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Politik | - keine Angabe -


Nachricht vom 11.04.2019    

Erneut toter Rotmilan auf der Kalteiche gefunden

MEINUNG | Es ist nach 2017 und 2018 der dritte tote Rotmilan, der Anfang April unter den Windrädern des Windparks Kalteiche gefunden wurde. Nun schlägt die Naturschutzinitiative e.V. (NI) Alarm und fordert den Rückbau der Windkraftanlagen. Der erneute Totfund zeige das nicht zu verantwortende Risiko der Nutzung von Windkraft auf dem Höhenzug der Kalteiche.

Ein toter Rotmilan vor der Windkraftanlage auf dem Höhenzug Kalteiche. (Foto: Christian Kosch)

Wilnsdorf. Anfang April fand der Wilnsdorfer Christian Kosch beim Spaziergang unter dem Windpark Kalteiche und im Dreiländereck von Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz einen toten Rotmilan. Auf Anraten des herbeigerufenen Christian Boch wurde das Tier dem Länder- und Fachbeirat der Naturschutzinitiative e.V. (NI), Peter Draeger aus Wilnsdorf, übergeben. Draeger kennt leider die dann ablaufenden Verfahrensschritte: „Es ist nach 2017 und 2018 nun der dritte tote Rotmilan, den wir unter den Windrädern des Windparks Kalteiche forttragen mussten“, so der NI-Vertreter. Er stimmte sich mit den zuständigen Behörden ab und brachte das Tier zur Untersuchung und Dokumentation in eine tierärztliche Praxis.

Bislang nur Zufallsfunde
Diplom-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI, führt zur Bedeutung des Gebietes aus, dass der Höhenzug der Kalteiche ein Gebiet sei, welches für den Fortbestand von schlaggefährdeten Arten wie Rotmilan, Schwarzstorch, Wespenbussard und Mäusebussard eine überragende Bedeutung hat, da hier alle Arten auf engstem Raum zusammen vorkommen. Zudem ist es ein länderübergreifender Vernetzungskorridor für zahlreiche Wildtiere wie Luchs, Wildkatze und Haselhuhn. Zu bedenken ist laut NI auch, dass dieser Fund wie die zwei vorhergehenden lediglich Zufallsfunde sind, da der Windpark nicht regelmäßig abgesucht wird. Biologe Vollmer vermutet deshalb, dass die tatsächliche Totschlagsrate an diesem Windpark noch deutlich höher liegen dürfte. Nach Vollmer gibt diese Häufung von Totschlagsereignissen an der Kalteiche einen deutlichen Hinweis, dass mit dem hiesigen Betrieb der Windenergieanlagen sich der Erhaltungszustand der lokalen Population der europaweit streng geschützten Art Rotmilan verschlechtert. Dieses ist nach EU-Vogelschutzrichtlinie nicht zulässig.

NI fordert Windkraft-Rückbau
Der erneute Totfund zeige das nicht zu verantwortende Risiko der Nutzung von Windkraft auf dem Höhenzug der Kalteiche auf, so Harry Neumann, Landesvorsitzender der Naturschutzinitiative. „Spätestens jetzt müsste den Verantwortlichen in den Behörden klar die Augen aufgehen. Die NI fordert als notwendige weitere Schritte einen Rückbau der hier stehenden Anlagen und als Sofortmaßnahme eine Abschaltung der Anlagen zur Tagzeit bis zum Rückflug der Tiere in ihre Überwinterungsgebiete“, so Neumann weiter. Nach Harry Neumann und Immo Vollmer sollte der Vorfall den Behörden jetzt klar aufzeigen, dass umgehend gehandelt werden müsse und weitere Anlagen auf der Kalteiche, egal ob in NRW oder Hessen, nicht genehmigungsfähig sind. „Dies würden wir ohnehin nicht klaglos hinnehmen“, so der Landesvorsitzende Neumann. (PM)



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