Werbung

Nachricht vom 06.12.2019    

Naturschützer erlebten Waldwildnis im Nationalen Naturerbe Stegskopf

40 Teilnehmer konnte der Umweltverband Naturschutzinitiative e.V. (NI) zu einer außergewöhnlichen Exkursion in das Nationale Naturerbe Stegskopf begrüßen. Die Exkursion führte die Teilnehmer unter fachkundiger Leitung von Bundesförster Christof Hast und dem Landesvorsitzenden der NI Harry Neumann in die unbekannte „Waldwildnis“ des Nationalen Naturerbes.

(Foto: NI)

Emmerzhausen. Diese spannende Exkursion in die Wälder des Stegskopfes bot ein ganz besonderes Naturerlebnis, da die Teilnehmer die alten Laubmischwälder aus Buchen, Eichen, Bergahorn, Ulmen und Linden kennenlernen konnten. Da diese Wälder seit Jahrzehnten nicht genutzt wurden, hat sich hier eine einzigartige „kleine Wildnis“ mit wertvollen alten Baumbeständen und Mikrohabitaten im Dreiländereck Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen entwickelt. Diese seit Jahrzehnten naturbelassenen Wälder sind es, die verschiedene Waldentwicklungsphasen und ein Mehrfaches an Mikrohabitaten im Vergleich zu Wirtschaftswäldern aufweisen. Ebenso gibt es hier ein Vielfaches an Totholz, „Urwaldreliktarten“, Vögeln und Biologischer Vielfalt. Bundesförster Christof Hast gelang es auf beeindruckende Art und Weise, auf die Geschichte des Stegskopfes einzugehen und die Bedeutung dieser Wälder für die Biologische Vielfalt und den Naturhaushalt aufzuzeigen.

Wildkatzenforscherin Gabriele Neumann informierte über die Europäische Wildkatze, die im Nationalen Naturerbe sogar ihre Jungen großziehe. Da in Rheinland-Pfalz über die Hälfte aller Wildkatzen in Deutschland lebe, habe Rheinland-Pfalz für diese FFH-Art eine besonders hohe Verantwortung. Das Land Rheinland-Pfalz komme dieser Verantwortung aber leider nicht in ausreichendem Maße nach. So werde vom Umweltministerium im Hunsrück sogar ein überdimensionierter Mountain-Bike-Park mitten im Kernlebensraum der Wildkatze befürwortet. Dies sei, so die Expertin, unverantwortlich, da die Wildkatze damit in diesem Gebiet ihren Lebensraum verlieren würde. Die Landesregierung konterkariere damit ihre eigene Biodiversitätsstrategie und die „Aktion Grün“.

Die Teilnehmer waren von der Vielfalt im Nationalen Naturerbe beeindruckt und konnten erkennen, dass es viele Jahrzehnte Wirtschaftsruhe benötigt, bis die waldtypische Biodiversität zur vollen Entfaltung kommt. Das umfassende Kernziel des Naturschutzes besonders in Buchenwäldern muss daher eine zeitliche und räumliche Kontinuität des Waldstandortes, des Waldbodens und der Baumarten sein. Nur so können alle Waldentwicklungsphasen nebeneinander existieren, sich alte Bäume und verschiedene Totholztypen und -dimensionen sowie vielfältige Mikrohabitate entwickeln, so die NI. Daher fordert die Naturschutzinitiative e.V. (NI), gerade in Anbetracht des aktuellen Fichtensterbens, mehr naturnahe Wälder, keine Aufforstung mit Fremdbaumarten, Vorrang für die natürliche Sukzession, Schutz des natürlichen Wald-Innenklimas, der Böden und der Wasserretention, keine Windkraft im Wald und den Wald als großflächiges Ökosystem für Flora und Fauna zu schützen. (PM)


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Herdorf-Daaden auf Facebook werden!


Kommentare zu: Naturschützer erlebten Waldwildnis im Nationalen Naturerbe Stegskopf

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Oberverwaltungsgericht bestätigt: Keine Rodung für geplanten Autohof Heiligenroth

Mit Beschluss vom 10. Januar hat das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz erneut die Beschwerde des Investors, der Firma Bellersheim Immobilien GmbH & Co. KG, gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichtes Koblenz vom 17. Dezember 2019 zurückgewiesen, die Rodung des Waldstückes bei Heiligenroth zuzulassen. Die Beschwerde sei weder begründet noch rechtfertigten die vom Investor dargelegten Gründe „keine vom Verwaltungsgericht abweichende Entscheidung“, so der Beschluss des OVG in Koblenz.


Region, Artikel vom 19.01.2020

Betrunken Fußgängerin angefahren

Betrunken Fußgängerin angefahren

Ein Autofahrer verletzte heute Nacht eine Fußgängerin in Rennerod beim Rückwärtsfahren. Die Frau war gerade im Begriff, in ihr Auto einzusteigen, als sie von dem PKW des Mannes am Rücken verletzt wurde. Sie musste in ein Krankenhaus gebracht werden.


Sturz im Freizeitpark – Schadenersatz und Schmerzensgeld abgelehnt

Urteil zu Verkehrssicherungspflichten im Freizeitpark vom Landgericht Koblenz (nicht rechtskräftig), weil ein Kläger Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangt wegen eines Sturzes mit Unterkiefer- und Zahnfrakturen in einem Freizeitpark.


Landesregierung hatte Bau der Ortsumgehung Rennerod für 2019 versprochen

Der örtliche Wahlkreisabgeordnete im Landtag, Michael Wäschenbach, informiert sich in regelmäßigen Abständen über Projekte in der Verbandsgemeinde Rennerod und insbesondere die Maßnahme der B 54 Ortsumgehung Rennerod. So auch zu Beginn 2020. Eigentlich sollten im abgelaufenen Jahr die Bagger gerollt sein.


Kultur, Artikel vom 20.01.2020

Volles Programm in Selters

Volles Programm in Selters

Die Stadt Selters legt ihr Kulturprogramm für 2020 vor. Erstmals erscheinen alle Veranstaltungen des Forums, der Stadtbücherei und die Reihe Stadthausmatinée in einem Heft, voll mit Kleinkunst, Musik, Kabarett, Literatur und Erlebnissen. „Wir sind schon etwas stolz auf diese Vielfalt“, sagt Stadtbürgermeister Rolf Jung, „eine Vielfalt, die wir nur durch das starke Engagement kulturbegeisterter Menschen auf die Beine stellen können“.




Aktuelle Artikel aus der Region


Auffahrunfall mit drei PKWs und drei Leichtverletzten

Großholbach. Am heutigen 20. Januar gegen 16:30 Uhr, befuhr ein 21-jähriger PKW-Fahrer aus der VG Wallmerod die Landesstraße ...

Verkehrsunfall bei Spritztour ohne Führerschein

Nentershausen. Ein 18-Jähriger, der sich noch in der Fahrschulausbildung befindet, nahm in der vergangenen Nacht zu Hause ...

Sturz im Freizeitpark – Schadenersatz und Schmerzensgeld abgelehnt

Koblenz. Zum Sachverhalt: Der Kläger besuchte mit einer Bekannten und deren Kindern einen Freizeitpark der Region. Er begab ...

Shoa-Gedenken in der Erlöserkirche Neuhäusel

Neuhäusel. Währenddessen tragen Selma Meerbaum-Eisinger und Ilse Weber Texte und Gedichte vor. Eingerahmt werden die Worte ...

Betrunken Fußgängerin angefahren

Rennerod. Am Sonntag, 19. Januar gegen 1.10 Uhr setzte ein 47 Jahre alter Mann aus dem Kreis Limburg-Weilburg in der Hauptstraße ...

PKW überschlägt sich und landet auf dem Dach

Nentershausen. In den frühen Morgenstunden des heutigen Samstages befuhr ein 28-jähriger Mann aus dem Kreis Limburg mit seinem ...

Weitere Artikel


Hausarrest für Katzen?

Quirnbach. Katzen fressen auch Vögel, das stimmt, sie können lokal auch ein Problem sein, sie sind aber nicht für das Artensterben ...

Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten auf der B 42

Bendorf. Unmittelbar vor der Abfahrt Bendorf-Süd/Weitersburg fuhr ein 57-Jähriger im stockenden Berufsverkehr auf ein vor ...

Der Gesellschaft droht eine Fachkräftearmut in der Pflege

Horbach. Das Experiment eines für alle Interessierten offenen Infoabends unter dem Thema „Arm durch Pflege? Was die Altenpflege ...

Clowndoktoren freuen sich über großzügige Spende

Limburg. Das Food-Service Unternehmen „CHEFS CULINAR“ spendete zu Beginn der Adventszeit die stolze Summe von 1.000 Euro ...

Initiative Hachenburg Plastikfrei: Auszeit zum Entschleunigen

Hachenburg. Kleine, aber natürlich auch große Besucher dürfen sich auf das Vorlesen von schönen Weihnachtsgeschichten freuen, ...

Noch mehr Australien im Zoo Neuwied

Neuwied. Das Bürstenschwanz-Rattenkänguru verdankt seinen Namen dem buschigen Haarkamm auf der Schwanzoberseite. Das kleine ...

Werbung