Werbung

Region | - keine Angabe -


Nachricht vom 19.04.2019 - 21:33 Uhr    

Hohler Lerchensporn verwandelt Wald in bunten Blütenteppich

Ein anmutiger Anblick sind die die dichten Bestände der weißen und purpurfarbigen Blüten des Hohlen Lerchensporns im „Naturschutzgebiet Holzbachschlucht“ im Westerwald. Sie gehören zu den sogenannten Geophyten, den Erdpflanzen und sind optimal an die besonderen Lichtbedingungen im zeitigen Frühjahr angepasst.

Hohler Lerchensporn im Naturschutzgebiet Holzbachschlucht im Westerwald. Foto: Harry Neumann

Westerwaldkreis. Mit ihren unterirdischen Speicher- und Erneuerungsorganen haben sie in der vergangenen Vegetationsperiode Nährstoffe angesammelt.
Meist sind es Zwiebel- und Knollenpflanzen, die schon im Vorjahr die Nährstoffe für die Blütezeit gespeichert haben und meist schon Blüte und Blatt im Schutz dieser Organe vorgebildet haben.

Bei steigenden Temperaturen können diese in kurzer Zeit nach oben geschoben werden. Dann sind diese Blütenteppiche auch erste Nahrung für Bienen und andere Insekten, die diese Pflanzen bestäuben.

Die Zeit nach der Blüte bis zur Vollbeschattung ist natürlich auch wieder intensiv zu nutzen. Es sind wieder Nährstoffe zu speichern, neue Tochterzwiebeln oder Knollen zu bilden und am Ende die Früchte auf die Reise zu schicken.
Als „Postboten“ nutzen viele Geophyten übrigens Ameisen. Als Gegenleistung für eine gewisse Transportleistung werden bei diesen Pflanzen dann für Ameisen wohlschmeckende Anhängsel an den Samen gebildet, „Elaiosomen“ im Sprachgebrauch der Botaniker. Da die Ameisen nichts vor Ort verzehren, sondern erst einmal in Richtung Bau schleppen, ist diese Verbreitungsform recht effektiv.

Mit einsetzender Belaubung und damit verbundener Beschattung des Waldbodens geben die Geophyten ihre oberirdischen Teile auf, existieren aber im Boden weiter, um ihre Speicherorgane zuvor erneut mit Vorräten für das kommende Frühjahr gefüllt zu haben. Frühblüher mit Speicherorganen sind beispielsweise Buschwindröschen und gelbe Anemonen mit ihren Wurzelstöcken, Hohler Lerchensporn sowie der nach Knoblauch duftende Bärlauch mit seinen Zwiebeln.

Ein abschließender Tipp vom Biologen Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI, für die Gärtner: „Um den Blütenteppich auf dem heimischen Rasen zu erhalten und zu vergrößern, warten Sie möglichst lange mit dem ersten Rasenschnitt oder erzeugen Sie ein Mosaik aus genutzten Rasenflächen und bunten Wiesenflächen, die erst spät, teils im Juni, Juli oder sogar August erstmals gemäht werden. Nicht nur die Schneeglöckchen, sondern eine Vielzahl mittlerweile bedrohter Blütenpflanzen und Insekten werden Ihnen das danken.“ „Und noch eine Bitte“, so Immo Vollmer: „Bitte versorgen Sie sich für Ihre Gärten nicht mit Pflanzen aus der Natur. Sie werden für die dortige Lebensgemeinschaft gebraucht.“



Interessante Artikel




Kommentare zu: Hohler Lerchensporn verwandelt Wald in bunten Blütenteppich

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Region


Senioren erinnerten sich an große Feste in Selters

Selters. Dass die Selterser Feste feiern können, wurde deutlich an vielen Fotos zu Weihnachten, Karneval, Kirmes und den ...

Klosterrunde - Geführte Radtour durch den Hachenburger Westerwald

Hachenburg. Die Mitarbeiter der Tourist-Information Hachenburger Westerwald freuen sich auf zahlreiche Teilnehmer.

Es ...

Willkommen beim Wettbewerb "Jugend musiziert" 2020

Region. "Jugend musiziert" bietet dazu jedes Jahr wechselnde Solo- und Ensemblekategorien an, das Vorspielprogramm besteht ...

Dekanatsfrauengottesdienst will Frauen stärken

Wallmerod. In diesem Gottesdienst von Frauen für Frauen ging es darum, verborgene Fähigkeiten zu entdecken und zu aktivieren. ...

Telefon-Hotline: Wie schädlich sind Energydrinks für Kinder?

Montabaur. „Gerade für Heranwachsende sind aufputschende Softdrinks bedenklich“, warnt Alexander Greco von der DAK-Gesundheit ...

Neuer Einführungskurs „Betreuungsrecht und seine Praxis“

Wirges/Montabaur. Dieses Amt erfordert einige rechtliche Kenntnisse. Gerade jetzt, da wieder eine Gesetzesänderung zum Jahreswechsel ...

Weitere Artikel


In Montabaur und Herschbach starten „Glaubens-Grundkurse“

Herschbach/Montabaur. Und er ist ein Erfolgsmodell: Bislang haben weltweit rund 25 Millionen Menschen teilgenommen. Demnächst ...

Arbeiten am Stromnetz: Staudt am 5. Mai zeitweise ohne elektrische Energie

Staudt. . Dadurch kann es im Umkreis des Gebiets auch zu Beeinträchtigungen im Telekommunikationsnetz kommen, die sowohl ...

Spenden für neuen AWO-Bus

Wirges. SPD-Stadtbürgermeisterkandidatin Sylvia Bijjou-Schwickert spendete und veröffentlichte daraufhin einen kurzen Online-Beitrag ...

Inklusionsdisco für Menschen mit und ohne Behinderung

Westerburg/Koblenz. Eingeladen sind alle, die gerne tanzen, feiern und mit anderen Musik hören. Die Veranstaltung findet ...

Energietipp: Heizungspumpe - Stromfresser im Keller

Region. Die „LEDs“ unter den Heizungspumpen sind Hocheffizienzpumpen. Mit 10 bis 20 Watt benötigen sie nur einen Bruchteil ...

Paddeln gegen Brustkrebs – wer will trainieren oder mitmachen?

Limburg. Es gibt keinerlei Eingangsvoraussetzungen: Weder muss man paddeln können, noch von Brustkrebs betroffen sein, um ...

Werbung