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Nachricht vom 01.11.2019    

Buchtipp: „Und nachts wandern die Fledermäuse aus“ von Diana Jahr

Von Helmi Tischler-Venter

Die Fledermäuse ziehen sich allmählich in ihr Winterquartier zurück. Dunkles und nasses Novemberwetter macht sich breit, das ist die Zeit für Lyrik, die den Novemberblues vertreibt. Die Westerwälderin Diana Jahr hat eine Auswahl an Gedichten in einem kleinen Band zusammengestellt. Gedichte, die ihr am Herzen liegen und die Herzen der Leser erwärmen.

Buchtitel. Foto: Verlag

Dierdorf/München. Der Band ist unterteilt in die Kapitel „Aurora“, „Flora“ und „Luna“ Die Gedichte sind allesamt in Kleinbuchstaben gedruckt, jedes Poem erhält seine eigene Seite.

Das erste Gedicht handelt „von traumwahrheiten“:
und wie ich am morgen
das gefühl
aus dem gedicht streiche
die paradiesvögel
besuchen mich in der nacht-
spalte für spalte
fächern die worte auf
fluten das dunkel
hell, der traum
scheint am tag
zu fantastisch.

Leicht nachzuspüren ist „am morgen“:
bei einer tasse kaffee
dem traum nachhängen
wie klar, wie warm
der blick auf uns
und das wissen
es ist kein traum

Zwischen den Gedichten finden sich telegrammartige Gedanken zur Nachrichtenlage: „am morgen schalte ich das radio ein, wer ist gestorben, wo wurde ein anschlag verübt (ver-übt!), alles ruhig an der oberfläche, nur plastikteilchen im schokoriegel, keine terrorwarnung und kein brennendes flüchtlingsheim sind gute nachrichten, aber es schwelt an allen ecken und enden. Ich mach mir kaffee, keine nachricht von dir, nur dieses pochen an der herzwand“.

Ein Beispiel für die Sensibilität der Dichterin ist „geschenk“:
ein käuzchen gehört
aurora gesehen
und dich
nun verpacke ich
mein wort in metaphern
umwinde es
mit gedankenschleifen
und schicke dir
dieses gedicht

Einige wenige Gedichte sind mehrstrophig wie das „von der weichheit der hornisse“ oder „raunächte“.

Der Band ist „mehr als ein gedicht“(S.38), diese sind „bunt, dann licht“(S.107) und „federleichtes“ (S. 74) Sinnen, „sturmgeboren (oder im schlaf)“ (S. 128), sie lautmalen das „herbstlicht“:
der sommer hat sich klamm und heimlich
aus dem staub gemacht
er hinterlässt reife
satte farben
und mattes licht am abend
geschieht alles fast unmerklich
erst im nachhinein
nehmen wir veränderung wahr
ich habe es gesehen, dein septemberlächeln

Die Sprache des Herbstes schwingt in den Bäumen:
„der ast vor dem fenster
gestikuliert zur rede des windes:
als wolle er sagen
es liegt auf der hand“

Darauf können wir uns freuen:
„sonnentage im november. diese stille.
beinahe kann ich meine gedanken hören:
gedichte an die weite, an dich.“

Genießen wir den November auf dem Sofa vor dem Kamin mit Diana Jahrs Gedichten. Das Buch ist im Schillo Verlag München erschienen, ISBN 978-3-944716-07-7. htv


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