Werbung

Nachricht vom 20.04.2019    

Musik zur Sterbestunde

In ihrem 20. Gründungsjahr lud die Dekanatskantorei Montabaur – sie ist der Kammerchor des Evangelischen Dekanates Westerwald – traditionell zur „Musik zur Sterbestunde“ an Karfreitag in die Evangelische Lutherkirche in der Wäller Kreisstadt ein.

Die Dekanatskantorei Montabaur lud traditionell zur „Musik zur Sterbestunde“ ein. Foto: Dr. Dirk Schawaller

Montabaur. Gemeinsam mit der Cappella Taboris – dem Vokalensemble des Evangelischen Dekanates Westerwald – und den Musikerinnen des Orchesters gestalteten die Sängerinnen und Sänger ein weiteres Kantatenkonzert unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller, das sich mit dem Passionsgeschehen musikalisch wie textlich auseinandersetzt.

„Meinen Jesum lass ich nicht“ – mit dieser Zeile eines bekannten Kirchenliedes charakterisiert der A-Musiker die theologisch-inhaltliche Ausrichtung des Karfreitagskonzertes, das mit der Kantate „Herr, wenn ich nur dich habe“ von Friedrich Wilhelm Zachow (1663 - 1712) für Soli, Chor, Streicher und Basso continuo eröffnet wurde. In dieser sehr polyphonen Komposition verlangt Zachow in vielfacher Hinsicht erfahrene Sängerinnen und Sänger, die die lebendige Musik adäquat umzusetzen vermögen.

Ihr folgte die archaisch anmutende Aria „Jesu, meines Lebens Leben“, eine Chaconne aus der Komponistenwerkstatt des norddeutschen Tonschöpfers Dietrich Buxtehude (1637 - 1707) für solistisch besetzten Sopran, Alt, Tenor, Bass, Streicher, Blockflöten und Basso continuo. Angelika Wies (Sopran), Monika Schlößer (Alt), Hildegard Sthamer (Tenor) und Ingo Jungbluth (Bass) zeigten sich dabei von großer Stimmkultur mit deutlichem Artikulationsvermögen und kammermusikalischer Dialogfähigkeit.

Über einem gleichbleibenden Bass entfaltet Buxtehude einen variationsreichen Chorsatz, den die Cappella sicher und souverän sang. Mit den zwei Motetten „Halt, was du hast“ und „Herr, du lässest mich erfahren“ für jeweils achtstimmigen Doppelchor und Basso continuo von Johann Michael Bach (1648 - 1694) begaben sich Dekanatskantorei und Cappella in ein prächtiges klangliches Zwiegespräch, bei dem Monika Bathon als zuverlässige Codirigentin wirkte. Beide Ensembles sangen sich alternierend und – als große Steigerung – gemeinsam bei hoher rhythmischer und intonatorischer Sicherheit die frühbarocke Musik zu.

Dazu bildete die sehr kammermusikalisch-filigrane Kantate „Jesu, meine Freude“ für Soli, Streicher und Basso continuo des Lübecker Komponisten Dietrich Buxtehude (1637 - 1707) einen bewussten Gegensatz. Im Orchester wirkten als bereits mehrfach bewährte Musikerinnen Cornelia Heppner (Violine I), Marie Hesse (Violine II), Sophie Jungbluth (Viola da braccia I), Anne-Rose Selbach (Viola da braccia II), Anneke Jung (Violoncello), Gudula Marxsen (Kontrabass), Andrea Scheugenpflug (Blockflöte I), Lydia Neumann (Blockflöte II) und Susanne Schawaller (Orgel).

Die Instrumentalistinnen wussten ebenso solistisch-präsent wie begleitend zu musizieren und waren von rhythmischen Souveränität und bester Intonation geprägt. Abgeschlossen wurde die Karfreitagsmusik mit einer weiteren Komposition von Friedrich Wilhelm Zachow, des Lehrers von Georg Friedrich Händel: mit der Kantate „Siehe, ich bin bei euch“ für Soli, Chor, Streicher, Blockflöten und Basso continuo wagten die Ausführenden bereits einen kleinen Blick über Jesu Tod hinaus zu seiner österlichen Auferstehung. Anstelle eines Applauses erhoben sich die Zuhörerinnen und Zuhörer des Karfreitagskonzertes andachtsvoll schweigend und dankten so allen Aktiven für die ergreifende Musik zur Sterbestunde.


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!


Kommentare zu: Musik zur Sterbestunde

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Einbrechern den Kampf angesagt – Große Polizeikontrolle

VIDEO | Das Thema Einbruch bewegt und verunsichert, da die Täter in einen sehr intimen Lebensbereich, die eigenen vier Wände, eindringen. Das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit im eigenen Zuhause geht ebenso verloren, wie das Diebesgut. Zur Bekämpfung der Wohnungseinbrüche im Westerwald führte die Polizei Kontrollen an Autobahnabfahrten durch. Wir waren mit der Filmkamera dabei.


Mit 1,51 Promille auf Parkplatz der A 3 stehen geblieben

Am Donnerstag, den 23. Januar, gegen 22 Uhr wurde der Polizeiautobahnstation Montabaur ein Pannen-PKW gemeldet, welcher äußerst gefährlich im Bereich des Beschleunigungsstreifens des Parkplatzes Landsberg an der Warthe (Gemarkung Sessenhausen), Richtung A 3/Köln stehe.


Kurier-Leser sprechen sich für wiederkehrende Beiträge aus

Die rheinland-pfälzische Landesregierung will Einmalzahlungen für Straßenausbaubeiträge abschaffen. Dabei scheiden sich am Beitragssystem die Geister – auch unter unseren Lesern. Im Rahmen einer nicht repräsentativen Umfrage auf den Facebook-Seiten des AK-, WW- und NR-Kuriers werden die jeweiligen Argumente dafür und dagegen angeführt.


Generationenwechsel bei Förderverein der Feuerwehr Krümmel-Sessenhausen

Unter besonderen Vorzeichen stand die jährliche Mitgliederversammlung am 18. Januar im Dorfgemeinschaftshaus von Krümmel. Rund 40 aktive und inaktive Mitglieder wurden vom amtierenden 1. Vorsitzenden Günter Siebert begrüßt. Der neue Wehrführer Michael Pleitgen blickte in seinem darauffolgenden Bericht auf ein intensives aber auch erfolgreiches Jahr mit 107 geleisteten Diensten, darunter 17 Einsätze zurück.


70-jähriger Lkw-Fahrer rammt alkoholisiert zwei geparkte Sattelzüge

Gewaltigen Sachschaden richtete ein älterer Brummi-Fahrer aus Litauen an, der auf dem Parkplatz eines Autohofs bei Mogendorf zwei geparkte Sattelzüge rammte. Danach fuhr er noch über einen großen Findling, bevor er vor dem Wald zum Stehen kam. Ursächlich für die unfallträchtige Fahrt war der Alkoholkonsum des Fahrers, der ihn seinen Führerschein kostete.




Aktuelle Artikel aus der Kultur


DSDS mit Amy Marleen Pinkel aus Westernohe

Westernohe. Amy Marleen kommt aus dem Westerwald, wohnt dort noch bei ihren Eltern und singt mit ihrer musikalischen Familie ...

Holocaust Gedenkabend mit Liedern, Gedichten und persönlichen Schicksalen

Limbach. Der Abend wird zum einen von Dr. Peter Thomas gestaltet. Mit Gedichten von Selma Meerbaum-Eisinger und Ilse Weber, ...

Somesongs unterstützen Westerburger Tafel

Westerburg. Die Tafel in Westerburg wird von rund 50 Menschen ehrenamtlich betrieben und versorgt rund 280 Menschen mit Lebensmitteln. ...

Andrew Lloyd Webber Musical Gala

Ransbach-Baumbach. Seit zwei Jahren begeistert diese Show Zuschauer in Deutschland, in der Schweiz, in Österreich, Italien, ...

Kunstforum Westerwald stellt im Kulturhaus Hamm aus

Hamm. 14 Künstlerinnen und Künstler stellen Öl-, Aquarell- und Acrylbilder, Tonplastiken, Holzskulpturen und Drahtskulpturen ...

Szenische Lesung widmet sich dem Hass auf Juden

Wahlrod. Am 26. Januar wechseln sich historische Augenzeugenberichte, Sagen und Gedichte mit Theaterszenen und Bildprojektionen ...

Weitere Artikel


Miquel knutscht, Benita zickt rum: Ein Besuch beim Casa de la Lama

Katzwinkel. Die Presse wird schon erwartet im Casa de la Lama in Katzwinkel. Nein, nicht von Sylvia Happ, der Besitzerin ...

WW-Lit: Annegret Held macht „Heimat Westerwald“ zum Thema

Unkel/Region. „Heimat Westerwald“ ist der Titel einer Veranstaltung der Westerwälder Literaturtage (WW-Lit) mit der Wäller ...

Radfahrer wurde bei Verkehrsunfall tödlich verletzt

Hachenburg/Steinebach an der Wied. Am Samstag, 20. April, gegen 15.30 Uhr, kam es auf der Landstraße 292 zwischen Hachenburg ...

Optimale Diagnostik am Standort Limburg konzentriert

Limburg. Chefarzt Prof. Dr. Stephan Steiner: „Durch die gute Kooperation mit dem Team der Radiologie können wir jetzt optimale ...

Ostern unterwegs: Was ist los in der Region?

Kreisgebiet/Region. „Sonne satt“ versprechen die Wettervorhersagen für die Ostertage. Beste Aussichten also für größere und ...

Spenden für neuen AWO-Bus

Wirges. SPD-Stadtbürgermeisterkandidatin Sylvia Bijjou-Schwickert spendete und veröffentlichte daraufhin einen kurzen Online-Beitrag ...

Werbung