Werbung

Nachricht vom 10.10.2019    

„Mobile Sorgenbüros“ weiterhin stark gefragt

670 Kinder sind mit ihren Sorgen und Problemen in die „Mobilen Sorgenbüros“ gekommen – der Bedarf an Schulsozialarbeit in den Grundschulen der Verbandsgemeinden Montabaur, Höhr-Grenzhausen und Selters ist auch im 25. Jahr dieser Einrichtung des Kinderschutzbundes ungebrochen. In mehr als 2.700 Gesprächen fanden die Kinder Gehör und Hilfe.

Höhr-Grenzhausen. Acht sozialpädagogische Fachkräfte, die im Team zusammenwirken, die Supervisionen und jährliche Fortbildungen absolvieren, feste, wöchentliche Sprechzeiten, der Einbau langjähriger Erfahrungen in Präventionsangebote für Kitas und Grundschulen, die Einbindung in die größte Kinderschutzorganisation Deutschlands – das macht die „Mobilen Sorgenbüros“ aus, sagt Heidi Ramb, die Vorsitzende des Kreisverbandes Westerwald / Ortsverband Höhr-Grenzhausen, bevor sie die Schuljahresbilanz 2018/2019 vorstellte.

Die Schule, Lehrer und Mitschüler bereiteten den meisten Grundschulkindern in diesem Zeitraum erneut nur wenig Sorgen. Die mit Abstand häufigsten Probleme bringen sie nach wie vor von zu Hause mit in die „Mobilen Sorgenbüros“.

Mehr als 670 Kinder suchten im vergangenen Schuljahr Hilfe und Rat in einem der 15 „Mobilen Sorgenbüros“. Das ist ein erneuter Anstieg, der überall spürbar ist. Die Verbandsgemeinde Montabaur reagierte darauf mit einer weiteren Aufstockung des Stundenkontingentes, was zum einen die Wartezeiten für die Kinder verkürzt, zum anderen aber auch die Betreuungsintensität verbessert: Die Zahl der Gespräche mit Kindern stieg hier um fast zehn Prozent – insgesamt nahm sie um vier Prozent auf mehr als 2.900 zu. Die Fachkräfte des Kinderschutzbundes beziehen je nach Notwendigkeit in Absprache mit den betroffenen Kindern auch Lehrer sowie Eltern und Verwandte mit ein.

Was die Kinder bedrückt, sind in aller Regel Schwierigkeiten daheim. Das können Konflikte mit Familienmitgliedern sein – das ist die häufigste Ursache, bei der es zum Beispiel um die Nutzung des Handys oder PCs oder um Fernsehzeit geht. Direkt danach – mit mehr als 500 Nennungen – werden Konflikte der Eltern untereinander genannt, Trennung, Scheidung und die Frage des Kontakts zu Papa oder Mama.

Von Gewalterfahrungen wurde unverändert in zehn Prozent der Fälle berichtet, von „Vernachlässigung“ in zwölf Prozent. Das ist einer der Gründe, dass viele Kinder sich in den „Mobilen Sorgenbüros“ wohl fühlen: Hier nimmt sich jemand Zeit, hört zu und kümmert sich. Fast unverändert sind die Anteile der Kinder, denen Krankheit, Sucht und Tod von Angehörigen oder Armut das Leben schwer machen.



Im ganz persönlichen Bereich lasten häufig Ängste und psychische Probleme auf den Grundschulkindern; zusammen machen sie fast die Hälfte der individuellen Schwierigkeiten aus. Dieser Bereich liegt mit einem Anteil von 26 Prozent jedoch weit hinter den familiären Ursachen (50 Prozent).

Erfreulich ist die Entwicklung in der Kategorie Schule (24 Prozent aller Nennungen). Dass Kinder sich Sorgen machen über Ärger mit Lehrern ist sehr selten, viel häufiger gehen Sorgen auf das Konto von Mitschülerinnen und Mitschülern (Anteil am Bereich Schule: unverändert zwei Drittel). Nur ein Problem hat bei „Schulsorgen“ stark zugenommen: Leistungsschwierigkeiten – um gut 16 Prozent auf 194 Nennungen. Das ist fast ein Fünftel dieser Kategorie. Unklar bleibt, ob diese Entwicklung auf die Schule zurückgeht oder auf Leistungserwartungen daheim.

Die „Mobilen Sorgenbüros“ sind ein Angebot des Kinderschutzbundes; es gibt sie seit 25 Jahren. Acht sozialpädagogische Fachkräfte sind in der Regel wöchentlich, teilweise sogar zweimal pro Woche an den 15 Grundschulen der Verbandsgemeinden Montabaur, Höhr-Grenzhausen und Selters. Das Team arbeitet eng zusammen und wird durch regelmäßige Supervisionen und Fortbildungen professionell begleitet. Finanziert werden die Sorgenbüros überwiegend von den Schulträgern, dem Land Rheinland-Pfalz und dem Westerwaldkreis. Außerdem setzt der Kinderschutzbund eigene Mittel (Spenden, Mitgliedsbeiträge sowie ehrenamtliche Arbeit) ein. (PM)

Infos: Deutscher Kinderschutzbund e.V. Kreisverband Westerwald / Ortsverband Höhr-Grenzhausen, Hermann-Geisen-Straße 44, 56203 Höhr-Grenzhausen, Telefon: 02624-4488, www.kinderschutzbund-westerwald.de.


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Höhr-Grenzhausen auf Facebook werden!


Kommentare zu: „Mobile Sorgenbüros“ weiterhin stark gefragt

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Corona im Westerwaldkreis: Inzidenzwert auf 84,7 gesunken

Das Gesundheitsamt Montabaur meldet am Sonntag, den 16. Mai 7.079 (+20) bestätigte Corona-Fälle. Der Westerwaldkreis verzeichnet aktuell laut Gesundheitsamt 424 aktiv Infizierte, davon 313 Mutationen. Lockerungen rücken immer näher.


Die Sporkenburg: Eine spätmittelalterliche Burgruine im Westerwald

Eine besonders beeindruckende Burgruine ist die Sporkenburg. Rund ein Kilometer südlich von Eitelborn ragen die Überreste der spätmittelalterlichen Burg hoch aus dem Wald hinaus. Ein Besuch lohnt sich definitiv, denn es gibt auch heute noch sehr viel in den alten Gemäuern zu entdecken.


Autobahnpolizei Montabaur zog Fahrer auf A 3 aus dem Verkehr

Im Zuge von allgemeinen Verkehrskontrollen auf der Autobahn wurden an dem Wochenende 14. bis 16. Mai bei mehreren Verkehrsteilnehmern Alkohol- und Drogenbeeinflussung festgestellt. Die Weiterfahrt wurde jeweils untersagt. Zudem werden Zeugen für Diebstahl von Absicherungsmaterial gesucht.


Corona im Westerwaldkreis: Inzidenzwert bleibt unter 100

Das Gesundheitsamt Montabaur meldet am Samstag, den 15. Mai 7.059 (+10) bestätigte Corona-Fälle. Der Westerwaldkreis verzeichnet aktuell laut Gesundheitsamt 405 aktiv Infizierte, davon 309 Mutationen. Lockerungen rücken näher.


Nicole nörgelt… über Bräute, Gemeinschaften und nervige, kleine Dinge

GLOSSE | Steht eine Braut alleine vor dem Altar… So würde normalerweise ein echt fieser Witz anfangen. Normalerweise. Denn eigentlich müsste das dieser Tage überall die Realität sein. Gut, der Bräutigam und der Pfarrer oder Standesbeamte dürften wohl auch noch dabei sein, aber dann wird es schon eng. Zumindest, wenn man sich um dieses kleine, nervige Ding schert. Wie heißt das noch gleich?




Aktuelle Artikel aus der Region


Nicole nörgelt… über Bräute, Gemeinschaften und nervige, kleine Dinge

Achja. Gesunder Menschenverstand.
Wer in letzter Zeit aufmerksam die Corona-Meldungen aus der Region verfolgt hat, konnte ...

Corona im Westerwaldkreis: Inzidenzwert auf 84,7 gesunken

Montabaur. Der maßgebliche Inzidenzwert des Kreises für die Bundesnotbremse liegt laut RKI am Samstag bei 84,7, Vortag 91,1, ...

Autobahnpolizei Montabaur zog Fahrer auf A 3 aus dem Verkehr

Heiligenroth. Am 14. Mai gegen 15 Uhr wurden auf der A 3 bei einem 20-jährigen PKW-Fahrer Anzeichen für Betäubungsmittel-Konsum ...

Unfallflüchtiger Fahrer durch Zeugenhinweis ermittelt

Montabaur. Am Samstag, dem 15. Mai 2021, gegen 22:22 Uhr meldete ein aufmerksamer Anwohner aus Kadenbach der Polizeiinspektion ...

Corona im Westerwaldkreis: Inzidenzwert bleibt unter 100

Montabaur. Der maßgebliche Inzidenzwert des Kreises für die Bundesnotbremse liegt laut RKI am Samstag bei 91,1, Vortag 99,6, ...

Verankerung an Gedenktafel für Senfmühle beschädigt

Höhr-Grenzhausen. Eine Gedenktafel die auf die ehemalige Senfmühle in Höhr-Grenzhausen hinweist, wurde durch bisher unbekannte ...

Weitere Artikel


Soldat wegen Verweigerung des Handschlags gegenüber Frauen entlassen

Koblenz. Der Kläger war seit 2015 Soldat auf Zeit. Im Jahr 2017 unterrichtete das Bundesamt für den militärischen Abschirmdienst ...

Kostenfreie geführte Wanderung in Hillscheid ab der Hüttenmühle

Hillscheid. Zunächst geht es von dort in Richtung Hillscheider Sportplatz. Weiter durch den Wald am Limesweg entlang zum ...

Hat Ihr Unternehmen ein Immunsystem?

Westerburg. Mit einem guten „Immunsystem“ gelingt es Unternehmen demnach leichter, mit Unwägbarkeiten, dem schnellen Wandel ...

Junge Union Westerwald veranstaltet Seminar zu Internetsicherheit

Höhr-Grenzhausen. Dabei ist jedes Gerät mit gespeicherten Nutzerdaten, jeder Server auf der anderen Seite der Welt und nicht ...

Lulo Reinhardt feat. El Macareno – eine Reise durch Andalusien

Höhr-Grenzhausen. Stehende Ovationen sind bei seinen Konzerten Standard. In traditionellen Flamencoformen verwurzelt, ist ...

Olga Tokarczuk: Literaturnobelpreisträgerin liest in Siegen

Siegen. Die Lesung wird in Kooperation von Polonica nova – einer Lesereihe mit polnischer Literatur, der Stabstelle für Wissenschaft ...

Werbung