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Nachricht vom 14.06.2019    

IHK-Report zu Fachkräftemangel: Die Lage spitzt sich zu

Auch wenn der Fachkräftemangel bereits seit Jahren als größtes Geschäftsrisiko bewertet wird – jetzt spitzt sich die Lage zu. Dies ist das wichtigste Ergebnis einer erstmals landesweiten IHK-Umfrage zur Fachkräftesituation in den Unternehmen. Die aktuellen und die zukünftigen Entwicklungen bereiten den Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Rheinland-Pfalz große Sorge.

Rheinland-Pfalz. Die Umfrage haben die rheinland-pfälzischen IHKs gemeinsam mit dem Unternehmer Peter Hack, CEO der Hack AG in Kurtscheid, und der Wissenschaftlerin Prof. Christina Günther vorgestellt, die die Ergebnisse aus ihrer Perspektive spiegeln. „Deutlich wird: Es besteht Handlungsbedarf. Heute sehen sich bereits 60 Prozent der Unternehmen stark oder sehr stark vom Fachkräftemangel betroffen – in zehn Jahren steigt diese Quote auf 85 Prozent.

Das führt insbesondere zu einer steigenden Mehrbelastung der vorhandenen Belegschaft: Zwei Drittel der Unternehmen müssen die Arbeit auf weniger Köpfe verteilen. Mehr als die Hälfte kann Wachstumschancen nicht nutzen. Wir benötigen Rahmenbedingungen, die Unternehmern den Umgang mit dieser Herausforderung vereinfachen“, fasst Arne Rössel, Sprecher der IHK-
Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, zusammen. „Zwar werden überall Fachkräfte gesucht, besonders hervorzuheben sind jedoch die MINT-Berufe, bei denen zwei Drittel der Unternehmen Probleme haben, Stellen zu besetzen“, ergänzt Dirk Michel, Sprecher der IHK-Arbeitsgruppe Fachkräftesicherung Rheinland-Pfalz.

Prof. Christina Günther, Inhaberin des IHK-Lehrstuhls für kleine und mittlere Unternehmen an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar, fordert: „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel zu Weiterbildung und Qualifizierung, vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen. Die Halbwertzeit formaler Qualifikation reduziert sich in Zeiten von Digitalisierung und Technologisierung zunehmend. Noch sei das Verständnis von Bildung nicht flächendeckend auf zukünftige betriebliche Anforderungen eingestellt. Es brauche mehr Anreize und Unterstützung für Mitarbeiter und Unternehmen, um lebenslange Weiterqualifizierung zu fördern“. Das haben die rheinland-pfälzischen Unternehmen bereits erkannt und setzen Lebenslanges Lernen mit 73 Prozent auf die Spitzenposition der relevanten Trends in der Personalarbeit.



Dr. Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, verdeutlicht die Chancen der Ausbildung: „Nach wie vor ist die berufliche Qualifikation das Nadelöhr: 75 Prozent der Unternehmen haben akuten Bedarf an Mitarbeitern mit abgeschlossener Berufsausbildung, rund die Hälfte sucht zudem verstärkt nach Mitarbeitern mit Höherer Berufsbildung, wie zum Beispiel nach Industriemeistern. Für Mitarbeiter mit akademischer Bildung liegt dieser Wert nur bei 22 Prozent. Die demografische Entwicklung und der Drang an die Hochschulen verschärfen dieses Problem. Die Folge: Unternehmen fehlen die Fachkräfte, um mit gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen Schritt halten und im globalen Marktgeschehen weiterhin bestehen zu können.“

Den kompletten Fachkräftereport gibt es auf https://www.ihk-rlp.de/ unter der Dokumentennummer 4449742. (PM)


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