitens des DRK an Landrat Dr. Enders und an mich, wie sie offenbar vorab an die beiden Kollegen aus dem Westerwaldkreis erfolgte, hätte ich mir gewünscht.“ (PM/red)

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Kommentare zu: Standort Müschenbach Ost ist erste Wahl für neues Krankenhaus

2 Kommentare

Ein neuer Standort für das mit Landesmitteln neu zu erstellende Krankenhaus wurde jetzt mit Müschenbach Ost benannt.
Nach Hachenburg (West) und Bhf. Hattert jetzt der dritte Standort. So langsam robbt man sich wieder an das Ergebnis der BAB Begutachtung heran. Kommt die mit D bezeichnete Fläche noch hinzu, ist ein Unterschied zu dem alten Standort 6, der es nach ministeriellen Gutachten nicht sein sollte, nicht auszumachen. Nimmt man Großbuchstaben statt Zahlen, wartet man geraume Zeit nach der letzten Verkündung (09.12.2019) ab, wird schon niemand merken, dass alter Wein in neuen Schläuchen verkauft wird. Sollte sich Herr Ecker (DRK Hachenburg) nicht vertan haben, kann man bei den Verhandlungen mit 80-90 Eigentümern nur viel Glück wünschen oder auf die Verkündung eines dann vierten, neuen Standorts gespannt sein. Es sei erlaubt, auch auf die Gefahr wieder mit Kirchturmpolitik diffamiert zu werden, darauf hinzuweisen, dass der Standort Giesenhausen (von Hachenburger Seite benannt und eigentliche Nr.1 des ministeriellen Gutachtens) nicht nur ein Konsensstandort wäre, dort auch schon mit konkreter Planung und Bau hätte begonnen werden können. Warum dies ignoriert wird, mag sich ein Jeder einen Reim drauf machen. Die von der Ministerin angemahnte und zugesicherte Transparenz zeigt sich offensichtlich daran, dass die von mir aufgeworfenen Fragen nicht beantwortet werden und DRK und der Westerwaldkreis die Vertreter des Kreises und der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld erst gar nicht mit einbeziehen. Damit entzieht man sich der breiten Akzeptanz in der Bevölkerung - zumindest der aus dem Kreis Altenkirchen. Welche Konsequenz dies für den neuen (welchen auch immer) Standort Hachenburg haben wird, wird die ferne Zukunft zeigen. Eine zügige Entscheidung und einen möglichst raschen Neubau verhindern die Verantwortlichen schon selbst.

Ralf Käppele, Altenkirchen

#2 von Ralf Käppele, am 17.02.2020 um 10:13 Uhr
Obwohl die derzeitige Situation der Standortfrage viel zu ernst ist, erlaube ich mir eine karnevalistische Entscheidungshilfe für Herrn Decker:
Wie wäre es mit einem DRK-Lazarettzug, eine Woche Standort Bahnhof Hachenburg; dann eine Woche Bahnhof Hattert; eine Woche Bahnhof Ingelbach und eine Woche Bahnhof Altenkirchen und dann wieder zurück.
#1 von Rainer Walkenbach, am 13.02.2020 um 16:11 Uhr

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