Werbung

Nachricht vom 04.02.2020    

„Allize“ hilft: APP für Alleinerziehende gestartet

Von Helmi Tischler-Venter

Beate Ullwer, die Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises begrüßte am 3. Februar eine große Runde in der Kreisverwaltung Montabaur, die zusammengekommen war, um die „Geburt“ eines besonderen Babys von Gleichstellungsstelle und Initiative für Alleinerziehende zu erleben: die Aktivierung einer speziellen App für Alleinerziehende im Westerwald.

Die App ist aktiviert. Von links: Beate Ullwer, Gabi Wieland, Dr. Tanja Machalet und Dr. Christiane Rohleder. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Montabaur. Die Geschichte: Im letzten Jahr nahm die Gleichstellungsstelle des Westerwaldkreises mit einem Konzept der Initiative für Alleinerziehende im Westerwald am Wettbewerb „Kommunale Politik für mehr Familienzeit“ des Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz teil.

Ziel war die Entwicklung einer App, mit deren Hilfe es Alleinerziehenden im Westerwaldkreis ermöglicht werden soll, schneller und effektiver auf benötigte Informationen zuzugreifen und sofort an die zuständige Stelle weitergeleitet zu werden. Es geht aber auch darum, sich in einem entsprechenden Forum austauschen zu können.

Das Konzept überzeugte und mit Hilfe des ausgeschriebenen Preisgeldes in Höhe von 10.000 Euro konnte der Plan in die Realität umgesetzt werden.

Die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland gestand, dass gerade im sozialen Bereich im Kreis noch Unterstützung erfolgen und Strukturen geschaffen werden müssten, die Alleinerziehende unterstützen und betonte, dass die App gerade im ländlichen Raum gut nutzbar sei.

In Vertretung für Anne Spiegel, Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, gab Staatssekretärin Dr. Christiane Rohleder den Startschuss für die App auf einem roten Knopf. Rohleder betonte, ihrem Ministerium sei die Familien-Zeit-Politik sehr wichtig. Das Zeitproblem sei gerade für Alleinerziehende, meist sind es Mütter, der Dreh- und Angelpunkt, weil alles allein gemacht werden muss und besonders Vieles gleichzeitig organisiert werden muss. Daher sei Zeit-Management für Alleinerziehende ganz besonders wichtig. „Mütter und Väter befinden sich in der Rush-Hour ihres Lebens und Familien leisten Großartiges für die Gesellschaft.“ Die Westerwälder App sei ein Modell, an dem sich andere orientieren können und werden.

Joachim Türk vom Bundesvorstand des Kinderschutzbundes betonte, dass in Deutschland alleinerziehend gleich arm bedeute. Im Interview mit zwei betroffenen Frauen eruierte er die Schwierigkeiten, die sich diesen stellten. Beide Frauen mussten feststellen, dass die Wohnungssuche außerordentlich schwierig ist, weil Vermieter eher Haustiere als Kinder akzeptieren. Das wurde wie ein Schlag ins Gesicht empfunden. Die Jobsuche, zumeist nach einer Teilzeitarbeit, sei ebenfalls problematisch, mit unzähligen Ablehnungen verbunden und gehe mit finanzieller Einschränkung daher. Ein großes Handicap sei die enorme Bürokratie, die das Hilfeersuchen mit sich bringe. Trotzdem äußerten sich die Frauen dankbar, dass es in Deutschland überhaupt die Möglichkeit gibt, als Alleinerziehende Unterstützung zu bekommen. Für alleinerziehende Mütter und Väter sei es sei wichtig, sich auszutauschen und Ideen weiterzugeben.

Den Wunsch nach einem Forum griffen Dr. Tanja Machalet (MdL) und Beate Ullwer auf bei der Präsentation der neuen App. Deren Namen „Allize“ ist ein Akronym aus der titelgebenden Zielgruppe. Die App ist ab sofort über den Google Playstore und in Kürze auch über den Apple App Store erreichbar. Zuständig ist der Westerwaldkreis.

Ihre Themen umfassen Trennung und Konflikte, Wohnen, Vereinbarkeit von Kindern und Arbeit, neue Lebenssituation, Elternteilverlust durch Todesfall; Infos sind hinterlegt und Ansprechpartner genannt. Die Nutzer werden anhand von Fragen geleitet. Das gewünschte Forum vergrößert den Nutzwert durch Austausch und macht mehr Sinn als eine Selbsthilfegruppe, weil Alleinerziehende wenig Zeit und Möglichkeit haben, sich irgendwo zu treffen.

Machalet bezeichnete das Projekt als „Work in Progress“, man warte auf Feedback. Das nächste Ziel sei die Möglichkeit, Anträge über die App auszufüllen. Die Landtagsabgeordnete betonte, sie freue sich auf weitere Zusammenarbeit. Alle Informationen sind zu finden auf www.allize.de. Damit die Existenz der App in das Bewusstsein der Zielgruppe gelangt, werden Postkarten mit dem Logo in vielen öffentlichen Institutionen und Geschäften ausgelegt, die man potentiellen Interessenten, die man kennt, auch postalisch zuschicken kann.

Symbolhaft durften alle Anwesenden ein Stück der schönen „Herrentorte“ mit „Allize“-Logo genießen. htv


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
     


Kommentare zu: „Allize“ hilft: APP für Alleinerziehende gestartet

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Kultur, Artikel vom 29.03.2020

2020: „Abitur der Tränen“

2020: „Abitur der Tränen“

GASTBEITRAG | So wie es alle Abiturienten im Bundesgebiet erlebt haben, dass durch den Corona-Virus die Abiturprüfungen verschoben werden mussten, so ist es auch den 65 Schülerinnen und Schülern des Evangelischen Gymnasiums in Bad Marienberg ergangen. Nach 13 Jahren aktiven Lernens bangten 65 Abiturienten des Jahrgangs 2020 um den schönsten Moment des Schullebens: eine Abiturfeier mit feierlicher Zeugnisübergabe und einem Abschlussball.


Politik, Artikel vom 29.03.2020

Meldung zum Coronavirus (SARS-CoV2) vom 29. März

Meldung zum Coronavirus (SARS-CoV2) vom 29. März

In der Abschlussmeldung der Kreisverwaltung vom 29. März sind 142 bestätigte Fälle im Westerwaldkreis registriert. Bei der Anzahl der bestätigten Fälle gilt es zu beachten, dass diese Zahlen alle Infizierten seit Beginn der Testungen am 9. März umfassen und auch bereits genesene Personen beinhalten. Es ist jedoch aktuell nicht möglich, diese aus der Statistik herauszurechnen.


Sind Corona-Soforthilfen für Kleinunternehmer eine Mogelpackung?

Die IHK und die ISB Mainz haben die Vorabinformationen zum Antragsverfahren für Corona-Soforthilfen für Selbständige und Kleinunternehmen bekanntgegeben. Ab Montagnachmittag (30. März 2020) sollen die Anträge verfügbar sein. Die Unternehmen (bis zehn Beschäftigte) sollen sich mit den Vorabinformationen schon auf die Antragstellung für die Corona-Soforthilfen des Bundes und des Landes vorbereiten.


Anträge für Überbrückungshilfen können heruntergeladen werden

INFORMATION | Soforthilfen des Bundes für die Gewährung von Überbrückungshilfen als Billigkeitsleistungen für „Corona-Soforthilfen" insbesondere für kleine Unternehmen und Soloselbstständige können ab sofort beantragt werden. Bedingungen wurden gegenüber den Vorabinformationen entschärft. Download der Formulare bereits möglich.


Region, Artikel vom 28.03.2020

Radfahrer verstirbt nach Sturz

Radfahrer verstirbt nach Sturz

Aus bisher nicht ersichtlichem Grund stürzte ein 54-jähriger Radfahrer von seinem Fahrrad und konnte anschließend von Ersthelfern, Polizei und Rettungskräften nicht gerettet werden. Im Krankenhaus wurde der Tod des Verunglückten festgestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter.




Aktuelle Artikel aus der Politik


Meldung zum Coronavirus (SARS-CoV2) vom 29. März

Montabaur. Darüber hinaus gilt es zu berücksichtigen, dass die Ergebnisse der Tests aktuell erst nach circa drei Tagen vorliegen, ...

730.000 Euro für Ausbau der K 127 bei Ransbach-Baumbach

Ransbach-Baumbach. „Auf einer Länge von insgesamt rund 2,9 Kilometern wird die Kreisstraße so ausgebaut, dass sie den Anforderungen ...

Kreisgesundheitsamt appelliert: „Wäller, ruft die Wäller Hotline an!“

Montabaur. Das Infotelefon steht besorgten Bürgerinnen und Bürgern, Menschen mit Erkältungssymptomen sowie bestätigten Corona-Erkrankten ...

Aufruf zur Einreichung von LEADER-Vorhaben im Westerwald

Montabaur. Insgesamt stehen 380.358,40 Euro an Fördermitteln für den Zeitraum dieses Aufrufs zur Verfügung. Diese teilen ...

Gesundheitsamt richtet Arbeitsgruppe Pflege ein

Montabaur. Damit haben Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste ab sofort einen direkten Ansprechpartner. Aber auch ...

Nahversorgung trotz „Corona – Pandemie – Covid 19“ gesichert

Caan. „Quarantäne ist nichts Schönes, in diesem Fall aber das mildeste Mittel und auch verhältnismäßig! Trotz dieser Maßnahmen ...

Weitere Artikel


Zwei parkende Fahrzeuge aufeinander geschoben

Dreifelden. Ein 57-jähriger PKW-Fahrer aus der VG Hachenburg befuhr die Wiedbachstraße in Dreifelden und stieß aus Unachtsamkeit ...

Aktionstag Musik in Kooperation mit der Kreismusikschule Westerwald

Hachenburg. Neben einer Vielfalt an Instrumenten durften Kinder und Eltern auch einer Schülerin zuhören, die Gesangsunterricht ...

Tanz- und Theater-Ferienspaß in Hachenburg

Hachenburg. In diesen Ferientagen startet das Projekt mit den ersten Proben angeleitet von Theaterpädagogin Monika Timme-Hafner ...

Schloss Hachenburg – Geschichte, bauliche Entwicklung und Nutzung

Hachenburg. Die wechselvolle Geschichte sowie die bauliche Entwicklung des Schlosses sind Thema des nun vorliegenden Hefts ...

Neuer Kurs „Eltern stark machen“

Höhr-Grenzhausen. An jedem Tag stellt das Leben vielfältige Herausforderungen an Kinder und Eltern. Die meisten Mütter und ...

Straßen rund um den Schlossberg gesperrt wegen Baumpflege

Montabaur. Deshalb werden wie folgt die umliegenden Straßen für jeglichen Verkehr gesperrt:

 Samstag, 8. Februar, ...

Werbung