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Nachricht vom 12.01.2020    

31. Herrensitzung in Herschbach – ein karnevalistischer Höhepunkt

Bis in die tiefsten Tiefen des Westerwaldes hat es sich schon lange herumgesprochen, dass es ein Muss ist, in der Karnevalszeit die Herrensitzung der „Närrischen Ritter Westerwald“ zu besuchen. Demzufolge sind die Sitzungen in der Hergispachhalle meistens im Vorfeld schon ausverkauft. Auch in diesem Jahr brauchten sich die Veranstalter über mangelnde Resonanz nicht zu beklagen. In der Halle waren tatsächlich nur Männer anwesend, denen zum „Vorglühen“ genug Zeit gelassen wurde, bevor das rasante Programm loslegte.

Impressionen von der Herrensitzung. Fotos: wear

Herschbach. Viele befreundete Karnevalsvereine machten den „Närrischen Rittern Westerwald“ ihre Aufwartung, aber auch Sportvereine, Kegelclubs, Hobby-Mannschaften, Freunde und Cliquen füllten den Saal. Es war also alles bestens angerichtet, so herrschte eine geradezu euphorische Stimmung, die von der Partyband „Nice“ bis zum Beginn des Programms mit vielen Kölschen Hits noch zudem angeheizt wurde.

Zu den Klängen des Narrhalla-Marsches marschierten die „Närrischen Ritter Westerwald“ ein, und nahmen auf der Bühne Platz. Mit Hartmut Pfeifer verfügen die „Närrischen Ritter“ über einen äußerst versierten Sitzungspräsidenten und Moderator, der souverän durch die Sitzung führte, und „alles im Griff hatte“. Mit einem lustigen Karnevalsgedicht und der Begrüßung, eröffnete Hartmut Pfeifer ein vierstündiges Programm, welches tatsächlich hohen Ansprüchen genügte. Irrwitzige Akrobatik, musikalische Highlights, Redner, die den Saal zum Kochen brachten sowie eine Showtanzgruppe, die es bereits zu mehrfachen deutschen Meisterehren gebracht hat, ließen keine Sekunde Langeweile aufkommen. Die Nummerngirls brachten auch noch einen Hauch Sex-Appeal in die Herrensitzung, da sie in leichter Bekleidung, ähnlich den Girls, die beim Boxen die Rundentafeln hochhalten, den jeweils nächsten Programmpunkt auf Schildern anzeigten.

Bereits der erste Programmpunkt brachte lautes Lachen, aber auch großes Erstaunen mit sich: „Wollis Holliewald“, ein Duo, wie es nicht tollpatschiger sein kann. Der recht kräftige Koch Heinz Rüdiger hatte zum Dinner geladen, sein anscheinend ungelernter Kellner Rudi hatte die Aufgabe, die Gäste zu bedienen. Während Heinz Rüdiger zur Einstimmung der Gäste des Dinners „What a wonderful world“ von Louis Armstrong sang, vollbrachte Rudi beim Servieren des Kaffees beinahe halsbrecherische Leistungen. Anscheinend war er noch nicht richtig ausgelastet, denn er steppte noch dabei und sprang mit einem Einrad sogar mehrmals über ein Hula-Hoop-Seil. Als Heinz Rüdiger noch aus einer italienischen Oper sang, fertigte Rudi mit Hilfe eines Zollstocks unglaubliche Formen und Kreationen an. Großes Gelächter, viel Beifall und die erste Rakete des Abends waren die Belohnung für einen tollen Beginn. Die Gruppe „Schlappkappe“ aus Bad Hönningen begeisterte mit weiteren kölschen Hits, die im Saal jeder mitsingen konnte. Der Sänger der Band wusste, wie er Stimmung produziert, indem er die Männer fragte, wer Bayern-Fan, Schalker-Fan, oder FC Köln-Fan sei. Bei Schalke und den Bayern wurde eher laut gepfiffen, doch beim FC, da brach lauter Jubel aus. Als Zugabe folgte „Verdamp lang her“ von BAP, dass brachte noch mehr Stimmung.



„Ne Knallkopp“ ist im Kölner Karneval eine echte Größe, der mit pointierten Witzen den ganzen Saal zum Lachen brachte. Seine Logik ist echt hanebüchen, Beispiel gefällig: „Morgens bin ich so müde, weil ich nicht aus dem Bett komme, und abends komme ich nicht ins Bett, weil ich noch darin liege“. Dann sei er auch erstaunt gewesen, weil seine Frau bei den beiden letzten Urlauben schwanger geworden sei. „Das kann ihr dieses Mal nicht passieren, denn wir fahren in diesem Jahr gemeinsam in den Urlaub“. Beim „Knallkopp“ reihten sich total abstruse Geschichten vom Geschlechterkampf ohne Pause aneinander, brüllendes Gelächter und Riesenapplaus verabschiedeten ihn von der Bühne. Die Showtanzgruppe der „Gülser Seemöven“ legte einen unglaublich akrobatischen, dabei sehr kraftvollen, jedoch sehr synchronen Tanz aufs Parkett, der mehrmals Szenenapplaus herausforderte. Flugeinlagen bis unter das Hallendach raubten einem fast den Atem. Das Publikum war gnadenlos, ohne Zugabe durften die schweratmenden Tänzerinnen nicht von der Bühne.

Die „Kölsche Fraktion“ brachte die Hergispachhalle zum Schunkeln, obwohl es komisch aussieht, wenn Männer sich unterhaken. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch, Hit auf Hit wurde gespielt, natürlich lauthals mitgesungen. Zum „Ausbilder Schmidt“ muss nicht viel gesagt werden, den kennt praktisch jeder. Was der so an Stories aus dem Soldatenleben erzählt, geht auf keine Kuhhaut. Zum Beispiel wollte er mit einem Panzer nach Holland fahren, an der Grenze wurde er aber zurückgewiesen. Deshalb hängte er einen Wohnwagen an den Panzer, schwupps durfte er einreisen. Mit dem Genderismus hatte er es auch zu tun, als ihn sein Sohn fragte, was ein Transvestit sei. Seine Antwort: „Frag Mama, der weiß das.“ Ohne Zugaben durfte der Ausbilder nicht wieder in seine Kaserne einrücken.

Die „Mennekrather“, eine Party-und Showband der Extraklasse, spielte zum furiosen Finale Hits, die jeder kannte, die zum Tanzen und Schunkeln animierte, kurzum ein würdiges Ende, einer prachtvollen Auftaktveranstaltung des Karnevals in Herschbach.

Eine Gruppe im Saal fiel besonders auf: Das Männerballett des SV Hahn/bei Bad Marienberg „Off de ahle Willem“. Im Mittelpunkt ihrer Feier stand Ralf Geis, der mit seinem Torriecher das Team des SV Hahn erst in die B-Klasse WW/Sieg geschossen hat, aber auch durch seine Torflaute in der nächsten Saison den direkten Abstieg besiegelte. Der Spott seiner Kameraden kam den armen Ralf teuer zu stehen. Was an diesem Tisch an Bier und Kümmerling verputzt wurde, das reicht zum Ausrichten einer Betriebsfeier. wear


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