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Nachricht vom 26.12.2019    

Kolumne: Ciao Bella mit Beilage

Von Helmi Tischler-Venter

Samstagsmorgens findet in der Villa Palagione bei Volterra in der Toskana immer das große Abschiedsritual statt. Viele Menschen verabschieden sich nach einer Woche mit Workshops oder Dolce Vita von neuen und alten Bekannten und den netten Angestellten der Villa, bevor sie die Heimreise antreten, die meisten in Richtung Deutschland.

Antonella Stillitanto. Foto: Wolfgang Tischler

Dierdorf/Volterra. Besonders trubelig gestaltete sich der Abschied einer großen Gruppe von Wirtschaftsfachleuten, die mit verschiedenen Verkehrsmitteln unterwegs waren und zu unterschiedlichen Zielen weiterreisen wollten. Antonella, eine der Besitzerinnen des Kulturinstituts, temperamentvolle und wortgewandte Römerin, verabschiedete alle Gäste persönlich. Sie organisierte Transfers mit dem hauseigenen Bus nach Volterra, bestellte Taxis, telefonierte und faxte mehrsprachig die nächsten Unterkünfte an.

Ein PKW nach dem anderen verließ den Park. Die ersten Gäste für die kommende Woche kamen bereits an, erhielten Schlüssel und Cappucini zur Begrüßung.

Mitten in der Hin- und Her-Bewegung baten einige der deutschen Wirtschaftswissenschaftler um eine Quittung für das Zimmer. Antonella entgegnete, die habe bereits der Gruppenleiter erhalten. Trotzdem wollte man Einzelbelege. Antonella stöhnte dramatisch: „Oh, ihr Deutschen mit eurem Bürokratismus, ihr macht mich fertig. Das ist nichts für mich!“ Trotzdem eilte sie diensteifrig in ihr Mini-Büro und kam mit einigen Quittungen wieder. Dann fragte sie: „In welchem Zimmer war Frau Schmidt?“ „Farfalle.“ „Im Schmetterlingszimmer. Hatte die keine Beilage?“ – Fragende Gesichter und Schweigen. Antonella präzisierte: „War die Frau mit einem Partner hier? Mann oder Frau ist mir egal. War jemand mit im Zimmer?“ Großes Gelächter.




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Natürlich wurde Antonella prompt über die wahre Bedeutung ihrer Wortschöpfung aufgeklärt. „Ach, deshalb habt ihr so komisch geguckt. Na, den Urlaub in der Villa Palagione werdet ihr nie vergessen. Wegen der Beilage“, lachte sie und verabschiedete Frau Schmidt herzlich mit „Ciao Bella!“ Dann fing sie spontan an zu singen: „Ciao Bella, ciao…“ und alle Umstehenden stimmten fröhlich ein.

Ein Gast meinte lachend: „Wo Antonella ist, ist eine Bühne.“ htv


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