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Nachricht vom 25.04.2019    

Kein Industriegebiet und Logistikzentrum im Naturerbe Stegskopf

Die Umweltverbände Naturschutzinitiative e.V. (NI) und Pollichia e.V. fordern: Kein Industriegebiet und Logistikzentrum mitten im Nationalen Naturerbe Stegskopf. Keine Zerstörung des Landschaftsbildes und Verschlechterung des Lebensraumes schutzbedeutender Tierarten wie Schwarzstorch, Rotmilan, Wildkatze und Fledermäuse!

Wertvoller Buchenwald mit Alt- und Totholz im NNE Stegskopf. Fotos: Harry Neumann/NI

Qurinbach/Emmerzhausen. Die Ortsgemeinde Emmerzhausen im nördlichen Rheinland-Pfalz will mitten im Nationalen Naturerbe Stegskopf, umgeben von einem europäischen FFH- und Vogelschutzgebiet und Naturschutzgebieten, mit Hilfe eines Investors ein riesiges Industrie- und Gewerbegebiet auf einer Fläche von fast 50 Hektar errichten. Das entspricht circa 125 Fußballfeldern.

Die Entscheidung der Ortsgemeinde Emmerzhausen bestätigt die Befürchtungen der Naturschutzinitiative e.V. (NI), dass hier der Naturschutz inmitten eines ökologischen Juwels und landesweiten „Hotspot der Biologischen Vielfalt“ offensichtlich kaum eine Rolle spielt.

„Ein Logistikzentrum mitten in einem Nationalen Naturerbe, einem europäischen FFH- und Vogelschutzgebiet und umgeben von Naturschutzgebieten können wir uns nicht vorstellen und werden wir auch nicht akzeptieren. Europäische Schutzgebiete dienen dem Schutz der Lebensräume, der Arten sowie der Biotopvernetzung und nicht ihrer Industrialisierung“, erklärte Harry Neumann, Landesvorsitzender des anerkannten Umweltverbandes Naturschutzinitiative e.V. (NI) und Sprecher der Pollichia e.V. für den Stegskopf.

„Auch hinsichtlich des Landschaftsbildes sehen wir keine Vereinbarkeit der von Abgelegenheit und Wildheit geprägten Naturerbefläche mit einem Industriegebiet“, so Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI.

So die Bausubstanz nicht zu retten ist, würde es sich für die Firma Revikon anbieten, den Lagerbereich im Zuge von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen naturverträglich zurückzubauen oder einem Ökokonto zuzuführen. Die beste Lösung wäre in Anbetracht der ökologischen Wertigkeit des gesamten Gebietes die Eingliederung in das Nationale Naturerbe. Für ein grundsätzlich zu begrüßendes Besucher- und Informationszentrum sollte ein Teil der Baracken erhalten werden.

Auch der Mob-Stützpunkt, für den andere Nutzungen geplant sind, ist umgeben von europäischen Natura 2000 Schutzgebieten und Naturschutzgebieten. Dieser sollte eine gleiche Behandlung erfahren.

„Wir werden sehr genau prüfen, ob die hier beabsichtigten Vorhaben mit dem Schutzzweck der europäischen Schutzgebiete und dem Natur- und Artenschutz in Einklang stehen. Falls nicht, werden wir den Klageweg beschreiten“, betonte Gabriele Neumann als Vorstand der NI und als Sprecherin des Arbeitskreises „Wildkatze und Säugetiere“ der Pollichia e.V.

„Der gesamte Stegskopf ist als Einheit zu sehen. Im Zeitalter des Insektensterbens, des dramatischen Verlustes an Biologischer Vielfalt und des Artenschwundes muss der Natur- und Artenschutz in solch wertvollen Gebieten oberste Priorität haben.

Weitere Versiegelungen stehen auch nicht im Einklang mit der Nationalen Biodiversitätsstrategie“, so Landesvorsitzender Harry Neumann und Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI.


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