Werbung

Nachricht vom 13.06.2019    

Gewerkschaft will Job-Befristungen eindämmen

Trotz guter Lage am Arbeitsmarkt haben in der Region noch immer zu viele Menschen nur einen befristeten Job. Das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Die Gewerkschaft verweist dabei auf aktuelle Zahlen aus dem Mikrozensus. Danach haben derzeit rund 44.700 Beschäftigte im Raum Mittelrhein-Westerwald einen befristeten Arbeitsvertrag. Das soll sich ändern, fordert die IG Bau.

Die Uhr läuft: Befristete Jobs sind gerade unter Berufsstartern verbreitet. Das soll sich ändern, fordert die IG Bau. Die Gewerkschaft ruft die Bundesregierung auf, Zeitverträge gesetzlich zurückzudrängen. (Foto:IG Bau)

Region. Ihr Job hat ein Verfallsdatum – und das oft ohne jeden Grund: Trotz guter Lage am Arbeitsmarkt haben in der Region noch immer zu viele Menschen nur einen befristeten Job. Das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Die Gewerkschaft verweist dabei auf aktuelle Zahlen aus dem Mikrozensus. Danach haben derzeit rund 44.700 Beschäftigte im Raum Mittelrhein-Westerwald einen befristeten Arbeitsvertrag. Das sind 7,4 Prozent aller Arbeitnehmer in der Region. „Es kann nicht sein, dass Unternehmer trotz der guten Lage am Arbeitsmarkt weiterhin so stark auf Befristungen setzen. Die Bundesregierung muss jetzt mit ihrem Versprechen Ernst machen und Zeitverträge per Gesetz eindämmen“, fordert Walter Schneider von der IG Bau Koblenz-Bad Kreuznach.

Von Stelle zu Stelle hangeln

Anders als bei einer Schwangerschaftsvertretung oder einer Probezeit gibt es nach Beobachtung der Gewerkschaft häufig keine zwingenden Gründe für eine Befristung. „Gerade Berufsanfänger werden gern mit einem Job auf Zeit abgespeist. Sie müssen sich von Stelle zu Stelle hangeln“, kritisiert Schneider. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) waren im vergangenen Jahr bundesweit 38 Prozent aller Neueinstellungen befristet. „Wer als Berufsstarter eine Familie gründen oder einen Kredit für die eigene Wohnung oder fürs Auto bekommen will, der braucht keine Zitterpartie, sondern einen sicheren Job“, so der IG Bau-Bezirksvorsitzende. Die Gebäudereinigung zähle zu den Branchen, in denen Befristungen besonders verbreitet seien. Gerade Frauen litten hier unter wackeligen Arbeitsverhältnissen. „Statt des Prinzips Heuern und Feuern braucht es eine verlässliche Personalplanung“, so Schneider weiter.



Bundesregierung will Befristungen eindämmen
In ihrem Koalitionsvertrag haben Union und SPD festgeschrieben, Befristungen ohne konkreten Sachgrund – wie etwa eine Elternzeitvertretung – einzudämmen. In Betrieben mit mehr als 75 Beschäftigten sollen solche Zeitverträge demnach künftig auf maximal 2,5 Prozent der Belegschaft begrenzt werden. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will dazu noch vor der Sommerpause einen Gesetzentwurf vorlegen. Bislang ist die Befristung eines Arbeitsvertrages ohne sachlichen Grund prinzipiell bis zu zwei Jahre lang erlaubt. In diesem Zeitraum kann ein befristeter Arbeitsvertrag in der Regel maximal dreimal verlängert werden. (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Politik


Grünen-Politiker besuchen Rennerod: Nachhaltige Energie und Bio-Landwirtschaft im Fokus

Vertreter des Grünen Kreisverbandes Altenkirchen haben sich in Rennerod über zukunftsweisende Projekte ...

Neues Führungsteam bei der FWG-Fraktion in Bendorf

Die FWG-Fraktion im Bendorfer Stadtrat hat eine neue Leitung gewählt. Jörg Freisberg und Ulrich Hoppen ...

Bildungsdialog in Selters: Minister Sven Teuber im offenen Austausch

Beim Bildungsdialog in Selters stellte sich der rheinland-pfälzische Bildungsminister Sven Teuber den ...

Fortschritt statt Formulare: Politikgespräch zur Landtagswahl in Altenkirchen

Am Dienstag, 20. Januar, fand von 14 bis 17 Uhr bei der Firma WERIT in Altenkirchen ein Politikgespräch ...

CDU bleibt in Rheinland-Pfalz vorne - SPD holt auf

In Rheinland-Pfalz zeichnet sich zwei Monate vor der Landtagswahl ein spannender Wahlkampf ab. Die CDU ...

10,7 Millionen Euro für den Westerwald: Zukunftsprojekte starten

Die Verbandsgemeinden Bad Marienberg, Hachenburg und Westerburg erhalten eine Finanzspritze aus dem Regionalen ...

Weitere Artikel


Krankenhäuser Altenkirchen und Hachenburg: DRK will einen Standort

Die DRK-Krankenhäuser Altenkirchen und Hachenburg sollen an einem Standort zusammen geführt werden. Darüber ...

Motorradfahrer bei Verkehrsunfall schwer verletzt

Weil eine Autofahrerin beim Ausscheren zum Überholen übersah, dass sich ein Motorradfahrer bereits im ...

Erneut Motorradfahrer im Westerwaldkreis schwer verletzt

Gegen 14:30 Uhr ereignete sich auf der K 50 zwischen Neunkirchen und Elsoff ein Verkehrsunfall, bei dem ...

Heimatdichter im Gewölbe

Im Zeitalter von G5 gehen sie leider immer öfter unter, die Dichter der Region, die mit Wort und Bild ...

Halbseitige Sperrung der Kreuzung Hauptstraße / Westerwaldstraße

Am Montag, dem 17. Juni, wird ab 7 Uhr die Westerwaldstraße in Neuhäusel halbseitig für den Fahrzeugverkehr ...

Messerattacke in Ransbach-Baumbach: Tatverdächtiger festgenommen

Am Dienstag, 11. Juni, gegen 19.48 Uhr, wurde ein 23-jähriger Mann aus Ransbach-Baumbach bei einem Angriff ...

Werbung