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Nachricht vom 19.08.2019 - 18:21 Uhr    

Weit mehr als nur Familiengeschichte …

Vor wenigen Wochen übernahm das Stadtarchiv Hachenburg Akten und Unterlagen aus dem Nachlass der ehemaligen Schreinerei und Möbelfabrik Meyer aus Altstadt. Dank der Vermittlung der Ortsvorsteherin von Altstadt, Anne Nink, kam es rasch zu einer ersten Kontaktaufnahme mit Frau Meyer, die darüber hinaus wichtige Detailinformationen zur Geschichte des Unternehmens bereitstellte.

Dr. Jens Friedhoff mit den Unterlagen der Firma Meyer. Foto: Stadt Hachenburg

Hachenburg. Im Zuge einer Umnutzung werden die Wohn- und Geschäftsräume der vormaligen Firma Meyer zurzeit modernisiert. Der ehemalige Traditionsbetrieb, der in seinen Glanzzeiten über eine mehr als 30-köpfige Belegschaft verfügte, blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1838 erwarb Peter Meyer (1820-1894), Sohn des in Nister ansässigen Drahtziehermeisters Johannes Meyer, das Haus Nummer 33 in Altstadt, wo er eine Schreinerei eröffnete. Rasch expandierte der Handwerksbetrieb. Es folgte der Ankauf von landwirtschaftlichen Nutzflächen, der Erwerb, des benachbarten Hauses sowie die Vergrößerung des Unternehmens.

Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges feierte die Schreinerei und Möbelfabrik Meyer, zu deren Kunden unter anderen das jüdische Warenhaus Simon Rosenau in Hachenburg und die Gemeinde Altstadt (1910/11 Bau der Schule) zählte, 1948 ihr 110-jähriges Jubiläum. Der nun neu zu verzeichnende Bestand des „Nachlass Meyer aus Altstadt“ umfasst unter anderem ein Lohnbuch von 1936, Auftragsbücher, deren erste Eintragungen bis in das Jahr 1888 zurückreichen, diverse Nachlassangelegenheiten der Familie Meyer (spätes 19. und frühes 20. Jahrhundert), Kataloge, die die Produktpalette der Möbelproduktion des Unternehmens dokumentieren sowie die Korrespondenz eines während der Zeit des Nationalsozialismus in die USA emigrierten Geschäftspartners.

Nach erfolgter Verzeichnung und Erschließung stehen die nicht nur für die Ortsgeschichte von Altstadt bemerkenswerten Archivalien interessierten Nutzern im Stadtarchiv Hachenburg zu Recherchezwecken zur Verfügung.

Abschließend sei Frau Meyer nochmals herzlich für die Überlassung des Nachlasses der Firma Meyer an das Stadtarchiv Hachenburg gedankt: Ein „Stück Altstädter Geschichte“ wurde der Vergessenheit entrissen und wird nun für die zukünftige ortsgeschichtliche Forschung erschlossen. (Dr. Jens Friedhoff)

Stadtarchiv Hachenburg; Perlengasse 2; D-57627 Hachenburg; j.friedhoff@stadtarchiv-hachenburg.de.



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