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Nachricht vom 27.08.2019    

Hering und Machalet im Gespräch mit Kreisbauernverband

Der Vorstand des Kreisbauernverbandes Westerwald hat sich mit dem Präsidenten des Landtags Hendrik Hering und der Landtagsabgeordneten Tanja Machalet auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Peter Kunoth in Montabaur zu einem Gedankenaustausch getroffen. Der Bullenmast- und Ackerbaubetrieb der Familie Kunoth ist der letzte verbliebene Vollerwerbsbetrieb in der Kreisstadt Montabaur.

Ein Blühstreifen in der Nähe des Schwimmbades erfreut die Gesprächsteilnehmer mit bunten Farben: Landtagspräsident Hendrik Hering, Kreisvorsitzender Matthias Müller, Sören Müller, Landtagsabgeordnete Tanja Machalet, Peter Kunoth, Gudrun Franz-Greis, Hans-Georg Schmidt, Jens Erhardt, Leopold Munsch, Stefan Weyel. Foto: privat

Montabaur. Kunoth, stellvertretender Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, schilderte den Gästen, wie er vom Zukauf der Jungbullen über deren Fütterung bis hin zur Vermarktung über lokale Metzger und Schlachtunternehmen in regionalen Kreisläufen wirtschaftet. Das entspreche zwar dem gesellschaftlichen Idealbild der Rindfleischerzeugung, jedoch stehe dieser Betriebszweig bei einem derzeitigen Fleischpreis von circa drei Euro pro Kilogramm auf tönernen Füßen. Würden größere Investitionen in die Bullenmast erforderlich, würde der Betriebszweig schnell unrentabel.

In diesem Zusammenhang kritisierte der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Matthias Müller das sogenannte Mercosur-Freihandelsabkommen, welches den Zugang von südamerikanischem Rindfleisch in die EU erleichtert. Somit müssten auch Westerwälder Bauernfamilien die Zeche dafür zahlen, dass Autos, Maschinen und Chemieprodukte zollfrei nach Südamerika exportiert werden können. „Da in den Mercosur-Staaten nicht die hiesigen Standards für Landwirtschaft und Lebensmittel gelten, wird unsere nachhaltige Produktion zurückgedrängt und gleichzeitig der Raubbau am Regenwald in Südamerika gefördert“, so Müller.

Hering und Machalet brachen eine Lanze für die Westerwälder Landwirtschaft: „Was wir hier sehen, verdient höchste Wertschätzung. Im Westerwald wird die Landwirtschaft nachhaltig und im Einklang mit der Natur betrieben“, betonte der Hendrik Hering. Die Bereitschaft der Westerwälder Landwirtschaft, noch mehr Beiträge zum Naturschutz zu leisten, wurde auch an einem Blühstreifen deutlich, den Peter Kunoth am Rande eines Weizenfeldes in der Nähe des Schwimmbades angelegt hat: „Mit solchen Blühstreifen und etlichen weiteren Maßnahmen erfreuen wir Landwirte Mensch und Tier.“

Mit zwei wichtigen Anliegen wandte der Kreisvorstand sich an die beiden Landtagsabgeordneten: Aufgrund eines Mangels an Lehrkräften in Folge der Agrarverwaltungsreform von 2003 findet derzeit keine Fachschulausbildung am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Montabaur statt, obwohl die Schülerzahlen hierfür ausreichend wären.

Darüber hinaus zeigten sich die Westerwälder Landwirte enttäuscht darüber, dass das Landwirtschaftsministerium einen Projektvorschlag der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz für sogenannte Energieeffizienzberechnungen landwirtschaftlicher Betriebe nicht als förderwürdig im Rahmen einer sogenannten Europäischen Innovationspartnerschaft ausgewählt habe. An dem Projekt wollten sich auch Westerwälder Landwirtschaftsbetriebe beteiligen. (PM)


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