Werbung

Nachricht vom 17.03.2019 - 07:09 Uhr    

Westerwälder Literaturtage beleuchten „Heimaten“ in vielen Facetten

Der urige Burgenkeller der Firma Rabenhorst in Unkel bildete mit seinen alten nach heimatlichen Burgen benamten Fässern den passenden Rahmen für die Eröffnung des diesjährigen Westerwälder Literatursommers, der mit 31 hochkarätigen Veranstaltungen lockt. Inhaltliche und regionale Überschneidungen gibt es in diesem Jahr mit dem Programm der jungen philosophischen Reihe „Denkbares“.

Am 28. März fällt der Startschuss für die Westerwälder Literaturtage. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Unkel. Der frisch gebackene Kultur-Staatssekretär Dr. Denis Alt freute sich, seinen ersten Termin in besonderem Ambiente wahrnehmen zu können. Er gestand, dass das Motto „Heimat/en“ ihm zunächst altbacken vorkam. Er überlegte danach, dass Kultur von Menschen gestaltete Welt ist und Heimat persönlich gestaltete Welt und so beides wunderbar zusammen kommt. Kulturschaffende geben facettenreiche Antworten auf die Frage „Was ist Heimat?“ Der Kultursommer habe sich profiliert, geographisch verbreitert und strahle weit aus.

Die Heimat Europa sei gefährdet, daher sei es Aufgabe von Kulturschaffenden, den Kulturraum Europa zu gestalten. Die Landesregierung fördere die Kultursommer-Projekte ideell durch den künstlerischen Leiter Professor Dr. Hardeck und Kulturreferent Michael Au und finanziell mit insgesamt 36.000 Euro. Alt wünschte, dass Lesungen, Ausstellung und Begleitband auf Publikumsinteresse stoßen und damit Heimat noch etwas attraktiver wird.

Landrat Achim Hallerbach sprach im Namen seiner Kollegen Michael Lieber (Altenkirchen) und Achim Schwickert (Westerwaldkreis), denn die drei Kreise praktizieren den Zusammenschluss „Wir Westerwälder – aktiv vom Rhein bis an die Sieg“ und unterstützen als Initiative die Westerwälder Literaturtage in Dankbarkeit für die immer wieder neuen Ideen der Organisatoren Dr. Hardeck und Bastian-Erll. Unkel sei Kulturstadt mit neuen Initiativen, die die Literaturtage befruchten. Die Firma Rabenhorst habe regionale und weltweite Bedeutung. Der Burgenkeller wird auch Veranstaltungsort für die sehr heimatverbundene aus dem Westerwald stammende Autorin Annegret Held sein.

Maria Bastian-Erll, Programmleiterin vom „kulturWERKwissen“ wies darauf hin, dass die finanzielle Unterstützung ein Teil der benötigten Unterstützung sei, daneben brauche man hilfreiches Personal und Wertschätzung. Diese werde deutlich durch die mehrfachen Auftritte von Kulturreferent Michael Au. Von den Landkreisen komme inhaltliche Förderung, Logistische Unterstützung und Kontakte. Das Motto „Heimat“ war einst rückwärtsgewandt, aber durch die Vorschläge der Mitveranstalter erweist es sich als wunderbares Thema, sowohl hochpolitisch als auch persönlich.

Die Eröffnungsveranstaltung findet am 28. März in Herdorf mit der in Argentinien geborenen Maria Cecilia Barbetta statt. Sie erzählt von der Liebe zum Leben in Zeiten des Umbruchs. Die Moderation obliegt Michael Au und die musikalische Begleitung Leopoldo Lipstein. Es lesen Koryphäen wie Thea Dorn, ihr Buch heißt „deutsch, nicht dumpf“; Andreas Röder fragt „Wer hat Angst vor Deutschland?“ Der Westerwälder Hanns-Josef Ortheil spricht mit Arnold Stadler und Mariana Leky über Heimat. Der neu vertonte „Club der toten Dichter“ wird im Alten Bahnhof Puderbach dabei sein. Ebenso Asfa-Wossen Asserate, einer der besten Kenner des afrikanischen Kontinents, der die Ursachen der Massenflucht aus Afrika schildert.

„DENKBARES. Begegnung mit Menschen und Büchern“ existiert als Veranstaltungsformat seit 2015. Im Vordergrund stehen Themen aus den Bereichen Philosophie, Theologie und Literatur. Sie nutzen ungewöhnliche Veranstaltungsorte, zum Beispiel riesige Bunker, das b-05 Kunst- und Kulturzentrum in Montabaur, für Ausstellungen. Das Ehepaar Mahler wird das Thema „Kleinstadt“ fotografisch aufgreifen.

Der Begleitband mit dem Titel „Heimat Europa?“ nähert sich aus vielfältigen Perspektiven den Begriffen „Heimat“ und „Europa“. Er versammelt 30 Persönlichkeiten und erscheint Anfang Mai vor der Europawahl. Cover und Plakatmotiv dazu haben Flora, Fauna und Architekturelemente zusammengebracht.

„Westerwälder Literaturtage“ klingt nach Provinz, ist aber Hochkultur und anerkannt: Die Leute kommen und der Westerwald mit seiner Anbindung durch die A 3 und die ICE-Strecke hat Standortvorteile sowie unterschiedliche und besondere Veranstaltungsorte, die einen neuen, anderen Blick auf die Heimat bieten. Für 80 Euro kann man einen Festival-Pass für alle Veranstaltungen erwerben. Programm, Tickets und Informationen unter www.ww-lit.de. htv



Interessante Artikel



Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Unkel auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
 


Kommentare zu: Westerwälder Literaturtage beleuchten „Heimaten“ in vielen Facetten

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Kultur


Camerata Musica singt in spätgotischer Atmosphäre

Hadamar/Limburg. Erneut arbeitet die Kulturvereinigung Hadamar als Veranstalter mit dem Hotel Nassau-Oranien zusammen, das ...

Tanzshow: Vom Orient in die Südsee im Kulturzentrum „Zweite Heimat“

Höhr-Grenzhausen. Die Tänzerin Leila Tiana begeistert seit über 20 Jahren das Publikum mit einer bunten Vielfalt ihrer Tänze. ...

Kaffee und Kölsch im b-05

Montabaur. Neben zahlreichen kölschen Liedern haben sie auch weitere Tanz- und Stimmungslieder im Repertoire, sodass auch ...

Ausstellung „Jenseits des Eigentlichen“ in Höhr-Grenzhausen

Höhr-Grenzhausen. Genau dem stellt sich der Maler Gerard Kever aus der Region Hamburg in seiner neuen Ausstellung „Jenseits ...

Buchtipp: „Todesspiel im Hafen“ von Klaus-Peter Wolf

Dierdorf. Der Roman „Todesspiel im Hafen“ trägt den Untertitel „Sommerfeldt räumt auf“ und ist der abschließende dritte Band ...

Orgelkonzerte in Nassau und Gackenbach mit Johannes von Erdmann

Gackenbach. Die wandelnden Konzertbesucher dürfen sich in beiden Konzerten an demselben Künstler erfreuen: Johannes von Erdmann, ...

Weitere Artikel


Die Naturschutzinitiative (NI) präsentiert Youtube-Videokanal

Quirnbach. Das jüngste Video ist ein eindrucksvolles Portrait des Braunkehlchens, das einmal, weil es Weiden und nasse Wiesen ...

Andreas Weidenfeller stellt Kandidaten-Team für Stadtrat Wirges vor

Wirges. Andreas Weidenfeller freute sich besonders, unter den vielen Gästen auch den Bürgermeister der Verbandsgemeinde, ...

Konzert im Keramikmuseum

Höhr-Grenzhausen. Laura Bos studierte Klavier und Orchesterleitung in Rotterdam und ist seit 2017 Solorepetitorin am Theater ...

Geistige und körperliche Fitness für Senioren – wie wichtig sind Nahrungsergänzungsmittel?

Fakt ist, dass veränderte Sinneswahrnehmungen, geringere Kauleistung, reduziertes Durstempfinden sowie eine trägere Verdauung ...

Anita & Alexandra Hofmann brachten den „Wahnsinn“ mit

Ransbach-Baumbach. Kurzum in der dreistündigen Show wurden alle Geschmäcker bedient, ohne dabei aufdringlich oder langatmig ...

Vier-Sterne-Haus Hotel Schloss Montabaur rezertifiziert

Montabaur. „Wir sind sehr stolz, dass wir auch im Jahr 2019 wieder erfolgreich belegen können, wie wichtig für uns ausgezeichnete ...

Werbung