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Nachricht vom 16.07.2019    

Bilderbuch des Lebens

Albert Bendel gehört zu den Bürgern der Stadt Hachenburg, die sich in ihrem Berufsleben und darüber hinaus in vielfältiger Weise einen guten Namen gemacht haben. Als Innungsmeister der Maler- und Lackiererinnung war er nicht nur in den Berufskreisen anerkannt, sondern auch als engagierter Tüftler und Erfinder neuer Techniken für diesen Beruf geachtet und bewundert.

Albert Bendel. Fotos: Reinhard Panthel

Hachenburg. Immer dann, wenn Hilfe benötigt wurde, war Albert Bendel stets zur Stelle. Das ehrenamtliche Engagement und Hilfsbereitschaft waren ihm auf den Leib geschrieben. Unvergessen sein Engagement im Hachenburger Carnevalsverein HCV, dem er als Sitzungspräsident ein eindrucksvolles Markenzeichen gab: „...mit dem Pinsel in der Hand…“ trällerte er seine Lieblingsmelodie ins Mikrofon. Das ist nun alles schon lange vorbei… Er konnte zwischenzeitlich seinen 95. Geburtstag feiern.

Diese Vitalität ist nicht jedem seiner Altersgenossen vergönnt. Geblieben ist seine Begeisterung für seinen Beruf und sein neues Hobby, die Vergoldung aller denkmalgeschützten Gegenstände bis hin zu Dingen, die einfach nur „in Gold“ wirken. Zu Ostern verschenkte er goldene Eier, Bilderrahmen und Skulpturen. Nicht zuletzt der goldene Löwe auf dem Brunnen am alten Marktplatz erhielt durch Albert Bendel einen bleibenden Wert. Einmalig im Westerwald ist das „goldene Dachl“ am Hotel zur Krone, dem ältesten steinernen Gasthaus. Überall wo es was zu vergolden gab, war Albert Bendel zur Stelle.



Jüngst machte sich sein Alter bemerkbar und er musste ins Kurzzeitpflegeheim des DRK, weil seine jüngste Tochter Renate in Mainz lebt und die Tochter Marga den weiten Weg aus Brasilien auch nicht so einfach bewältigen kann. Einige Tage ging es ihm nicht so gut und er war traurig, dass er allein war und alle seine Hobbies ruhen mussten. Er vermisste seine vielen Aufenthalte auf der Burg Schloss Rheinfels, wo er schon fast zur Familie gehörte.

Dann hatte Tochter Renate eine Idee. Alle gesammelten Zeitungsausschnitte und Fotos aus der aktiven Zeit, auch aus der Fachpresse, heftete sie in einen Ordner und brachte sie beim jüngsten Besuch mit nach Hachenburg. Und siehe da: „Es geschah ein Wunder!“ Albert Bendel fasste wieder neuen Lebensmut und zeigt nun voller Stolz dem Personal und den Besuchern die „Bilanz seines Lebens“ - das war die beste Medizin zur Genesung. (PM)


Lokales: Hachenburg & Umgebung
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