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Nachricht vom 07.07.2019    

Hachenburger Burggarten verwandelte sich in ein Hunnenlager

Hans Reinhardt, König Attila der Westerwälder Hunnen, und seine Partnerin Marion Völkner als Königin Rekam hatten zum 3. Westerwälder Hunnentreffen nach Hachenburg eingeladen. Acht Hunnengruppen und eine Mongolengruppe, vorwiegend aus dem Köln-Bonner Raum, verwandelten den Burggarten in ein großes Hunnenlager. Bei freiem Eintritt konnten die Besucher am Hunnenleben und deren Gebräuchen teilhaben. Verschiedene Verkaufsstände boten teils mittelalterlichen Schmuck und Gebrauchsgegenstände an. Für das kulinarische Wohl war ebenfalls gesorgt. Ein buntes Rahmenprogramm mit Tänzen und einer Feuershow als Höhepunkt unterhielt die Gäste. Der Erlös der Veranstaltung kommt der Kinderkrebshilfe Gieleroth zugute.

Hunnenkönig mit Königin. (Foto: GRI)

Hachenburg. Am Wochenende (6. und 7. Juli) verwandelte sich der Burggarten in Hachenburg in ein mittelalterliches Hunnenlager aus Zelten, bunten Menschen, Kindern und interessiertem Publikum. Hans Reinhardt alias König Attila von den Westerwälder Hunnen und seine Partnerin Marion Völkner alias Königin Rekam hatten zum 3. Westerwälder Hunnentreffen in den Burggarten nach Hachenburg eingeladen. Sieben Hunnengruppen aus dem Köln-Bonner Raum und eine Gruppe aus Diez, sowie eine Mongolengruppe aus Köln hatten es sich in ihren historischen Zelten und Jurten gemütlich gemacht. Unter einem Sonnenschutz vor jedem Zelt waren Tische und Bänke aufgebaut. Dort verweilten die jeweiligen Gruppenmitglieder, zu der auch viele Kinder zählten, in interessanten Kostümen und Aufmachungen, um bei Spaß und Spiel dem Lagerleben beizuwohnen. Für ein mittelalterliches Markttreiben sorgten der Mix aus Verkaufsständen mit historischem Schmuck und Gebrauchsgegenständen sowie die Menschen in historischer Kleidung und die Besucher, die bei freiem Eintritt willkommen waren. Für das leibliche Wohl war durch einen Getränkepavillon mit Bierzelt, einer Imbissbude und einen Waffelstand bestens gesorgt. Kinder konnten sich auf einer Hüpfburg austoben oder sich nach Hunnenart schminken lassen. „Den Erlös dieser Veranstaltung“, so Hans Reinhardt, „spenden wir vollumfänglich an die Kinderkrebshilfe Gieleroth“. Dies war Anlass dazu, dass alle Mitwirkendem beim Rahmenprogramm kostenlos auftraten.

Feuershow war Höhepunkt des Unterhaltungsprogramms
Mit dem farbenfrohen Einmarsch der beteiligten Hunnengruppen und der Mongolengruppe aus Köln wurde das 3. Westerwälder Hunnentreffen am Samstagnachmittag eröffnet. Den Anfang der Programmpunkte machte die Tanzgruppe „Sarafi Tanz und Wahrsagery“ aus Bonn. Sechs orientalisch anmutende Damen zeigten einen Bauchtanz. Den Höhepunkt bildete eine Feuershow, die den Burggarten bei vorherrschender Dunkelheit in ein magisches Lichtermeer verwandelte. Sonntags trat neben der Tanzgruppe aus Kroppach die Tanzgruppe TSG Westerwald-Mittelrhein auf. Ein Dudelsackspieler unterhielt die Gäste mit schottischen Klängen. DJ Mike Gouda sorgte an allen Tagen für die musikalische Umrahmung des Veranstaltungsprogramms.

Neue Mitglieder sind stets willkommen
Wie Sabine Frings alias N’Kaara als Geschäftsführerin der Freien Hunnen Bonn erklärte, sind neue Mitglieder bei den Hunnengemeinschaften stets willkommen. Doch müssen Neumitglieder so manche Hürde überwinden. Bei der Hunnenhorde aus Diez, mit 60 Mitgliedern stärkste Hunnengruppe der Veranstaltung, fängt beispielsweise jedes neue Mitglied als Sklave ohne Name und ohne Besitz innerhalb der Gruppe an. Wie Fabian Weimar als Vertreter der Gruppe erklärte, muss sich der Sklave bewähren, indem er beispielsweise die Gruppenmitglieder bedient, Holz für das Lagerfeuer hackt, Wasser holt und den ungeliebten Abwasch macht. Hat er sich bewährt, wird ihm nach einem Jahr ein Name verliehen. Dann zählt er nicht mehr als Ding, sondern als Mensch, und darf innerhalb der Gemeinschaft auch Besitz haben. Danach steigt der Sklave zum Krieger auf. „Mit dem Krieger“, so Fabian Weimar, „beginnt der eigentliche Hunne“. Nun heißt es, sich in Kämpfen oder durch besondere Verdienste zu bewähren. Beginnend mit den Offiziersrängen beim Optio über den Centurio bis zum Tribun folgt als krönender Abschluss der Fürstentitel.

Spielmannszug „Stammtisch Kölner Drachenhort“
Dennoch scheint das Hunnenleben Spaß zu machen. Ein Beispiel dafür findet sich in der Hunnengemeinschaft „Stammtisch Kölner Drachenhort“. Denn die 15 bis 20 Mitglieder, die sich in ihrer Freizeit dem Hunnenleben verschrieben haben, sind in Hauptfunktion ein Spielmannszug aus Köln-Bickendorf, der während der Karnevalssession die Kölner Funken zu allen Karnevalsveranstaltungen begleitet. „Ausgleich für die anstrengende Session“, so Miriam Pohl alias Ildiko, Stammesfürstin der Kölner Hunnengemeinschaft, „bieten die Hunnenlager, bei denen wir gerne dabei sind“. Doch musikalisch betätigen sich die Kölner am Lagerleben nicht, denn die Instrumente haben die Mitglieder zuhause gelassen. „Alleine die beiden großen Trommeln des Spielmannszuges“, so Miriam Pohl, „würden den Gepäckbedarf eines Hunnenlagers sprengen.“ (GRI)



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