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Nachricht vom 23.10.2019    

VG-Rat Hachenburg beschloss Resolution gegen Basaltabbau am Nauberg

In seiner letzten Sitzung am 15. Oktober befasste sich der Verbandsgemeinderat Hachenburg ausführlich mit dem geplanten Basaltabbaugebiet „Welsche Hütte“ am Nauberg. Im bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren wurde die Verbandsgemeinde Hachenburg vom Landesamt für Geologie und Bergbau um eine Stellungnahme gebeten.

Symbolfoto

Hachenburg. Nachdem eine Fristverlängerung zur Abgabe dieser Stellungnahme erreicht werden konnte, bezog der Rat Stellung zur Thematik. In der Stellungnahme wird unter anderem ein aktuelles geologisches Gutachten gefordert, da die Trinkwasserversorgung durch ausbleibende Niederschläge und eine niedrigere Grundwasserneubildungsrate vermutlich ebenso negativ tangiert ist, wie die zahlreichen Quellen und Bachläufe im Bereich des Plangebietes. Durch die weitere Absenkung des Grundwasserstandes im geplanten Abbaugebiet sei zu befürchten, dass neben der dort geplanten Rodung von 23 Hektar Wald der umgebende, oftmals ebenso hochwertige Wald, Schaden nehme und durch eine unzureichende Wasserversorgung hektarweise absterbe. Weiterhin fordert die Verbandsgemeinde Hachenburg, dass die bei einem Abbau notwendigen Ersatzaufforstungen vorzugsweise im Bereich der „Kroppacher Schweiz“ erfolgen und hierzu ein Monitoring stattfindet. Auch werden eingehende Forderungen zum Artenschutz vorgebracht. Bei zwei Enthaltungen verabschiedete das Gremium die Stellungnahme mit einstimmigem Votum.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt standen Beratungen über eine Resolution zum Thema „Basaltabbau am Nauberg“ an. Zunächst hatten Vertreter der Basalt-Actien-Gesellschaft, der Bürgerinitiative „Erhaltet den Nauberg e.V.“ und der Naturschutzinitiative e.V. die Gelegenheit, ihre jeweiligen Standpunkte dem Gremium und den zahlreich erschienenen Zuhörern darzulegen. Bürgermeister Klöckner verdeutlichte, dass er es unter den derzeitigen Rahmenbedingungen des drastisch fortschreitenden Klimawandels für nicht vertretbar halte, Basaltabbau am Nauberg zu betreiben. „Sterbende Wälder, sinkende Grundwasserspiegel infolge zunehmender Hitzeperioden erfordern ein radikales Umdenken“, so Klöckner.

Nachdem alle Parteien und Wählergruppen umfassend Stellung zum Vorhaben bezogen, wurde eine Resolution mit 28 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und einer Enthaltung beschlossen, die von den SPD- und Bündnis 90/Die Grünen-Fraktionen eingebracht wurde. Nachfolgend der Wortlaut der Resolution:

„Der Nauberg im Westerwald bei Hachenburg ist ein unzerschnittener bewaldeter Höhenrücken mit einem für Rheinland-Pfalz einzigartigen Waldmeister-Buchenwald auf Basalt und einer sehr hohen biologischen Vielfalt. Das Gebiet erfüllt die Voraussetzungen für ein FFH- und Vogelschutzgebiet. Eine Ausweisung als Naturschutzgebiet wäre aufgrund der Artenvielfalt und –qualität denkbar und sollte in Betracht gezogen werden.

Der Höhenrücken beherbergt ein Naturwaldreservat mit über 160 Jahre alten Rotbuchen und ist Lebensraum von schützenswerten Tierarten wie zum Beispiel der Wildkatze. Für den geplanten Basaltabbau durch die Basalt AG würden 23 Hektar wertvoller Wald zerstört und damit auch wichtiger Erholungsraum für die Menschen verloren gehen. Dieser schwerwiegende Eingriff in das Ökosystem ist nicht ausgleichbar.

Im Zeitalter des dramatischen Artenrückganges, dem Verlust biologischer Vielfalt und der Klimaveränderung ist es unverantwortlich, alte und ökologisch wertvolle Wälder zu roden.

Der Rat der Verbandsgemeinde Hachenburg spricht sich daher für den Erhalt dieses wertvollen Waldgebietes für Menschen und Wildtiere und gegen den geplanten Basaltabbau aus.“ (PM)



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Kommentare zu: VG-Rat Hachenburg beschloss Resolution gegen Basaltabbau am Nauberg

1 Kommentar

Diese Argumentation gegen den Abbau-Standort und für die Erhaltung des Naturwalds - gerade im Hinblick auf Grundwasserspiegel/Klimawandel - kann ich nur von ganzem Herzen befürworten! Hoffentlich wird der Basaltabbau verhindert werden. Die angenehm abgelegene - dadurch um so wertvollere - Natur-Region Westerwald (Potenzial für nachhaltigen Tourismus/mehr Lebensqualität im zukünftig erweiterten „Speckgürtel“ von Köln bzw.. Rhein-Main) kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Lasst uns den Rest bewahren und auf lange Sicht besser nutzen ... es ist schon zu viel verlorengegangen...
#1 von Carmen Feld, am 28.10.2019 um 11:33 Uhr

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