Werbung

Nachricht vom 17.11.2019    

Naturschützer erleben Waldwildnis im Naturerbe Stegskopf

40 Teilnehmer konnte der Umweltverband Naturschutzinitiative e.V. (NI) zu einer außergewöhnlichen Exkursion in das Nationale Naturerbe Stegskopf begrüßen. Die Exkursion führte die Teilnehmer unter fachkundiger Leitung von Bundesförster Christof Hast und dem Landesvorsitzenden der NI Harry Neumann in die unbekannte „Waldwildnis“ des Nationalen Naturerbes.

Alt- und Totholzbestände im Nationalen Naturerbe Stegskopf. Fotos: NI

Region/Quirnbach. Diese spannende Exkursion in die Wälder des Stegskopfes bot ein ganz besonderes Naturerlebnis, da die Teilnehmer die alten Laubmischwälder aus Buchen, Eichen, Bergahorn, Ulmen und Linden kennenlernen konnten. Da diese Wälder seit Jahrzehnten nicht genutzt wurden, hat sich hier eine einzigartige „kleine Wildnis“ mit wertvollen alten Baumbeständen und Mikrohabitaten im Dreiländereck Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen entwickelt. Diese seit Jahrzehnten naturbelassenen Wälder sind es, die verschiedene Waldentwicklungsphasen und ein Mehrfaches an Mikrohabitaten im Vergleich zu Wirtschaftswäldern aufweisen. Ebenso gibt es hier ein Vielfaches an Totholz, „Urwaldreliktarten“, Vögeln und Biologischer Vielfalt. Bundesförster Christof Hast gelang es auf beeindruckende Art und Weise, auf die Geschichte des Stegskopfes einzugehen und die Bedeutung dieser Wälder für die Biologische Vielfalt und den Naturhaushalt aufzuzeigen.

Wildkatzenforscherin Gabriele Neumann informierte über die Europäische Wildkatze, die im Nationalen Naturerbe sogar ihre Jungen großziehe. Da in Rheinland-Pfalz über die Hälfte aller Wildkatzen in Deutschland lebe, habe Rheinland-Pfalz für diese FFH-Art eine besonders hohe Verantwortung. Das Land Rheinland-Pfalz komme dieser Verantwortung aber leider nicht in ausreichendem Maße nach. So werde vom Umweltministerium im Hunsrück sogar ein überdimensionierter Mountain-Bike-Park mitten im Kernlebensraum der Wildkatze befürwortet. Dies sei, so die Expertin, unverantwortlich, da die Wildkatze damit in diesem Gebiet ihren Lebensraum verlieren würde. Die Landesregierung konterkariere damit ihre eigene Biodiversitätsstrategie und die „Aktion Grün“.

Die Teilnehmer waren von der Vielfalt im Nationalen Naturerbe beeindruckt und konnten erkennen, dass es viele Jahrzehnte Wirtschaftsruhe benötigt, bis die waldtypische Biodiversität zur vollen Entfaltung kommt. Das umfassende Kernziel des Naturschutzes besonders in Buchenwäldern muss daher eine zeitliche und räumliche Kontinuität des Waldstandortes, des Waldbodens und der Baumarten sein. Nur so können alle Waldentwicklungsphasen nebeneinander existieren, sich alte Bäume und verschiedene Totholztypen und -dimensionen sowie vielfältige Mikrohabitate entwickeln, so die NI. Daher fordert die Naturschutzinitiative e.V. (NI), gerade in Anbetracht des aktuellen Fichtensterbens, mehr naturnahe Wälder, keine Aufforstung mit Fremdbaumarten, Vorrang für die natürliche Sukzession, Schutz des natürlichen Wald-Innenklimas, der Böden und der Wasserretention, keine Windkraft im Wald und den Wald als großflächiges Ökosystem für Flora und Fauna zu schützen. (Harry Neumann)



Interessante Artikel



Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Selters auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 


Kommentare zu: Naturschützer erleben Waldwildnis im Naturerbe Stegskopf

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Vereine


Adventscafé im Limespavillon

Hillscheid. Inge Schmidt begrüßte die Gäste mit einem „Guten Nachmittag und ein herzliches Willkommen. Wir freuen uns sehr, ...

Gewinner der Verlosung bei "MACH MIT" auf Weihnachtsmarkt in Hilgert

Hilgert. Lenny Depping ist der glückliche Gewinner. Inge Schmidt, von MACH MIT e.V. überbrachte das tolle Knusperhäuschen ...

Hausarrest für Katzen?

Quirnbach. Katzen fressen auch Vögel, das stimmt, sie können lokal auch ein Problem sein, sie sind aber nicht für das Artensterben ...

Lewentz überreicht Sportplakette des Bundespräsidenten an Vereine

Region. Eine solche Lebensdauer ist nicht denkbar ohne das Engagement der Menschen, die über Generationen hinweg vor und ...

Hachenburger Sport- und Wanderfreunde zogen erfolgreiche Jahresbilanz

Hachenburg. Seit einem Jahr bietet der Verein zusätzlich Rehasport donnerstags und neuerdings auch dienstags im Löwenbad ...

DLRG-Stromschwimmen im Rhein fand zum 46. Mal statt

Neuwied. Doch der Nebel stellt einen pünktlichen Start des diesjährigen Stromschwimmens des DLRG Bezirks Westerwald-Taunus ...

Weitere Artikel


Weihnachtsbuchausstellung der Katholisch öffentlichen Bücherei St. Anna

Herschbach. Für den Vorlesewettbewerb hatten sich 13 Kinder angemeldet. Die ersten drei Preisträger waren Justus Schneider, ...

Drohnenbilder zeigen Ausmaß des Waldsterbens

Pracht/Westerwald. Es ist ein trauriges wie beeindruckendes Bild: Baumstämme liegen wie Streichhölzer in den abgeholzten ...

Weihnachtliche Handwerkskunst im Historica-Gewölbe

Montabaur. Kreatives Gestalten - in vielseitiger Hinsicht - sind die Themen, mit denen sich Hiltrud Rütten aus Ruppach-Goldhausen ...

Buchtipp: „Hass stirbt nie“ von Steintór Rasmussen

Dierdorf/Hamburg. Der Leser begegnet bereits im Vorwort der Mörderin – ihr Part ist immer kursiv abgesetzt - und wird im ...

Digitale Lösungen für die Region gesucht

Koblenz. R56+ hat es sich zur Aufgabe gemacht, aktiv für den Wirtschafts- und Bildungsstandort sowie die besondere Lebensqualität ...

Dekanat ehrt langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Region. Dekanatskantor Jens Schawaller und Dekanatssekretärin Iris Schürg sind seit 20 Jahren bei der Kirche angestellt. ...

Werbung