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Nachricht vom 15.03.2019    

Westerwälder Literaturtage beleuchten „Heimaten“ in vielen Facetten

Der urige Burgenkeller der Firma Rabenhorst in Unkel bildete mit seinen alten nach heimatlichen Burgen benamten Fässern den passenden Rahmen für die Eröffnung des diesjährigen Westerwälder Literatursommers, der mit 31 hochkarätigen Veranstaltungen lockt. Inhaltliche und regionale Überschneidungen gibt es in diesem Jahr mit dem Programm der jungen philosophischen Reihe „Denkbares“.

Am 28. März fällt der Startschuss für die Westerwälder Literaturtage. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Unkel. Der frisch gebackene Kultur-Staatssekretär Dr. Denis Alt freute sich, seinen ersten Termin in besonderem Ambiente wahrnehmen zu können. Er gestand, dass das Motto „Heimat/en“ ihm zunächst altbacken vorkam. Er überlegte danach, dass Kultur von Menschen gestaltete Welt ist und Heimat persönlich gestaltete Welt und so beides wunderbar zusammen kommt. Kulturschaffende geben facettenreiche Antworten auf die Frage „Was ist Heimat?“ Der Kultursommer habe sich profiliert, geographisch verbreitert und strahle weit aus.

Die Heimat Europa sei gefährdet, daher sei es Aufgabe von Kulturschaffenden, den Kulturraum Europa zu gestalten. Die Landesregierung fördere die Kultursommer-Projekte ideell durch den künstlerischen Leiter Professor Dr. Hardeck und Kulturreferent Michael Au und finanziell mit insgesamt 36.000 Euro. Alt wünschte, dass Lesungen, Ausstellung und Begleitband auf Publikumsinteresse stoßen und damit Heimat noch etwas attraktiver wird.

Landrat Achim Hallerbach sprach im Namen seiner Kollegen Michael Lieber (Altenkirchen) und Achim Schwickert (Westerwaldkreis), denn die drei Kreise praktizieren den Zusammenschluss „Wir Westerwälder – aktiv vom Rhein bis an die Sieg“ und unterstützen als Initiative die Westerwälder Literaturtage in Dankbarkeit für die immer wieder neuen Ideen der Organisatoren Dr. Hardeck und Bastian-Erll. Unkel sei Kulturstadt mit neuen Initiativen, die die Literaturtage befruchten. Die Firma Rabenhorst habe regionale und weltweite Bedeutung. Der Burgenkeller wird auch Veranstaltungsort für die sehr heimatverbundene aus dem Westerwald stammende Autorin Annegret Held sein.

Maria Bastian-Erll, Programmleiterin vom „kulturWERKwissen“ wies darauf hin, dass die finanzielle Unterstützung ein Teil der benötigten Unterstützung sei, daneben brauche man hilfreiches Personal und Wertschätzung. Diese werde deutlich durch die mehrfachen Auftritte von Kulturreferent Michael Au. Von den Landkreisen komme inhaltliche Förderung, Logistische Unterstützung und Kontakte. Das Motto „Heimat“ war einst rückwärtsgewandt, aber durch die Vorschläge der Mitveranstalter erweist es sich als wunderbares Thema, sowohl hochpolitisch als auch persönlich.




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Die Eröffnungsveranstaltung findet am 28. März in Herdorf mit der in Argentinien geborenen Maria Cecilia Barbetta statt. Sie erzählt von der Liebe zum Leben in Zeiten des Umbruchs. Die Moderation obliegt Michael Au und die musikalische Begleitung Leopoldo Lipstein. Es lesen Koryphäen wie Thea Dorn, ihr Buch heißt „deutsch, nicht dumpf“; Andreas Röder fragt „Wer hat Angst vor Deutschland?“ Der Westerwälder Hanns-Josef Ortheil spricht mit Arnold Stadler und Mariana Leky über Heimat. Der neu vertonte „Club der toten Dichter“ wird im Alten Bahnhof Puderbach dabei sein. Ebenso Asfa-Wossen Asserate, einer der besten Kenner des afrikanischen Kontinents, der die Ursachen der Massenflucht aus Afrika schildert.

„DENKBARES. Begegnung mit Menschen und Büchern“ existiert als Veranstaltungsformat seit 2015. Im Vordergrund stehen Themen aus den Bereichen Philosophie, Theologie und Literatur. Sie nutzen ungewöhnliche Veranstaltungsorte, zum Beispiel riesige Bunker, das b-05 Kunst- und Kulturzentrum in Montabaur, für Ausstellungen. Das Ehepaar Mahler wird das Thema „Kleinstadt“ fotografisch aufgreifen.

Der Begleitband mit dem Titel „Heimat Europa?“ nähert sich aus vielfältigen Perspektiven den Begriffen „Heimat“ und „Europa“. Er versammelt 30 Persönlichkeiten und erscheint Anfang Mai vor der Europawahl. Cover und Plakatmotiv dazu haben Flora, Fauna und Architekturelemente zusammengebracht.

„Westerwälder Literaturtage“ klingt nach Provinz, ist aber Hochkultur und anerkannt: Die Leute kommen und der Westerwald mit seiner Anbindung durch die A 3 und die ICE-Strecke hat Standortvorteile sowie unterschiedliche und besondere Veranstaltungsorte, die einen neuen, anderen Blick auf die Heimat bieten. Für 80 Euro kann man einen Festival-Pass für alle Veranstaltungen erwerben. Programm, Tickets und Informationen unter www.ww-lit.de. htv


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