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Nachricht vom 06.05.2019    

Betzdorfer trotzten dem Wetter: Frühlingsfest verkörpert Freude am Leben

Die alten Schätzchen in Lack und Chrom fuhren wieder vor, und die Besucherinnen und Besucher ließen sich auch von den widrigen Wetterprognosen nicht abschrecken und die gute Laune nehmen: Das Frühlingsfest der Aktionsgemeinschaft Betzdorf stand am Sonntag (5. Mai) wieder unter dem Motto „Oldtimer-City“, diesmal kombiniert mit karibischem Flair mit der Band „Rody Reyes“. Am Ende des Tages zeigte sich Christoph Weller, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft, sehr zufrieden: Obwohl das Wetter nicht gut gewesen sei, sei die Stadt trotzdem gut besucht gewesen.

Den erstmals für den schönsten Oldtimer vergebenen Pokal nahm Hans Achenbach (rechts) entgegen. An dem Bentley stellten Denis Hilger (links) und Christoph Weller mit auf. (Foto: tt)

Betzdorf. Auch wenn die Menschen am „Ersten“ noch bei Bilderbuchwetter und angenehmen Temperaturen in den Mai gestartet waren, so zeigte sich am Wochenende, dass der Wonnemonat auch anders kann: Samstags hatte es sogar geschneit. „Es ist selten, dass es Anfang Mai so frisch ist“, sagte Christoph Weller, als das Frühlingsfest, von der Aktionsgemeinschaft und der Stadt präsentiert, mit verkaufsoffenem Sonntag ausklang. Musikalisch setzte die Band „Rody Reyes“ mit karibischen Klängen den Schlusspunkt am Rathaus. Hier war das Frühlingsfest mittags vor dem ökumenischen Stadtgottesdienst offiziell eröffnet worden. Stadtbeigeordneter Michael Pagnia lenkte den Blick auf die Natur, die sich „in zarten Tönen und frischem Grün“ zeige. Die Farben würden heller und intensiver, und man halte sich gerne draußen auf und erfreue sich an den wärmenden Sonnenstrahlen.

Event im Doppelpack
„Eben diese Freude am Leben verkörpert das Frühlingsfest“, sagte Pagnia: „Es ist ein Event im Doppelpack.“ Die Aktionsgemeinschaft biete Unterhaltung vom Feinsten, verbunden mit einem besonderen Shopping-Erlebnis. Sich an den musikalischen Auftritten von Stadtkapelle und „Rody Reyes“ zu erfreuen, und nebenbei erleben, wie vielfältig und ausgefallen das Warenangebot in „unserer wunderschönen Stadt“ ist, das gab Pagnia den Besucherinnen und Besuchern mit auf den Weg. Der Einzelhandel hatten zum Frühlingsfest die Läden geöffnet, und Steffi Stieler, stellvertretende Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft, motivierte, sich in den Geschäften ganz ohne Stress umzuschauen und zu genießen. Mit dem Zuspruch zeigte sie sich schon zufrieden, als die Menschen mit dem Beginn des verkaufsoffenen Sonntags durch die Innenstadt schlenderten.

Auch diesmal wurde mit einem Gottesdienst in das Frühlingsfest gestartet. Anhand der biblischen Geschichte vom barmherzigen Samariter stellte Jugendreferent Eckart Weiss heraus: „Immer wenn ein Mensch in deiner Nähe ist, der Hilfe braucht, dann sollst du helfen.“ Katharina Franz, die durch den Gottesdienst führte, motivierte, den Sonnenschein, der durch die Wolken bricht, und das Fest zu genießen. Wenngleich es am Sonntag eindeutig kein T-Shirt-Wetter-war, so hatten die Sonnenstrahlen schon Kraft. Allerdings schoben sich hier und da bleigraue Wolken davor, und ganz ohne Regentropfen kam das Frühlingsfest dann doch nicht aus. Nach dem Gottesdienst erfreute die 111 Jahre alte Stadtkapelle unter der Leitung von Vizekapellmeister André Becker mit ihren vielfältigen Melodien. Aufgrund des Wetters habe es Absagen beim Kreativmarkt gegeben, der entlang der Wilhelmsgasse vorgesehen war, berichtete Organisator Denis Hilger (Hilger Event). Die erschienenen Stände seien in der kulinarischen Meile an der Bahnhofstraße untergebracht worden.

Und Alt und Jung aus nah und fern kamen in die Stadt, und mit den Sonnenstrahlen chauffierten die Besitzer von Oldtimern ihre Schätzchen herbei. Auf dem Expert-Parkplatz hatte sich zum Beispiel Lars Schmidt aus Wallmenroth dazu gesellt, mit seinem Opel Ascona. 40 Jahre hat das Auto auf dem Buckel, und Schmidt verdeutlichte: „Das Auto sieht Wasser nur bei der Handwäsche.“ Weitestgehend blieb es beim Frühlingsfest auch trocken, bis auf zwei Schauer. Die erlebte auch das wahrscheinlich älteste ausgestellte Vehikel: Der 94 Jahre alter Chrysler Typ F58 war an der Bahnhofstraße ausgestellt. Hier zogen weiter eine „Ente“ (Citroen 2CV), zwei Cadillacs und ein „Mini“ die Blicke auf sich. Von dort aus kam man auch zu den Classic-Camping-Freunden, die diesmal auf dem Parkdeck an der Viktoriastraße Einblicke in das historisch-nostalgische Campen gaben, zum Beispiel mit alten Wohnwagen. Es war zum Beispiel ein Heckflossen-Mercedes vor einen „Queck“-Wohnwagen Lausitz 310 gespannt.



Oldtimerfreunde kamen auf ihre Kosten
An der Viktoriastraße gab es auch Spiel und Spaß für die Kinder. Kinderschminken und Riesenseifenblasenziehen kam gut an. Bei „Digitales Betzdorf“ bekamen Interessierte eine virtuelle Brille aufgesetzt. Im virtuellen Fahrstuhl ging es hoch hinaus, um dann über eine schmale Planke in scheinbar schwindelerregender Höhe zu balancieren. Beim Frühlingsfest war die Fußgängerbrücke am Busbahnhof aufgrund der laufenden Sanierung gesperrt, sodass der Besucher über die Bahnhofstraße und die Fußgängerbrücke parallel zur den Bahngleisen auf den Expert-Parkplatz kamen. Hier waren Oldtimer ausgestellt, die auch mit den weiteren alten Schätzchen in der Stadt bewertet wurden. Scheinbar ewig lang war die Haube eines Ford „Cougar“, und ein alter, tiefer gelegter VW-Käfer hatte alte Skier von Annodazumal über der Motorhaube befestigt und einen Koffer auf dem Dachgepäckträger. Imposant ragte die Pritsche des Fahrzeugs von Niklas Ermert steil empor. Der Biersdorfer präsentierte mit seinem T2-Pritschenkipper etwas Besonderes. 1978 bei VW vom Band gerollt, hatte Ermert das Fahrzeug in 600 Stunden restauriert. Die Arbeiten waren vor einer Woche fertig gestellt worden, und so gab es diese schmucke Teil beim Fest zu sehen.

Auch dieses Fahrzeug nahm eine Jury in Augenschein. Denn erstmals wurde beim Frühlingsfest der „schönste Oldtimer“ prämiert. Begleitet von Organisator Hilger schauten die Juroren Jochen Ermert (Kamp Autohaus) und Henning Bingel (Classicpark) den Autos auf den Lack und die Karosserie. Kriterien, die in die Bewertung einflossen, waren unter anderem Zustand und Exklusivität, aber auch, welche Emotionen ein Fahrzeug hervorruft, skizzierte Hilger bei der Prämierung. 43 Oldtimer waren bewertet worden, aber es seien mehr zum Frühlingsfest gekommen, so der Organisator. Prämiert wurde an der Bühne auf dem Rathausvorplatz. Hierfür waren ein Opel Ascona A, ein Cadillac und ein Bentley MKVI vor der Rampe aufgereiht, während oben die Band „Rody Reyes“ aus Hachenburg noch ambitioniert mit ihren karibischen Klänge auf ihre Art für sonniges Flair sorgte.

Als schönster Oldtimer wurde der Bentley von Hans Achenbach aus Alsdorf prämiert: Weller überreichten den Pokal. Keinen Pokal, dafür aber von den Einzelhändlern zur Verfügung gestellte Sachpreise und Gutscheine wurden unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlost, die sich an der Oldtimer-Rätsel-Rallye beteiligten. An den ausgestellten Fahrzeugen in der Innenstadt waren Buchstaben angebracht. In der richtigen Reihenfolge ergaben sie das Lösungswort. Als Glücksfee holte der Vorsitzende Martina Kahlke aus Betzdorf zu sich auf die Bühne, die die Teilnahmekarten zog. Nach Prämierung und Verlosung war noch nicht Schluss: Der Sänger von „Rody Reyes“ kam von der Bühne und sang im roten Cadillac-Cabrio sitzenden und von seinen Musikerkollegen begleitet das ohrgängige Lied „Chan Chan“, das wohl jeder vom „Buena Vista Social Club“ kennt und für gute Laune sorgte. (tt)


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