Werbung

Region | - keine Angabe -


Nachricht vom 01.11.2019    

Gefahr durch Impflücken: Zu wenig Kinder im Land geimpft

In Rheinland-Pfalz sind weniger Kinder geimpft als bisher bekannt. Die Impflücken bei den Jüngsten im Land sind so groß, dass die Gesundheit vieler Kinder unnötig gefährdet wird. Das zeigt der Arzneimittelreport der Krankenkasse Barmer.

Symbolbild: Archiv

Mainz. „Oft werden die Risiken von Erkrankungen, vor denen die Impfung schützt, unterschätzt und Nebenwirkungen von Impfungen überschätzt. Es braucht laienverständliche Impfkampagnen, um Ängste vor Impfungen abzubauen. Ärzte müssen für das Gespräch mit Impfskeptikern trainiert werden“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Laut Kleis muss die Impfquote in der Bevölkerung bei mindestens 95 Prozent liegen, damit die Verbreitung einer ansteckenden Krankheit verhindert werden kann.

Die so entstehende „Herdenimmunität“ schützt Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Rheinland-Pfalz ist aber weit entfernt von Herdenimmunität. Zwar weisen die Impfquoten in dem Land tendenziell auf eine überdurchschnittliche Akzeptanz von Impfungen in der Bevölkerung hin. Bei den 13 Erkrankungen, gegen die Kinder in den ersten beiden Lebensjahren laut der von der Bundesregierung eingesetzten Ständigen Impfkommission (STIKO) geimpft sein sollten, verfehlt Rheinland-Pfalz aber eine Impfquote von 95 Prozent.

Rheinland-Pfalz verfehlt STIKO-Ziele für Herdenimmunität
Gemäß STIKO sollte in den ersten beiden Lebensjahren eine Immunisierung erfolgen gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Halsbräune (Diphterie), Mumps, Keuchhusten (Pertussis), Hib (Haemophilus influenzae Typ b), Hepatitis B, Kinderlähmung (Polio), Pneumokokken, Rotaviren, Meningokokken C, Masern, Röteln und Windpocken (Varizellen). Die höchste Quote unter den Zweijährigen in Rheinland-Pfalz wurden im Jahr 2017 bei Impfungen gegen Wundstarrkrampf, Halsbräune, Keuchhusten und Pneumokokken (je 82,8 Prozent) erreicht. Die niedrigste Quote registrierten die Statistiker in der gleichen Gruppe bei der Impfung gegen Rotaviren (65,5 Prozent).

Der Arzneimittelreport zeigt, dass im Jahr 2017 in keinem anderen Bundesland die Impfquoten unter den Zweijährigen für Wundstarrkrampf, Halsbräune, Keuchhusten (je 82,8 Prozent), Hib, Kinderlähmung (je 82,5 Prozent) und Hepatitis B (81,0 Prozent) höher waren als in Rheinland-Pfalz. „Allerdings sind selbst diese Quoten zur Erreichung einer Herdenimmunität viel zu gering. Zu hoch ist in Rheinland-Pfalz auch der Anteil von Kindern, die gar keine Impfung erhielten“, sagt Kleis. Nur der kleinste Teil davon sei medizinisch begründbar. Laut Arzneimittelreport waren in Rheinland-Pfalz 3,0 Prozent der Zweijährigen ohne jegliche Impfung im Jahr 2017.

Zahl der Impfungen gegen Masern liegt hinter Erwartungen zurück
Noch in diesem Jahr will das Bundesgesundheitsministerium ein Masernschutzgesetz verabschieden lassen. Dadurch soll unter anderem eine Masernimpfpflicht für Kinder und Mitarbeiter in Kindergärten, Schulen, Arztpraxen sowie Krankenhäusern eingeführt werden. Der Gesetzentwurf sieht auch vor, nicht geimpfte Kinder vom Kita-Besuch auszuschließen. „Tritt das Masernschutzgesetz wie derzeit vorgesehen in Kraft, werden viele Rheinland-Pfälzer seine Auswirkungen zu spüren bekommen“, betonte Kleis. Im Jahr 2017 war jedes fünfte zweijährige Kind nicht vollständig gegen Masern geimpft. Die Masern-Impfquote in dem Land lag bei 80,9 Prozent.

„Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern zählen zu den Infektionskrankheiten mit den höchsten Komplikationsraten. Masern können unter anderem zu Gehirnhaut- und Lungenentzündungen führen”, erläutert Kleis. Die Übertragung von Masern finde durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen statt. Die Barmer-Landesgeschäftsführerin erklärt: „Die höchste Erkrankungshäufigkeit findet sich bei Kindern bis zwei Jahren. Die Masern-Impfung kann erst ab dem neunten Lebensmonat erfolgen.“ Kinder im ersten Lebensjahr seien daher auf einen Schutz durch eine ausreichend hohe Impfquote in der Bevölkerung angewiesen.

„Bisher wurde die Zahl geimpfter Kinder meist durch die bei den Schuleingangsuntersuchungen vorgelegten Impfpässe ermittelt. Kinder ohne Impfpass blieben unberücksichtigt. So wurde die Zahl geimpfter Kinder überschätzt“, sagt Kleis. Es seien oft Impfgegner, die keinen Impfpass vorlegen würden. Nach den Worten von Kleis sind für den Arzneimittelreport die Abrechnungen der Impfungen durch die Ärzte zu allen bei der Barmer versicherten Kindern analysiert worden. So ist erstmals ein realistischeres Bild der tatsächlichen Impfquoten entstanden. Demnach wurde im Jahr 2017 unter den Sechsjährigen in Rheinland-Pfalz bei keiner der 13 von der STIKO empfohlenen Impfungen eine 95-Prozent-Quote erreicht. (PM)



Kommentare zu: Gefahr durch Impflücken: Zu wenig Kinder im Land geimpft

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Corona: Westerwaldkreis nun Warnstufe „gelb“

Am 20. Oktober meldet der Westerwaldkreis 720 bestätigte Corona-Fälle im Kreis, davon inzwischen 580 wieder genesen. 669 Westerwälder befinden sich in angeordneter Quarantäne. Der Westerwaldkreis rutscht nunmehr in die Warnstufe „gelb“, allein von der Hochzeit in Altenkirchen kamen 21 positive Fälle dazu.


Appell des Landrats an die Westerwälderinnen und Westerwälder

Vor dem Hintergrund der immer weiter steigenden Fallzahlen auch im Westerwaldkreis wendet sich der Landrat an die Mitbürger und Mitbürgerinnen. Die Zahl der Appelle vieler Stellen und Personen häufen sich exponentiell zu den steigenden Fallzahlen. „Und auch ich habe mich dazu entschlossen, mich als Landrat unseres Westerwaldkreises an Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, zu wenden.“


Drei Abfalltransporte wegen technischer Mängel stillgelegt

Die Schwerverkehrskontrollgruppe der Verkehrsdirektion Koblenz führte mit Unterstützung des Umweltfachdezernats des Landeskriminalamtes und Mitarbeitern der Sonderabfall-Management-Gesellschaft aus Mainz am Dienstag, 20. Oktober 2020 in der Zeit von 11 bis 15:30 Uhr auf der A 3, Rastplatz Montabaur, eine Kontrolle des gewerblichen Güterverkehrs durch.


Verbandsgemeinderat Hachenburg nahm seine Arbeit wieder auf

Aufgrund der Corona-Pandemie und des damit verbundenen „Lockdowns“ wurde die erste Sitzung des Verbandsgemeinderats in diesem Jahr unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsabstände in der Rundsporthalle Hachenburg durchgeführt. Bürgermeister Peter Klöckner informierte über die von der Verwaltung getroffenen Maßnahmen während der Corona-Pandemie.


Wirtschaft, Artikel vom 21.10.2020

Vorsicht am Telefon: falsche evm-Mitarbeiter

Vorsicht am Telefon: falsche evm-Mitarbeiter

In den vergangenen Tagen häufen sich bei der Energieversorgung Mittelrhein (evm) Beschwerden von Kunden, die mit unlauteren Methoden am Telefon konfrontiert werden. Die Anrufer geben sich als Mitarbeiter des kommunalen Energie- und Dienstleistungsunternehmen aus und wollen Daten der Kunden einholen, um bei einer angeblich anstehenden Preiserhöhung einen günstigeren Tarif anbieten zu können.




Aktuelle Artikel aus der Region


Hohe Qualität auf sicherem Fundament

Dierdorf/Selters. Das Evang. Krankenhaus Dierdorf/Selters (KHDS) ist seit Jahren ein wirtschaftlich stabiler Bestandteil ...

Nentershausen freut sich über die 30.000 Blutspenderin

Nentershausen. Seit 1963 führt der DRK-Ortsverein Nentershausen regelmäßig Blutspendetermine in Nentershausen durch. Bei ...

Drei Abfalltransporte wegen technischer Mängel stillgelegt

Heiligenroth. Neben der allgemeinen Überprüfung der Lenk- und Ruhezeiten des Fahrpersonals und der Fahrzeugtechnik lag ein ...

Corona: Westerwaldkreis nun Warnstufe „gelb“

Montabaur. Die Kreisverwaltung Montabaur gibt aktuell folgende Zahlen bekannt:
Getestete Personen gesamt 15.522
Positiv ...

Betrunken auf der A 3 unterwegs

Heiligenroth. Der 46-jährige slowenische PKW-Führer konnte an der Rastanlage Montabaur einer Verkehrskontrolle unterzogen ...

Westerwälder Rezepte: Geräucherte Forelle mit Curry-Gemüse

In unserem Gebiet gibt es mehrere Fischzuchtbetriebe, die Forellen frisch räuchern. Kaufen Sie beim Fischmetzger Ihres Vertrauens ...

Weitere Artikel


Veränderungssperre der Stadt Ransbach-Baumbach für "Stadtmitte – Bereich Ransbach"

Ransbach-Baumbach. Paragraph 1 – Zweck der Satzung
Der Stadtrat Ransbach-Baumbach hat in seiner Sitzung vom 23. 9. 2013 ...

Jeder Schritt zählt: So sinkt das Schlaganfallrisiko

Limburg. Dr. Christoph Oberwittler, Chefarzt der Neurologie am St. Vincenz-Krankenhaus Limburg, nahm dies zum Anlass, im ...

Hiesige CDU: Tunnel-Lösung für Güterzüge muss zügig kommen

Ahrweiler/Neuwied. Der Reduzierung des Bahnlärms durch den Güterverkehr am Mittelrhein ist für die CDU in den Kreisen Ahrweiler ...

Nina Ogot: Anmutige Grooves und geschmeidiger Gesang

Enspel. Afrikanische Rhythmen, Virtuosität, verzaubernde Melodien und ihr ausdrucksstarker Gesang machen Nina Ogots Konzerte ...

Kalender mit Limburg-Motiven für den guten Zweck

Limburg. Die Kalender mit 13 eindrucksvollen Impressionen vom Limburger Städtchen und Umgebung können ab sofort in der Cafeteria ...

Naspa Stiftung fördert Initiative und Leistung in der Region

Wiesbaden/Region. „Die Übernahme von Verantwortung für die Gesellschaft ist eine bedeutende Entscheidung jedes Einzelnen, ...

Werbung