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Nachricht vom 28.09.2019    

Neuer Klinikstandort: Abgeordnete sehen offene Fragen und viele Chancen

Für die CDU-Abgeordneten Erwin Rüddel und Michael Wäschenbach sind noch etliche Fragen rund um Standort, Versorgungskonzept und Finanzierung des künftigen DRK-Klinikstandortes zwischen Hachenburg und Altenkirchen zu klären. Die laut Gutachten am besten geeigneten Standorte liegen vor den Toren Hachenburgs. FDP-Politikerin Sandra Weeser sieht indes Chancen für die Region und besonders für die Personalsituation. Wir haben ihre Stellungnahmen zusammen gefasst.

Bevor an einem neuen Klinikstandort operiert wird, werden noch etliche Jahre ins Land gehen. (Symbolfoto: Sasin Tipchai auf Pixabay)

Region. Die Pläne für den neuen Standort eines so genannten Westerwald-Klinikums, das die bisherigen DRK-Krankenhausstandorte Altenkirchen und Hachenburg vereint, liegen auf dem Tisch. Der AK-Kurier berichtete: Die gutachterlich favorisierten Standorte liegen vor den Toren Hachenburgs. Die heimischen CDU-Abgeordneten im Bundestag und im Mainzer Landtag, Erwin Rüddel (Windhagen) und Michael Wäschenbach (Wallmenroth) haben unisono mit Besorgnis auf das Ergebnis des Gutachtens reagiert: „Offenbar ist noch nichts endgültig entschieden, aber wir haben doch erhebliche Bedenken mit Blick auf die künftige gesundheitliche Versorgung in der Region Altenkirchen“, so die beiden Abgeordneten, „zumal durchaus auch ein Standort in der Mitte denkbar wäre, der auch den Belangen der Menschen im Landkreis Altenkirchen in deutlich höherem Maße Rechnung tragen würde“.

Weeser sieht Chancen
Die heimische FDP-Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser (Betzdorf) „Obwohl eine so schwerwiegende Entscheidung sicherlich auch Risiken birgt, sehe ich die Fusion als große Chance für die Region. Synergieeffekte können helfen ein neues, leistungsstarkes medizinisches Zentrum zu errichten." Beide Krankenhäuser, sowohl in Altenkirchen als auch in Hachenburg, leisten trotz roter Zahlen aktuell hervorragende Arbeit. „Ich bin mir sicher, dass die gute Arbeit im neuen Haus fortgesetzt werden wird und auch noch weiter verbessert kann."

CDU-Politiker befürchten „schleichende medizinische Entkernung“
Rüddel und Wäschenbach äußerten vor allem die Sorge, dass im Zuge der künftigen Planung, die auf eine enge Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung zielt, der Region Altenkirchen eine „schleichende medizinische Entkernung“ drohen könnte. „Wir müssen die künftige ambulante und stationäre Versorgung insofern als Einheit betrachten, weil auch die ambulante Versorgung sich in Zukunft immer stärker auf die Krankenhausstandorte konzentrieren wird. Das gilt vor allem mit Blick auf Medizinische Versorgungszentren (MVZ); denn es ist nun einmal so, dass Krankenhäuser immer auch Mediziner im ambulanten Bereich anziehen“, gab Erwin Rüddel zu bedenken.

Druck auf Standort Kirchen
Michael Wäschenbach betonte, dass „ein Standort in der Nähe von Hachenburg noch mehr Druck auf das Krankenhaus in Kirchen ausüben wird. Wir müssen deshalb unbedingt dafür Sorge tragen, dass der Kreis Altenkirchen nicht in einigen Jahren ganz ohne Krankenhäuser und womöglich auch ohne medizinische Versorgungszentren dasteht.“ Er fordert das Land auf, das Kirchener Haus aktiv bei der Suche nach Kooperationsbeziehungen zu anderen Häusern zu unterstützen. Wäschenbach fordert zudem vom Gesundheitsministerium, „die angedachte sinnvolle Markterweiterung auf weitere kleinere Häuser zum Beispiel in Dierdorf und Selters, wo allerdings andere Träger als das DRK die Geschäfte führen, voranbringen“.

Akademisches Lehrkrankenhaus?
Die benachbarten Klinikstandorte sind auch für FDP-Politikerin Sandra Weeser Thema: „Warum denken wir nicht groß? Wir sollten auch mit den Krankenhäusern in Selters und Dierdorf sprechen: Ein leistungsstarkes, akademisches Lehrkrankenhaus im Westerwald wäre eine attraktive Adresse – auch und gerade für junge Mediziner", erklärt Sandra Weeser. Die Region verliere die Abiturienten aus der Heimat zwangsläufig an die Universitätsstädte. Das neue Krankenhaus könne allerdings helfen, junge Ärztinnen und Ärzte wieder zurück in den Westerwald zu holen. Denn das neue Haus biete endlich die Möglichkeit, eine Facharztausbildung abzulegen. Gleichzeitig erwartet Weeser eine Verbesserung der Personalsituation als solche: „In Zukunft könnten wir wirklich attraktive Positionen für junge, ehrgeizige Fachkräfte zu guten Arbeitsbedingungen schaffen. Das gilt selbstverständlich auch für die Pflege.“

Mobilität und Infrastruktur bedenken
Bei der Erreichbarkeit und Notfallversorgung für das künftig größere Einzugsgebiet müssten laut CDU-Mann Wäschenbach zudem ausreichende und adäquate Mittel wie zum Beispiel die Hubschrauberanzahl, aber auch die künftigen individuellen und öffentlichen neuen Mobilitätsformen bedacht werden. „Die bisher bei der Untersuchung zu Grunde gelegten heutigen Maßstäbe mit dem bestehenden Schienennetz und dem vorhandenen Straßennetz beziehungsweise dem Straßenzustand sind bei weitem nicht ausreichend.“ Unabhängig von der Standortfrage bekräftigten die beiden Abgeordneten noch einmal, dass ein zukunftsfähiges Konzept für einen möglichen Neubau und die Frage seiner Finanzierung von überragender Bedeutung sei. Der Krankenhausträger dürfe nicht in ein Abenteuer geschickt werden, das mit neuen Schulden ende. Deshalb seien verbindliche Zusagen des Landes für eine auskömmliche Finanzierung „absolut unabdingbar“.

Standort, Versorgungskonzept, Finanzierung
Erwin Rüddel erinnert daran, dass ein Investitionsvolumen in der Größenordnung von 120 Millionen Euro rein rechnerisch auch die Verluste der beiden derzeitigen Standorte für das nächste halbe Jahrhundert abdecken könnte. „Im Raum stehen also drei Fragen - nach dem Standort, nach einem tragfähigen, breiten Versorgungskonzept und nach einer gesicherten Finanzierung. Jetzt sind das DRK als Träger und vor allem das Land gefordert, klare Antworten auf diese drei Fragen zu geben. Die Belange des Landkreises Altenkirchen dürfen dabei nicht unter den Tisch fallen“, so die beiden CDU-Abgeordneten. (PM/red)


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Kommentare zu: Neuer Klinikstandort: Abgeordnete sehen offene Fragen und viele Chancen

6 Kommentare

Verkehrsanbindung und Zugriffszeiten sind rein theoretisch von oberster Priorität !
Das jetzt politisch versucht wird sich zu positionieren ist doch klar.
Hier kann es nicht um Kreis-Parteipolitische Themen gehen.
Was sicher noch gar nicht in Betracht gezogen wurde ist das hier sicher kurzfristig neue Möglichkeiten
hinzukommen was die Auswahl des Standortes angeht: wenn ich das richtig einschätzen kann sind in der ganzen Region in zwei Jahren keine Fichtenwälder mehr vorhanden und es werden eine Menge Flächen hinzukommen welche auch unter Umständen einfach zur Verfügung gestellt werden können!
#6 von Klaus Schuhen , am 29.09.2019 um 15:58 Uhr
Also zunächst einmal finde ich die Antworten bisher als ziemlich unqualifiziert. Ob das KH nun in Wissen, in AK, in Habu oder sonstwo steht: Fakt ist, dass ein Krankenhaus weniger in der Region ist. Damit eröffnet sich für mich die Frage, ob es hier nicht eine gezielte Massnahme ist, die Kassen zu entlasten, nämlich durch die Tatsache, dass für viele Akutkranke die Hilfe um 5 bis 10 Minuten zu spät kommt und sie sich im Beerdigungsinstitut wiederfinden. Ganz ehrlich: Es ist eine Milchmädchenrechnung: weniger Krankenhäuser, mehr Tote, weniger Renten auszuzahlen! So kann man den geburtenstarken Jahrgängen auch gegenübertreten. Krankes Gesundheitswesen!!! Wenn dann wenigstens noch jemand auf den Trichter käme meine Krankenkassenbeiträge etwas zu verringern!
#5 von Klaus Rödder, am 29.09.2019 um 15:27 Uhr
...ich seh schon die Westerwaldbahn mit Tatü und Blaulicht nach Wissen fahren.....
#4 von Rainer Walkenbach, am 29.09.2019 um 10:14 Uhr
Andre Kraft Warum soll denn Ihrer Meinung nnach die Eisenbahn in den hinteren Westerwald verlegt werden? Die Eisenbahn führt an beiden favorisierten Standorten unmittelbar vorbei. Weil diese Strecke von einer Privatbahn betrieben wird, könnte dort möglicherweise auch ein Haltepunkt eingerichtet werden. Außerdem treffen in diesem Bereich die B 413 und die B 414 zusammen, was eine hervorragende Straßenverkehrsanbindung bedeutet. Hingegen ist Wissen vom, wie Sie schreiben, hinteren Westerwald, sowas von schlecht erreichbar. Apropos hinterer Westerwald: Sie wollen doch wohl nicht den Kern des WW, also den Bereich VG Hachenburg nicht als hinteren WW bezeichnen. Mittendrin (Hachenburg) ist immer besser als am Rand, und das ist Wissen nun mal.
#3 von Burkhard Pritzer, am 29.09.2019 um 08:57 Uhr
Das DRK hat anscheinend zuviel Geld, denn dieses Gutachten hätte man sich sparen können.Bei dem Gutachten wurde aus meiner Sicht der schlechteste Standort vorgeschlagen - kein ÖPNV-Anschluß ( Bahn ). Wenn in einigen Jahren die persönliche Nutzung von PKW verboten wird - (Dank Greta und den weltfremden Grünen),
sollte der neue Standort des Krankenhauses wenigstens einen Bahnhaltepunkt haben.
#2 von Ewald Kallscheid, am 29.09.2019 um 08:56 Uhr
Also von der öffentlichen Er - und Anschließung ist zwischen Hachenburg und Altenkirchen ganz klar Wissen. Sollte an einer Bahnstrecke liegen, dann ist es auch für alle öffentliche Anbindungen sinnvoll, oder soll die Eisenbahn auch noch in den hinteren Westerwald verlegt werden... So als One way. Vor allem, wenn schon Ängste formuliert werden, das irgendwann gar kein Krankenhaus mehr im Kreis AK ist, sollte es man nun in der Mitte auch berücksichtigen, so dass dann auch wirklich alle zu einem erreichbaren Krankenhaus kommen kann und dort Hilfe bekommen. Platz neben der Infrastruktur ist ebenfalls vorhanden!
#1 von Andre Kraft , am 28.09.2019 um 19:18 Uhr

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