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Nachricht vom 22.03.2019    

Frühblüher (Geophyten) – Bunte Frühlingsteppiche in unseren Wäldern

Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ruft zu einer intensiven Naturbeobachtung im Jahresverlauf auf. In den nächsten Wochen bringen wir Ihnen die Frühblüher näher, die zu einem Frühlingsspaziergang in „blühende Wälder“ einladen. Im Frühling hat man manchmal den Eindruck, dass fast über Nacht bunte Blütenteppiche entstehen, vor allem in Wäldern.

Hasenglöckchen. Foto: Immo Vollmer

Region. Die teils beeindruckende Blütenpracht in unseren Wäldern erklärt Dipl. Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der Naturschutzinitiative e.V. (NI): „Den Anfang der farbenfrohen Waldaspekte macht bei uns das auch aus den Gärten bekannte (Kleine) Schneeglöckchen (Galanthus nivalis). Frostschutzmittel in Blättern und Blüte macht es unempfindlich gegen die jetzt noch häufigen Wintereinbrüche. Das Schneeglöckchen gilt zwar nicht in gesamt-Deutschland als urheimisch, ist jedoch mittlerweile in ganz Deutschland in Wäldern mit basenreichen frischen Böden, also vor allem Auwäldern eingebürgert.

Ihm folgt der teils auch als Großes Schneeglöckchen bezeichnete Märzenbecher (Leucojum vernum). Nur selten finden sich noch Vorkommen, die weiße Blütenteppiche bilden. Zeitgleich kann hier und da der Zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia) blaue Waldböden bilden, es folgen im April lila Teppiche des Lerchensporns (Corydalis), oft wechselnd mit wiederum weißen Teppichen des Buschwindröschens (Anemone nemorosa), Gelben Flächen mit blühenden Scharbockskrauts (Ficaria verna) oder Hoher und Echter Schlüsselblume (Primula elatior und P. veris), duftende weiße Waldböden mit Bärlauch (Allium ursinum) oder im atlantisch beeinflussten Westen Deutschlands selten blaue Decken mit dem Hasenglöckchen (Scilla non-scripta). Diese Blühaspekte können schon recht beeindruckend sein.



Wer früh starten möchte, muss „vorplanen“. Meist sind es Zwiebel- und Knollenpflanzen, die schon im Vorjahr die Nährstoffe für die Blütezeit gespeichert haben und meist schon Blüte und Blatt im Schutz dieser Organe vorgebildet haben.

Bei steigenden Temperaturen können diese in kurzer Zeit nach oben geschoben werden. Dann sind diese Blütenteppiche auch erste Nahrung für Bienen und andere Insekten, die diese Pflanzen bestäuben.“

„Und noch eine Bitte“, so Vollmer „bitte versorgen Sie sich für Ihre Gärten nicht mit Pflanzen aus der Natur. Sie werden für die dortige Lebensgemeinschaft gebraucht“. Die Arten der Gattung Schneeglöckchen (Galanthus), Märzenbecher (Leucojum) und Blaustern (Scilla) stehen zudem unter besonderem Artenschutz. Ein Ausgraben ist auch gesetzlich verboten. (PM)


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