Werbung

Nachricht vom 25.03.2019    

ADD erteilt keine Wegefreigabe im Nationalen Naturerbe Stegskopf

Mit Schreiben vom 12. Dezember 2018 hat die DBU Naturerbe GmbH bei der ADD in Trier die Freigabe aller Wege im Nationalen Naturerbe Stegskopf beantragt. Dies geht aus der Beantwortung einer Anfrage des Umweltverbandes Naturschutzinitiative e.V. (NI) an die ADD Trier nach dem rheinland-pfälzischen Landestransparenzgesetz hervor. Dieser Antrag stieß bereits Anfang des Jahres bei der Naturschutzinitiative (NI) und der Pollichia als anerkannte Natur- und Umweltschutzverbände in Anbetracht des augenscheinlich geringen Untersuchungszeitraumes der Kampfmittelbelastung und der fehlenden FFH-Verträglichkeitsprüfung auf große Skepsis.

Quirnbach. Aus den der NI von der ADD überlassenen Unterlagen geht hervor, dass bereits am 12. Februar 2019 die ADD in Trier der DBU Naturerbe GmbH mitgeteilt hat, dass eine Freigabe der Wege aufgrund der stattgefundenen Untersuchung nicht erfolgen könne, da eine „Entlassung aus dem Kampfmittelverdacht“ nicht möglich sei.

„Nach den uns vorliegenden Informationen wurden unter anderem. zehn Panzergranatpatronen und 60 Panzergranaten mit Nitrozellulosepulver als Treibladung und mit dem Hochleistungsprengstoff (Pentaerithrittetranitrat (PETN) als Sprengladung gefunden.“, schreibt die NI.

Die der NI vorliegende Bewertung der Gefährdungsabschätzung durch den Kampfmittelräumdienst kommt zu dem Ergebnis, „dass eine Person bei einer Detonation im Nahbereich schwer verletzt oder gar getötet wird“ und „dass der Fund gefährlicher Munition und Munitionsteile nicht ausgeschlossen werden kann.“

Weiter heißt es im Antwortschreiben der ADD an die DBU Naturerbe GmbH abschließend: „Ich bitte um Verständnis, dass im Interesse der Sicherheit der Bevölkerung und insbesondere des Schutzes von Leib und Leben eventueller Besucher des Geländes, die Voraussetzungen für eine Änderung der Gefahrenabwehrverordnung noch nicht erfüllt sind“.

Auch für die Verbände steht die Sicherheit der Bürger an oberster Stelle. Darüber hinaus ist es zwingend erforderlich, Wege nur nach einer FFH-Verträglichkeitsprüfung und vorheriger naturschutzfachlicher Grunddatenermittlung freizugeben, was schon längst hätte erfolgen können. „Eine Freigabe von Wegen ohne die notwendigen FFH-Verträglichkeitsprüfungen und ohne vorherige wissenschaftliche Erfassung der Naturausstattung würden wir nicht klaglos hinnehmen“, betont Harry Neumann, Bundes- und Landesvorsitzender der Naturschutzinitiative (NI) und Sprecher der Pollichia für den Stegskopf.

Die beiden Verbände bedauern es, dass die Bevölkerung über diesen negativen Bescheid bislang nicht informiert wurde. Es ist schon seit Jahren ausdrückliches Ziel der Naturschutzverbände, dass das Nationale Naturerbe für die Bevölkerung zeitnah erlebbar gemacht wird.

Jedoch muss vorab selbstverständlich eine sorgfältige Prüfung der Kampfmittelbelastung, die hier offensichtlich nicht entsprechend vorgenommen wurde, stattfinden und vor einer Freigabe ausgesuchter Wege zwingend eine naturschutzfachliche Prüfung stattfinden. „Wir werden es nicht zulassen, dass dies erneut, wie bei der Freigabe der beiden Platzrandstraßen durch die BIMA geschehen, ohne die gesetzlich vorgeschriebenen FFH-Prüfungen erfolgt“, so die Verbände. Das Ergebnis war damals, dass der dort seit vielen Jahren brütende Schwarzstorch seine Brutstätte aufgegeben hat. Vorschläge zu einem Wegekonzept hatten mehrere Naturschutzverbände unter Federführung der NI bereits 2015 vorgelegt, auf das die DBU Naturerbe GmbH jedoch bisher nicht zurückgekommen ist.



Wie die NI aktuell aus politischen Kreisen erfahren hat, soll nun nach der Absage der Wegefreigabe kurzfristig eine schnelle Zwischenlösung auf politischer Ebene unter Federführung des Landkreises Altenkirchen versucht werden, um dennoch eine Freigabe zu erreichen. Möglicherweise hängt dies mit den bevorstehenden Kommunal- und Landratswahlen zusammen, um noch vorher „Erfolgsmeldungen“ an die Bevölkerung aussenden zu können.

Nach der in einem Schreiben an das Kuratorium der DBU Naturerbe GmbH und in der Presse geäußerten Kritik der Verbände an der bisherigen Arbeit der DBU Naturerbe GmbH teilte die Vorsitzende des Kuratoriums der DBU Naturerbe GmbH, Frau Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter der NI mit, dass dem Anliegen Rechnung getragen werde, „dass die naturschutzrechtlichen Fragen umfassend vor der Freigabe einzelner Wege geprüft werden“. Ebenfalls habe die DBU Naturerbe GmbH ihrem Kuratorium mitgeteilt, „erst auf Grundlage der noch durchzuführenden Biotop- und Vogelkartierung ein endgültiges Wege- und Besucherlenkungskonzept zu erarbeiten“.

„Das begrüßen wir und auf diese naturschutzkonforme Vorgehensweise vertrauen wir und achten aber auch darauf. Ausdrücklich bieten wir nochmals unsere Zusammenarbeit und Unterstützung bei der weiteren Entwicklung des Nationalen Naturerbes Stegskopf an. Ein entsprechender Arbeitskreis ist schon längst überfällig“, betonte Harry Neumann. Denn viele wichtige Fragen seien nach wie vor nicht geklärt oder nicht bekannt: Wildnisentwicklung und Offenlandpflege, Waldbewirtschaftung, „Wildtiermanagement“, Ausweisung als Naturschutzgebiet, Naturschutzwacht und Ranger, Kartierung der Arten und Lebensräume/Biotoptypen, Entwicklung des Lagerbereiches und nicht zuletzt die Beteiligung der Naturschutzverbände. (PM)


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Selters auf Facebook werden!


Kommentare zu: ADD erteilt keine Wegefreigabe im Nationalen Naturerbe Stegskopf

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Autobahnpolizei: Einsatzreiches Wochenende auf der A3

Neben einem sehr hohen Verkehrsaufkommen und zahlreichen Gefahrenstellen verzeichnete die Polizeiautobahnstation Montabaur zwischen Freitagnachmittag und Sonntagabend auf der BAB 3 insgesamt elf Verkehrsunfälle.


Nicole nörgelt... über zu viel Sprachverdrehung im Geschlechterkampf

GLOSSE | Hallo liebe Leser*innen, ich hoffe, Sie hatten eine schöne Woche mit ihren Lieblingsmenschen (m/w/d), mit netten Kollegen und Kolleginnen, ohne Krach mit den nebenan Wohnenden. Und wenn Sie nun beim Lesen dieser Zeilen wenigstens einmal kurz gezuckt haben, dann wissen Sie schon, worüber die Nörgeltante (ohne Onkel) heute schwadronieren will.


Offene Türen am Landesmusikgymnasium in Montabaur

Das (einzige) Musikgymnasium des Landes Rheinland-Pfalz informiert interessierte Eltern und Kinder dieses Jahr gleich dreimal über die gymnasiale und musikalische Ausbildung an dieser besonderen Schule.


60 Jahre Verbraucherzentrale Koblenz - Beratung im Wandel der Zeit

Die Verbraucherzentrale Koblenz wird 60 Jahre alt. Seit sechs Jahrzehnten stehen die Berater an der Seite der Verbraucher – vor allem auch in Krisenzeiten. In einer digitalen Veranstaltung feiert die Verbraucherzentrale das Jubiläum gemeinsam mit Gästen und Weggefährten.


Sport, Artikel vom 17.10.2021

Rockets verlieren Abwehrschlacht gegen Erfurt

Rockets verlieren Abwehrschlacht gegen Erfurt

"Wenn du Zuhause nur ein Gegentor kassierst, dann musst du das Spiel gewinnen." Rockets-Trainer Jeffrey van Iersel brachte das große Manko seines Teams in einem Satz auf den Punkt und analysierte damit zugleich die Heimniederlage seiner Mannschaft gegen die Black Dragons aus Erfurt.




Aktuelle Artikel aus der Vereine


"Nachcorona-Aufbruch-Plenum" der Kleinkünstler

Montabaur. Viele im Kulturbereich haben sich im Westerwald in der Corona-Pandemie die Frage gestellt: werden wir überhaupt ...

Den Wald erhalten durch klimagerechten Umbau

Montabaur. Unübersehbar ist bereits von Weitem, dass der Forst auch hier schweren Schaden genommen hat. Nach verschiedenen ...

Westerwälder Vogelfreunde präsentierten ihre gefiederten Schönheiten

Helferskirchen. Der Besucherstrom, der während der Ausstellung zur mittlerweile 24. Vogelausstellung der Westerwälder Vogelfreunde ...

Jahreshauptversammlung der NABU Hundsangen

Hundsangen. Die diesjährige Jahreshauptversammlung der Naturschutzbund Deutschland e.V., Gruppe Hundsangen, findet coronabedingt ...

Bei der Wahl zum „Vogel des Jahres 2022“ mitmachen

Region. Im Vorfeld haben Vogelkundler des NABU eine Auswahl von fünf Arten getroffen, für die ab heute abgestimmt werden ...

Jürgen Klockner ist neuer Schützenkönig

Montabaur. Am 2. Oktober um 16.44 Uhr war es so weit: Der 218. Schuss auf den hölzernen Königsvogel krönt Jürgen Klockner ...

Weitere Artikel


Der CDU-Ortsverband Neuhäusel kandidiert für Gemeinderat

Neuhäusel. Der Vorsitzende der Stimmzählkommission Friedhelm Bender konnte dem Bürgermeisterkandidaten Werner Christmann ...

Start der Aktion „Mitfahrbänke“ in Hachenburg

Hachenburg. Der gedachte Ablauf ist, dass sich Mitbürgerinnen und Mitbürger auf diese Bänke setzen, um von Vorbeifahrenden ...

Familienaktion - Lama- und Alpakatrekking

Hachenburg. Der Weg führte durch die schöne Landschaft des Wildenburger Landes im Übergangsgebiet Nördlicher Westerwald/Bergisches ...

Jagdpachtverträge der Stadt Montabaur bestätigt

Montabaur. Es handelt sich um Gebiete am Spießweiher, rund um Wirzenborn im Gelbachtal sowie zwischen Eschelbach und Elgendorf. ...

62. Landfrauentag im Westerwaldkreis

Westerburg. Sie hatte sich für die Begrüßung der Landfrauen in der Westerburger Stadthalle dem Rückgang an Insekten und Pflanzen ...

IHK Koblenz unterstützt Unternehmen beim digitalen Wandel

Koblenz/Region. Sie ist allgegenwärtig – und trotzdem schwer greifbar: Die Digitalisierung macht sich in fast allen Bereichen ...

Werbung