Werbung

Nachricht vom 14.12.2019    

Masche für Masche Gutes tun – Beanies von Netten für Nette

Nach einem gesundheitlichen Schicksalsschlag wie beispielsweise einer Krebsdiagnose ist neben der medizinischen Versorgung vor allem mentale Unterstützung wichtig für die Betroffenen. Aus diesem Grund hat sich nun eine neue Initiative gegründet: Annette Gebhardt unterstützt vor allem Patientinnen, die aufgrund einer Chemotherapie Haare verloren haben.

Große Freude auf allen Seiten bei der Übergabe der gesträkelten Mützen. Fotos: Krankenhausgesellschaft St. Vincenz

Limburg. Über 100 Tage stationärer Aufenthalt im Krankenhaus – da kann man schon einmal das Gefühl haben, die (Klinik-)Decke würde einem auf den Kopf fallen. Als Annette Gebhardt, die insgesamt 106 Tage auf Station 4 Ost des Limburger St. Vincenz-Krankenhauses verbringen musste, einen Anflug dieses Gefühls verspürte, kam ihr eine Idee, die nicht nur für sie die Zeit schneller vergehen ließ, sondern bis heute schon weit über 40 Menschen eine kleine Freude bereitet hat: Sie “sträkelte“ farbenfrohe Beanies für Patientinnen, die durch eine Chemotherapie ihre Haare verloren haben.

Sträkeln? Ja, sträkeln! Dabei handelt es sich um eine Häkeltechnik, bei der das Gewebe wie gestrickt aussieht, - auch als Stricken mit Häkelnadeln bezeichnet. Die Idee dazu kam Gebhardt beim Gespräch mit einer Freundin, die Mützen für Patienten in Kölner Krankenhäusern näht. Schnell war ein erster Prototyp gefertigt. Über die Grünen Damen schickte sie diesen auf Station 7 – dort sind Palliativstation und Onkologie angesiedelt - und bekam auf der Stelle positive Rückmeldungen. Freunde und Verwandte brachten ihr daraufhin Wollreste, aus denen sie während ihrer Zeit auf Station 35 Mützen für Palliativstation, Onkologie und Brustzentrum zauberte. „Das Sträkeln war für mich auch eine Art Therapie, um mich selbst ein wenig abzulenken“, so die Langzeitpatientin. „Die armen Frauen haben so ein schlimmes Schicksal erfahren müssen, da bin ich froh, ihnen etwas Gutes tun zu können“.

Ihre Entlassung aus dem Krankenhaus war für die in Ohren lebende Rentnerin dann aber kein Grund, ihr ehrenamtliches Projekt zu beenden. Ganz im Gegenteil: Sie konnte sich sogar noch breiter aufstellen. Unterstützt wird sie dabei von Jutta Weber, die sich darauf spezialisiert hat, Mützen in allen erdenklichen Farben und Mustern zu nähen. Außerdem befestigen die beiden an jeder Mütze einen kleinen Gruß mit individuellen Hoffnungs- und Genesungswünschen.

Über die Grünen Damen im Krankenhaus oder die Facebook-Seite „Beanies von Netten für Nette“ können Patientinnen besondere Wünsche zur Gestaltung der Mützen an die beiden Damen richten. Um ihre ehrenamtliche Tätigkeit auch langfristig weiterführen zu können, freut sich das Duo über Unterstützung, sei es in Form von Mit-Sträkler/innen oder Woll- und Stoffresten. Bei Wollspenden sollte jedoch bitte darauf geachtet werden, dass es sich um 100-prozentige Baumwolle handelt, um die empfindliche Kopfhaut der Patientinnen nicht zu reizen. Gleiches gilt für die Stoffspenden, die im besten Falle keine Synthetik enthalten und stretchfähig sein sollten.

Interessierte können sich über die Facebook-Seite „Beanies von Netten für Nette“ näher informieren oder sich per E-Mail an Annette Gebhardt (annette.gebhardt@gmx.net) wenden. MitstreiterInnen sind herzlich willkommen.


Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


LEADER-Programm im Westerwald: Zukunft der ländlichen Entwicklung im Fokus

Am 2. Februar besuchte der Europaabgeordnete Ralf Seekatz den Westerwald, um ein LEADER-gefördertes Projekt ...

Straßensperrung wegen Rodungsarbeiten zwischen Niedererbach und Dreikirchen

Zwischen Niedererbach und Dreikirchen müssen sich Verkehrsteilnehmer auf Einschränkungen einstellen. ...

Lkw-Unfall auf abschüssiger Strecke bei Langenbach bei Kirburg

Ein Lastwagen ist auf der Straße Richtung Friedewald von der Fahrbahn abgekommen. Die Bergung des Fahrzeugs ...

GFB nimmt inklusive Servicewohnanlage in Hachenburg in Betrieb

In Hachenburg wurde eine neue inklusive Servicewohnanlage eröffnet, die barrierefreien Wohnraum bietet ...

Führungswechsel bei der Löschgruppe Luckenbach

Nach vielen Jahren engagierter Führung gibt es bei der Löschgruppe Luckenbach einen Wechsel an der Spitze. ...

Unbekannte Täter scheitern beim Aufbruch eines Geldautomaten in Bad Marienberg

In Bad Marienberg versuchten Unbekannte vergeblich, einen Geldautomaten aufzubrechen. Die Polizei ermittelt ...

Weitere Artikel


Ministerpräsidentin Malu Dreyer empfängt musikalische Talente

„Es ist wirklich beeindruckend, welche Vielzahl an musikalischen Talenten wir in Rheinland-Pfalz haben", ...

„Totmacher“ im Westerwald?

Der "Wildtierschutz Deutschland" bekämpft Drückjagden, weil Tiere dabei besonders leiden. Den Begriff ...

Westerwaldverein Bad Marienberg beglückt Senioren

Nachdem jetzt die Geschichten aus dem Mundartbuch "Su wôrėt fröher" auch auf CD und DVD zu hören ...

2.000 Euro Spende aus Benefizkonzert für Hospiz St. Thomas

„Viele Menschen haben es nicht leicht auf der Welt. Ob sie an Krankheit oder Armut leiden oder andere ...

Spende aus Eis-Flatrate für Bläserklasse

Nicht nur Kinder waren von der „Eis-Flatrate“-Aktion der Alloheim Senioren-Residenz „Anna Margareta“ ...

Drei Fahrzeuge kollidierten mit umgestürztem Baum

In der Nacht von Freitag auf Samstag, ab circa 2:18 Uhr, gingen bei der Polizeiautobahnstation Montabaur ...

Werbung