Werbung

Nachricht vom 16.12.2019    

Pfarrer Albert Keller feierte 60-jähriges Priesterjubiläum

Ein imaginärer Diamant funkelte in der Kirche St. Petrus in Ketten in Hellenhahn-Schellenberg. Pfarrer i. R. Albert Keller feierte sein Diamantenes Weihejubiläum. Die Pfarrei dankte einem außergewöhnlichen Priester.

Das gesamte Pastorale Team der Pfarrei St. Franziskus im Hohen Westerwald feierte mit Pfarrer i. R. Albert Keller dessen Diamantenes Weihejubiläum. Fotos: Willi Simon

Hellenhahn-Schellenberg. Den Gottesdienst für den gesamten Bereich der Pfarrei „St. Franziskus im Hohen Westerwald“ wollte Pfarrer Albert Keller auf besonderen Wunsch im Hellenhahner Gotteshaus feiern. Es war eine machtvolle Demonstration christlichen Glaubens und eine geradezu Huldigung an einen Pfarrer, der seit 60 Jahren Priester ist und im 87. Lebensjahr steht. Seine Beliebtheit ist in allen Kirchorten der Pfarrei gleichermaßen groß. Dem feierlichen Anlass angemessen, nahm das gesamte Pastorale Team an diesem Fest- und Jubiläumsgottesdienst teil.

Als besonderen Gast hatte sich Albert Keller einen guten Freund eingeladen, Janusz Sojka, Diakon in der Wetzlarer Domgemeinde. Sojka wirkte als Konzelebrant im Gottesdienst mit. Die Freundschaft zu Sojka, der aus Schlesien stammt, rührt aus einer innigen Verbindung zu den Kirchen in Lateinamerika, den sich beide, zeitversetzt, widmeten. Pfarrer Albert Keller, der am 8. Dezember 1939 im Dom zu Limburg seine Priesterweihe empfing, war 1966 vom damaligen Bischof Dr. Wilhelm Kempf zu einem Seelsorgeauftrag nach Brasilien entsandt worden. Er kam nach Salvator im Bundesstaat Bahia in Brasilien. Er gründete dort eine Pfarrei, zu der fast 20.000 Christen zählten. Sie war prägend für sein gesamtes Priestertum. Heute ist deshalb auch seine private Wohnung mit Erinnerungen aus diesem Lebensabschnitt gefüllt.

Der Weg des jetzigen Pfarrers i.R. führte über Wiesbaden-Biebrich, Niederlahnstein, Höhr-Grenzhausen, Wetzlar, Löhnberg und Weinberg-Gräveneck. Von November 1997 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2002 leitete Albert Keller das Dekanat Weilburg. Ein Priester, der zunächst den Beruf eines Schreiners erlernt hatte, geht aber nicht aufs Altenteil. Als 70-Jähriger bat er beim Personalchef der Diözese Limburg um weitere Verwendung. So kam er 2002 in den damaligen pastoralen Raum Rennerod. Ein Glücksfall für die gesamte Pfarrei, die heute „St. Franziskus im Hohen Westerwald“ heißt. Bescheidenheit und Demut, geschliffene Predigten, frei vorgetragen, und tiefer Glaube kennzeichnen den Weg zu einem priesterlichen Mitarbeiter, der die Herzen der Gläubigen in der gesamten Pfarrei im Sturm gewann. Der äußerst belesene Priester kann durch sein universelles Wissen auch bei jeder privaten Gesprächsrunde mithalten. Phänomenal.

In seiner Begrüßungsansprache zum Jubiläumsgottesdienst sagte der Diamant-Priester, er habe heute allen Grund sich zu freuen, für seine Berufung und den Weg, den Gott ihn dabei begleitet habe. Wir alle seien aufgerufen, die Güte Gottes weiterzutragen. Er ging auf seine Verbundenheit zu Lateinamerika ein und bat, anstelle von Geschenken, um Spenden für die Menschen, die dort in bitterer Armut leben.

Pfarrer Achim Sahl ging in seiner Predigt zu den Lesungen des 3. Adventssonntags Gaudete in Domino semper“ („Freut euch im Herrn zu jeder Zeit“, Phil 4,4) auf die Erwartung des Retters und Messias, den Propheten Jesaja und Johannes den Täufer ein. Albert Keller sei auch so eine Art „Johannes der Täufer gewesen“ und stehe fest auf dem Fundament des Glaubens. Er habe die Gabe, Menschen die Augen zu öffnen, den Glauben an Jesus Christus zu vermitteln und habe 60 Jahre glaubwürdig das Evangelium verkündet. Durch seine fest begründete Gläubigkeit möge er noch viele Jahre den Glauben verkünden. Im Privaten sei der Jubilar eine „Enzyklopädie des Wissens“.



Die Glückwünsche der gesamten Pfarrei St. Franziskus im Hohen Westerwald überbrachte mit herzlichem Wort die PGR-Vorsitzende Petra Bandlow. Eine besondere Überraschung hatten die Erstkommunionkinder 2020. Sie überreichten dem sichtlich Erfreuten ein tolles auf Leinwand gemaltes Bild eines Lebensbaumes sowie in einer schmucken Laterne eine wunderschön verzierte Kerze mit dem Motto „Wir sind eine Melodie in Gottes Welt“.

Pfarrer Albert Keller und Pfarrer Achim Sahl dankten allen, die zum Gelingen dieses würdigen und schönen Gottesdienstes beigetragen hatten.

Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim in Hellenhahn durfte Albert Keller viele Hände von Gratulanten schütteln. Hier zeigten sich erneut die Verbundenheit und die Zuneigung zu Pfarrer Albert Keller. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gerrit Müller reihte sich ebenfalls in die Schar der Gratulanten ein.

Seit 2002, als Albert Keller als Priester i.R. in seinen Heimatort „zu den Wurzeln“ zurückkehrte, gehört er als Subsidiar (mithelfender und unterstützender Priester) zum Pastoralen Team in Rennerod, das hofft, ihn noch lange in seinen Reihen zu haben. Willi Simon

Persönliches
Man muss „diesen“ Albert Keller einmal erleben, als Priester, hervorragenden Prediger, aber auch als Frohnatur und „ bodenständigen Westerwälder“. Hinter einer „schon in die Jahre gekommenen Brille“ blitzen die hellwachen Augen eines 87-Jährigen, dem man auf Grund seiner Vitalität sein Alter nicht anmerkt. Das „Platt“ hat er nicht verlernt, auch nicht in der Fremde. Wenn er als Pfarrer i. R. (in „Reichweite“) nicht „im Garten Gottes“ unterwegs ist, dann zu immer noch ausgedehnten Wanderungen. Zwei Wesenseigenschaften zeichnen Albert Keller aus: seine Bescheidenheit und auch sein Humor. Er, der gerne Witze und Anekdoten erzählt, weiß aber auch sehr genau, dass beides Gaben Gottes sind. Möge „sein Chef“, der liebe Gott ihn uns noch lange erhalten lassen, den „kleinen, großen Mann“ aus Fussingen. Ihn, der gerne zu Fuß unterwegs ist, im Westerwald und auch weit darüber hinaus, eben „im Garten Gottes“ Willi Simon

Anekdote: Der Pfarrer und der liebe Gott
Als vor einigen Jahren die Kreisstraße zwischen Emmerichenhain und Niederroßbach ausgebaut wurde, war diese für den Verkehr gesperrt. Jedoch offenbar nicht für Albert Keller, der oft zu Gottesdiensten nach Neustadt unterwegs war. Auf den ‚dezenten Hinweis‘, das dies doch gefährlich sei, antwortete Pfarrer Albert Keller mit einer entwaffnenden Feststellung: „Der liebe Gott passt schon auf mich auf“. Da gibt es wahrlich kein Gegenargument.


Lokales: Rennerod & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
       

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Faszinierende Eulen und historische Städte: So beginnt das Jahr im Buchfinkenland

Der Westerwald-Verein Buchfinkenland startet das Jahr 2026 mit einem vielfältigen Programm. Von einer ...

Neue Ära im Westerwald: Diakonie-Zusammenschluss bringt Synergien

Im Westerwaldkreis beginnt eine neue Ära für den sozialen Dienst der Evangelischen Kirche. Die Regionale ...

Neujahrstagung im Wildpark Westerwald: Große Pläne für die Zukunft

Der Wildpark Westerwald im Buchfinkenland hat ambitionierte Ziele für das kommende Jahr. Bei einer Neujahrstagung ...

Die Trockensitzung in Staudt erfüllte alle Erwartungen

"Chapeau", Staudt: was die kleine Ortsgemeinde gestern (23.Januar) zum Auftakt der Karnevalssitzungen ...

Sachverständigentag in Koblenz: Einblicke in die Welt der Gutachter

Am 26. März findet im Zentrum für Ernährung und Gesundheit in Koblenz eine besondere Veranstaltung statt. ...

Unwetterwarnung vor Glatteis im Westerwaldkreis und Umgebung

Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Unwetterwarnung für den Westerwaldkreis, den Kreis Neuwied ...

Weitere Artikel


Weihnachtszauber begeisterte Groß und Klein

Erstmalig gab das Blasorchester Daubach in diesem Jahr seinem traditionellen Adventstreff am dritten ...

Bauern wollen am Mittwoch mit Flashmob demonstrieren

Die Bauern sind sauer – das wird einmal mehr deutlich in Videos, die seit neuesten im Internet kursieren. ...

Verkehrsunfall mit verletztem Schulkind

Wieder kam es zu einem Schulwegunfall, weil in Nisterau ein Transporter an dem stehenden Schulbus vorbei ...

Horper: Statt Schuldzuweisungen sollte sich die Politik bewegen

Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, forderte in einer aktuellen ...

Die Speer-Azurjungfer ist Libelle des Jahres 2020

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen ...

Weihnachten in Wäller Kirchen feiern

Der weihnachtliche Gottesdienstbesuch ist für viele Menschen ein ganz besonderer Moment während der Festtage. ...

Werbung