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Nachricht vom 09.04.2019    

Großdemo vor der Europa- und Kommunalwahl in Koblenz

Acht Tage vor der Wahl gehen zahlreiche ökologische, demokratische und soziale Gruppierungen in Koblenz auf die Straße. Am 18. Mai wird es ab 14 Uhr eine gemeinsame Großdemo in der Innenstadt geben. Mit dabei sind neben jungen Menschen von „Fridays for future“ unter anderen der BUND, der DGB und einige seiner Mitgliedsgewerkschaften, Greenpeace, Naturfreunde, Pulse of Europe, das Bündnis Klimaschutz Mittelrhein und kirchliche Gruppen. Zusammen fordern sie deutlich mehr Anstrengungen für den Klimaschutz und eine Stärkung einer nachhaltigen und zugleich sozial gerechten Politik.

Demonstration in Koblenz. Fotos: Veranstalter

Region. „Rassistische, nationalistische und autoritäre Kräfte dürfen bei uns und in Europa nicht weiter vordringen, damit Demokratie und Frieden keinen Schaden nehmen. Gehen Sie darum unbedingt am 26. Mai zur Wahl und sichern Sie die Zukunft kommender Generationen“, appelliert Versammlungsleiter Egbert Bialk an die Wählerinnen und Wähler. Julika Sandrieser, aktiv bei Schülerdemos und mehreren Umweltverbänden, verlangt einen konsequenten Vorrang des Klimaschutzes bei allen politischen Entscheidungen; denn: „Ihr klaut gerade meine Zukunft, und damit werde ich mich nicht abfinden. Ich werde mich so lange beschweren, bis endlich Maßnahmen getroffen werden.“

Dr. Thomas Bernhard vom BUND Koblenz/Neuwied ergänzt: „Um die schlimmste Erderhitzung zu verhindern, muss der CO2-Ausstoß bis 2029 halbiert sein - da bleibt keine Zeit mehr für halbherzige, lobbykonforme Politik. Wir brauchen lokal, deutschland- und EU-weit entschiedenes und schnelles Handeln und klare Klimagesetze." David Schüler von Greenpeace begrüßt die beispielhaften, lauten Klima-Aktivitäten der Jugend: „Wir Erwachsenen sollten uns daran ein Beispiel nehmen, für uns und die Zukunft unserer Kinder“. Dass bei ungebremster Klimakrise auch unsere natürlichen Lebensgrundlagen Schaden nehmen, betont Oliver Hartmann von den Naturfreunden Kettig.

Diese ökologische Wende muss verbunden sein mit guten Arbeitsbedingungen und sozialer Gerechtigkeit, fordert der Gewerkschaftsbund. Sebastian Hebeisen vom DGB Region Koblenz: „Auf einer verwüsteten Erde gibt es auch keine gute Arbeit mehr“. Klimagerechtigkeit und globale Gerechtigkeit seien zwei Seiten einer Medaille, davon ist auch Helmut Gelhardt von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung KAB Mülhofen-Engers überzeugt. Politik müsse nicht den Konzerninteressen dienen sondern Raum für die partnerschaftliche Mitgestaltung schaffen. Arne Houben von Pulse of Europe Koblenz sorgt sich um eine friedliche und demokratische Zukunft in Europa und fordert eine Weiterentwicklung: „Wir brauchen eine starke europäische Zivilgesellschaft, die solidarisch und übernational Europa voranbringt!“ Das alles gehe nur mit einer starken ökosozialen Bewegung von unten, für und mit der Jugend, so sind sich alle Verbände einig: „Das Haus brennt, sagt die mutige Greta Thunberg aus Schweden. Die Veränderung wird darum kommen - aber nicht von allein und nicht aus Wohlwollen, sondern weil auch wir sie in die Hand nehmen müssen. Act now!“, heißt es abschließend in dem Aufruf zur Demo, der schon von rund 20 Gruppen und zahlreichen Einzelpersonen unterzeichnet wurde.

Die Großdemo steht in Zusammenhang mit zahlreichen weiteren Demonstrationen am 18. und 19. Mai deutschlandweit. In Koblenz führt sie samstags um 14 Uhr vom Hauptbahnhof über Zentral- und Münzplatz und Moselufer/Castorkirche zum Reichensperger Platz. Ein Musik- und Kulturprogramm wird an den verschiedenen Stationen vorbereitet. Weitere Gruppierungen und Personen sind zum Mitmachen und Unterzeichnen des Aufrufs eingeladen.

Infos/Kontakt für die gemeinsame Initiative: Egbert Bialk, Telefon 0261-9734539 (BUND-Büro), mobil 01578 6257149, regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de.

Unterzeichner des Demo-Aufrufes sind bisher unter anderen: Bund für Umwelt-und Naturschutz Deutschland eV BUND, Kreisgruppe Koblenz; Bendorfer Umweltinitiative; Bürgerinitiative gegen das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich; Naturfreunde Kettig; Greenpeace Koblenz; Solarenergieförderverein Deutschland eV., Infostelle Koblenz; Katholische Arbeitnehmerbewegung KAB Mülhofen-Engers; Fridays For Future Koblenz; BUNDjugend Koblenz; Deutscher Gewerkschaftsbund DGB, Region Koblenz; Pulse of Europe Koblenz; Ökostadt Koblenz eV; Bewegtes Koblenz eV. in Gr./ Koblenzer Fahrradtag, BUND Kreisgruppe Ahrweiler, Haus Wasserburg Vallendar; ver.di Mittelrhein, Weltladen Koblenz, Verein zur Förderung Erneuerbarer Energien VFE Anhausen-Meinborn … und zahlreiche Privatpersonen. (PM)


Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 


Kommentare zu: Großdemo vor der Europa- und Kommunalwahl in Koblenz

1 Kommentar

Wenn SchülerInnen protestieren und demonstrieren, ist das erst einmal eine gute Sache, insbesondere wenn es um die Gestaltung ihrer Zukunft geht , da diese nun mal, statistisch gesehen, noch eine zeitlich lange Zukunft vor sich haben und bisher noch keine wirkliche Möglichkeit hatten eine politische Einflussnahme , z. B. durch das Wahlgesetz, besitzen!
Das den SchülerInnen diese Handlung während des vorgesehenen Unterricht streitig gemacht wird ist absurd und zeigt denjenigen die dies fordern, das Unverständnis oder die Ignoranz unserer demokratischen Verfassung!
Das diese Proteste meines Wissens berechtigterweise bisher nur zum Thema Umweltschutz stattgefunden haben ist nachvollziehbar, aber noch nicht ausreichend, insbesondere im Hinblick auf die intransparente Politik unserer Bundesregierung.
Der Umweltschutz ist deshalb nicht alleine für das zukünftige Wohlergehen der Menschheit von signifikanter Bedeutung!
Von besonderer Wichtigkeit ist auch, die exorbitante Militarisierung (weltweit!) zu verhindern und zu pazifistisch orientierten Konfliktlösungen bereit zu sein.
Aus meiner Sicht sollten deshalb auch in den Schulen die in Ihrem Artikel beschriebenen Waffenexporte thematisiert und auch dagegen protestiert und demonstriert werden!
Gerade in Deutschland wurde vor Jahrzehnten massiv gegen die friedliche Nutzung der Atomtechnik demonstriert, und was ist mit der militärischen Nutzung....(Atomwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel, in Deutschland, schon gewusst?? )....??

#1 von Rainer Kimpel, am 11.04.2019 um 00:21 Uhr

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