Werbung

Nachricht vom 02.09.2019    

Verdi kritisiert Entwurf der Pflegekammer für eine Berufsordnung

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat sich auf einer Konferenz in Kaiserslautern gegen den Entwurf der rheinland-pfälzischen Pflegekammer über eine Berufsordnung der Pflege ausgesprochen. „Man wird zur Fortbildung verpflichtet, aber niemand sagt, wer das bezahlt und ob die Einrichtung einen dafür freistellt“, lautet ein Kritikpunkt. Insbesondere der fehlende Realitätsbezug zu den tatsächlichen Anforderungen einer Pflegekraft stößt bei Verdi auf Ablehnung.

Verdi lehnt die Berufsordnung der Pflegekammer ab: Hauptkritikpunkt ist der fehlende Realitätsbezug zu den tatsächlichen Anforderungen einer Pflegekraft. (Foto: truthseeker08 auf Pixabay)

Kaiserslautern/Region. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat sich auf einer Konferenz in Kaiserslautern gegen den Entwurf der rheinland-pfälzischen Pflegekammer über eine Berufsordnung der Pflege ausgesprochen, welche im September veröffentlich werden soll. Hauptkritikpunkt ist der fehlende Realitätsbezug zu den tatsächlichen Anforderungen einer Pflegekraft. Laut Michael Quetting, Pflegebeauftragter von Verdi, enthält das Papier: „Allerwelts-Weisheiten und Aneinanderreihung von nichtssagenden Worthülsen.“ Bereits im Vorfeld kam es zu einem regelrechten öffentlichen Schlagabtausch zwischen Quetting und Dr. Markus Mai, Präsident der Pflegekammer RLP.

Fortbildung: Ja – Aber wer zahlt?
Quetting betont in Bezugnahme auf das Papier: „Man wird zur Fortbildung verpflichtet, aber niemand sagt, wer das bezahlt und ob die Einrichtung einen dafür freistellt. Auch der Passus, dass Kammermitglieder sich nicht öffentlich negativ über das Berufsbild äußern dürfen, ist mehr als fraglich.“

Mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen
Die ehrenamtliche Präsidentin des Verdi-Pflegerates Rheinland-Pfalz-Saarland, Silke Präfke, Personalrätin am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz, betont: „Wir als Pflegende engagieren uns, weil uns die soziale und ökonomische Lage der Pflegenden als auch der zu Pflegenden nicht egal ist. Pflege und das Sich-Einsetzen für die Rechte der Menschen sind für uns zwei Seiten einer Medaille. Die berufsrechtlichen Regelungen ergeben nur dann einen Sinn, wenn die Arbeitgeber sich an diese halten müssen. Juristische Person müssen mittelbar an das pflegerische Berufsrecht gebunden sein.“ Quetting ergänzt: „Unmenschliche Verhältnisse, die zur schlechten Pflege führen, hoher Arbeitsdruck, Überstunden, Einspringen an freien Tagen, zu wenig Zeit für Patientinnen und Patienten und vor allem fehlendes Personal sind die Kernprobleme. Wir brauchen mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt die Wertschätzung aller."




Stellenanzeige

img

Fachkraft (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld


Verdi fordert eine Woche Bildungsurlaub
Professionell zu pflegen bedeute stets den aktuellen Erkenntnisstand zu kennen und sich kritisch mit Fragen des Berufes auseinanderzusetzen. Deswegen müssten alle Einrichtungen verpflichtet werden, jedes Jahr eine Woche Bildungsurlaub für selbstbestimmte, unabhängige und kompetenzerhaltende Maßnahmen zu gewähren und zu bezahlen. „Nur so würde aus einer Pflicht ein tatsächliches Recht," stellt der Verdi-Pflegebeirat fest.

Pflegekräfte sollen mitreden
Verdi lehnt den Entwurf der Pflegekammer ab und verlangt eine Diskussion unter allen Pflegekräften im Land. „Vor einer solchen Diskussion darf keine Verabschiedung durch die Pflegekammer erfolgen", sagt Präfke abschließend. (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Politik


Müllgebühren steigen im Westerwaldkreis: Was der neue Kreishaushalt bringt

In der letzten Sitzung des Kreistages im Jahr 2025 wurden Entscheidungen für 2026 getroffen. Neben dem ...

FDP Westerwald: Neujahrsempfang mit Daniela Schmitt am 21. Januar

Die FDP Westerwald lädt am Mittwoch, 21. Januar, zu ihrem Neujahrsempfang ein. Als besonderer Gast wird ...

Haushalt 2026: Investitionen in Sicherheit, Bildung und Infrastruktur in der VG Hachenburg

Der Verbandsgemeinderat von Hachenburg hat den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Die Prioritäten ...

CDU-Bezirksparteitag in Andernach-Miesenbach: Kurswechsel in Rheinland-Pfalz im Visier

Beim CDU-Bezirksparteitag in Andernach-Miesenbach drehte sich alles um die Landtagswahl 2026. Der Ehrengast ...

Angespannter Finanzlage: Kreistag Westerwald beschließt Haushaltsplan 2026

Der Westerwälder Kreistag hat den Haushalt für das Jahr 2026 verabschiedet. Trotz enger finanzieller ...

Enspel: Diskussion zur Generationengerechtigkeit am 8. Januar

Die Senioren Union der CDU im Westerwaldkreis lädt zu einer spannenden Diskussionsveranstaltung ein. ...

Weitere Artikel


Schlagkräftige Strukturen für mehr Chancen im Tourismus

Die Verbesserung der touristischen Zusammenarbeit stand im Mittelpunkt des Treffens zwischen Landrat ...

Im Rausch der Farben: Bunte Werke locken in phantasievolle Welt

Rechtsanwalt Mike Janke, LL.M. freut sich, die Werke von Frau Ivonne Vogel im Zeitraum vom 7. September ...

Frauenwahlrecht: Rheinland-Pfalz hat gewählt – aber wie?

Die Kommunalwahlen liegen ein Vierteljahr zurück, die meisten Räte haben sich konstituiert. Zeit, auf ...

Kostenfreie geführte Wanderung in Grenzau

Seit Mai haben bereits 133 Gäste und Einheimische an den kostenfreien Wanderungen in 2019 teilgenommen ...

Weinfest: Genuss in der guten Stube von Hachenburg

Allen Freunden eines guten Tropfens, leckeren Gaumenfreuden und gemütlicher Unterhaltung ist dieser Termin ...

Einfälle gegen Unfälle: Malwettbewerb sucht Schülerideen zur Verkehrssicherheit

Die Unfallkasse Reinland-Pfalz ruft alle sechsten Klassen der allgemeinbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz ...

Werbung