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Nachricht vom 10.10.2019    

Olga Tokarczuk: Literaturnobelpreisträgerin liest in Siegen

Olga Tokarczuk gehört zu den renommiertesten Schriftstellerinnen Polens – gerade hat sie den Literaturnobelpreis gewonnen. Nur einen Tag später, am 11. Oktober macht sie auf dem Weg zur Buchmesse in Frankfurt und im Rahmen einer großen Lesereise auch in Siegen halt. Sie liest ab 20 Uhr im neuen Seminargebäude der Uni Siegen aus ihrem bislang größten und vielleicht bedeutendsten Werk „Die Jakobsbücher“.

Olga Tokarczuk (Pressefoto)

Siegen. Die Lesung wird in Kooperation von Polonica nova – einer Lesereihe mit polnischer Literatur, der Stabstelle für Wissenschaft in der Stadt der Universität Siegen und der Philosophischen Fakultät der Uni Siegen veranstaltet. Der Eintritt ist frei. Als Moderatorin und Dolmetscherin fungiert Dr. Natasza Stelmaszyk (Polonica nova). Die deutsche Übersetzung des Buches liest Anna Maria Weber.

Olga Tokarczuk wurde 1962 in Sulechów geboren. Sie studierte Psychologie in Warschau und lebt heute in Breslau und in den polnischen Bergen. Ihr nun in deutscher Übersetzung erschienener, preisgekrönter Roman „Die Jakobsbücher“ handelt von der historischen Figur Jakob Frank. Als Anführer einer mystischen Bewegung will er seinem Volk, den osteuropäischen Juden, den Eintritt in die Moderne ermöglichen. „Die Geschichte von Jakob Frank ist so erstaunlich, dass man es kaum glauben kann, dass sie tatsächlich geschehen ist“, sagt Olga Tokarczuk selbst.

Die Autorin zeichnet hier das vielseitige Porträt eines kontroversen Protagonisten und zeigt reale und fiktive Einblicke in die krisenhafte Lebenswirklichkeit an der Schwelle zu unserer Zeit. Es ist ein europäischer Groß-Roman, der uns einen Spiegel vor Augen hält. „Die Jakobsbücher“ ist ein historischer gut recherchierter Roman, der aber vor allem von unserer Gegenwart erzählt. Tokarczuk zeigt uns, wer wir sind, woher wir kommen und was uns auch heute ausmacht. Die Psyche der Protagonisten wie auch die der Leser spielen in ihren Werken eine besondere Rolle. Doch ihr geht es nicht nur um die Menschen – ihre Werke sind auch ein starkes ökologisches Manifest und ein Appell an unsere Vernunft. Über nicht immer leichte Themen spricht sie in einer zugleich starken wie auch sehr poetischen, schönen, wohltuenden und hypnotisierenden Sprache. Sie selbst ist ein aufmerksamer Zuhörer und ein angenehmer, publikumsnaher Gesprächspartner.

Einige von Olga Tokarczuks international ausgezeichnete Romanen (u.a. Man Booker International Prize, polnischer Nike-Literaturpreis, Brücke-Berlin-Preis) wurden in 25 Sprachen veröffentlicht und sorgen auch aufgrund ihrer politischer Aussagen immer wieder für Aufsehen.

Die Lesung wurde geplant vor dem Erhalt des Literaturnobelpreises. Die Veranstalter gehen davon aus, dass sie trotzdem statt findet – es gibt keine anderslautenden Informationen. Aus Platzgründen wurde die Veranstaltung von der Villa Sauer in das benachbarte neue Seminargebäude der Universität Siegen verlegt: Sie findet nun statt im Seminargebäude „S“ im Obergraben 25, 57072 Siegen. Parkmöglichkeiten gibt es zum Beispiel im Parkhaus Unteres Schloss, Obergraben 30, 57072 Siegen (Zufahrt nur von unten möglich).


Es besteht noch ein gewisses Restrisiko, dass Frau Tokarczuk ihre Teilnahme aus Termingründen doch noch absagen muss. Die Lesung findet jedoch in jedem Fall um 18 Uhr statt. Sollte Frau Tokarczuk tatsächlich nicht teilnehmen können, wird Dr. Natasza Stelmaszyk vom Germanistischen Seminar der Universität Siegen aus dem Werk „Die Jakobsbücher“ lesen, die deutsche Übersetzung liest Anna Maria Weber. (PM)



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