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Nachricht vom 08.09.2019    

Rockets starten erfolgreich in die Vorbereitung

Was passiert, wenn du ein halbes Pfund Butter zwei Stunden in die Sonne stellst? Du hast ein Ergebnis, mit dem du nichts anfangen kannst. Was passiert, wenn du in der Vorbereitung einen höherklassigen Gegner schlägst? Siehe das halbe Pfund Butter nach zwei Stunden Sonne. Und trotzdem blieben da viele positive Eindrücke - ganz unabhängig vom Ausgang - nach dem ersten Test der EG Diez-Limburg der neuen Saison. Die Rockets schlagen den personell angeschlagenen Oberligisten Crocodiles Hamburg mit 5:4 nach Penaltyschießen (3:1, 0:1, 1:2, 1:0).

EGDL-Stürmer Konstantin Firsanov. Fotos: EG DIez-Limburg

Diez-Limburg. Als zum ersten Mal das Licht gedimmt wird zum Einlauf der Rockets nach einer langen Sommerpause, da haben rund 400 Zuschauer auf den Rängen der Diezer Eissporthalle Platz genommen. Es gab Play-off-Halbfinalspiele in der Vergangenheit, die weniger Zuschauer sehen wollten. Die erste Botschaft des Abends war daher eine extrem erfreuliche: Die Rockets haben mit ihrer Kaderplanung und den Aktivitäten abseits der Eisfläche das Interesse der Zuschauer geweckt. Unter ihnen sitzt auch ein neuer Sponsor, den die EGDL in der kommenden Woche vorstellen wird. Das Projekt „Rockets etablieren“ nimmt Fahrt auf.

Im Spiel sieht das zunächst anders aus: Hamburg ist mit 15 Feldspielern und zwei Keepern angereist und bereits zwei Wochen länger auf dem Eis als die Gastgeber. Und auch wenn den Crocodiles sechs, sieben wichtige Spieler fehlen, zeigen sie in diesen ersten Minuten einen Klassenunterschied auf. Die Scheibe läuft sicher und schnell, die Pässe und Laufwege sitzen, die Rockets kommen kaum aus dem eigenen Drittel. Der Führungstreffer durch André Gerartz (7.) ist die logische Konsequenz.

Danach aber ist auch die EGDL auf dem Eis angekommen. Nach vier Einheiten unter der Wochen und einigen Wechseln der Eingewöhnung verschaffen sich die Rockets offensiv Luft - und das, obwohl mit Dominik Luft noch ein wichtiger Center fehlt. Der erfahrene Stürmer stößt erst nächste Woche zum Kader. Aber die anderen Jungs machen das eben auch nicht schlecht: Jamie Hill (8.), Kevin Lavallee (11.) und Philipp Maier (16.) machen vorne drei Buden und drehen damit bis zur ersten Pause die Partie.

Dass Hamburg immer wieder Phasen haben würde, in denen man die EGDL in der eigenen Verteidigungszone einschnürt, war zu erwarten - und traf auch genau so ein. Schließlich stand da trotz der Ausfälle eine Oberliga-Mannschaft mit drei Reihen auf dem Eis. Daniel Lupzig brachte die Crocodiles im zweite Drittel auf 2:3 heran (27.), Patrick Saggau gelang in Minute 42 der Ausgleich, Dominik Lascheit stellte die Weichen wieder auf Auswärtssieg (48.). Passt schon, könnte man meinen. Eine knappe Niederlage gegen den Oberligisten ist nach der bisher kurzen Vorbereitung schon in Ordnung.

Doch Rockets-Trainer Frank Petrozza nutze den Test, um eben die unterschiedlichsten Konstellationen zu testen. Er wechselte innerhalb der Reihen durch. Und er nahm die „Drucksituation“ kurz vor Schluss für seine Mannschaft dankend an. Der Trainer nahm eine Auszeit und den Keeper vom Eis. Als Hamburg zudem noch mit einem Mann auf die Strafbank wanderte, besorgte Jamie Hill den viel umjubelten Ausgleich 20 Sekunden vor dem Ende. Im anschließenden Penalty-Schießen konnte kein Hamburger Jan Guryca überwinden, auf der Gegenseite aber trafen Julian Grund und Kevin Lavallee. Ein Sieg auf dem Eis, Standing Ovations auf der Tribüne. Das Ergebnis mag keine große Aussagekraft haben, die Art und Weise, wie sich die Rockets jedoch präsentiert hatten machte Zuschauer und Verantwortliche glücklich. Darauf lässt sich aufbauen.

„Wir sind gut ins Spiel gekommen, waren in den ersten Minuten viel mit der Scheibe unterwegs“, sagte Crocodiles-Trainer Jacek Plachta. „Dann haben wir aber angefangen Sachen zu machen, die nicht unbedingt gut waren. Wir haben die Zweikämpfe verloren oder sie gar nicht erst angenommen. Wir waren zu weit weg vom Gegner und kassieren so drei Gegentore. Wir sind dann noch einmal zurückgekommen und lagen wieder in Führung, aber wir haben noch viele Sachen gesehen, die wir verbessern müssen.“

„Ein großes Dankeschön an Hamburg für dieses Spiel“, sagte Rockets-Trainer Frank Petrozza. „Wir sind sehr dankbar, dass wir gegen eine solche Mannschaft spielen dürfen und wissen, dass es für den Gegner nicht einfach war mit den vielen Ausfällen. In den ersten Minuten waren wir noch nicht auf dem Eis, da war das Spiel ein bisschen zu schnell für uns. Aber nach dem ersten Gegentor haben wir in unser Spiel gefunden. Ich bin sehr zufrieden mit dem Spielverlauf und dem Ergebnis. An der Disziplin müssen wir noch arbeiten. Ich wollte eigentlich nächste Woche im Training in das Penaltykilling einsteigen, aber wir hatten auch heute schon genug Möglichkeiten es zu testen. Wir schauen jetzt positiv nach vorne, haben aber noch viel Arbeit vor uns.“

EG Diez-Limburg: Guryca (Stenger) - Seifert, Krämer, Mörschler, Wex, Naumann, Günther - Horvath, Maier, Brüggemann, Hill, Mainzer, Firsanov, Grund, Lademann, Bruch, Lavallee, Reed, Schwab.

Crocodiles Hamburg: Allendorf (Kristian) - Walch, Tramm, Rossi, Saggau, Lupzig, Frischmuth, Martens, Lascheit, Prüßner, Calovi, Kübler, Zuralev, Steck, Gerartz, Bruns.

Zuschauer: 373.

Tore: 0:1 André Gerartz (7.), 1:1 Jamie Hill (8.), 2:1 Kevin Lavallee (11.), 3:1 Philipp Maier (16.), 3:2 Daniel Lupzig (27.), 3:3 Patrick Saggau (42.), 3:4 Dominik (48.), 4:4 Jamie Hill (60.), 5:4 Julian Grund (Penalty).

Strafen: Diez Limburg 16, Hamburg 8. (Tom Neumann, Pressesprecher EG Diez-Limburg)



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