Werbung

Region | - keine Angabe -


Nachricht vom 13.03.2019    

Mit Robotik und Strahlen gegen Prostatakrebs

160 Besucher kamen zum 15. Prostata-Symposium ins „Haus der Siegerländer Wirtschaft“. Sie nutzten die Gelegenheit, Vorträgen zu lauschen und ließen sich von sechs Medizinern Fragen zu ihren eigenen Erkrankungen beantworten. Veranstalter waren in Kooperation mit dem Kompetenznetz Prostata das Diakonie-Klinikum Jung-Stilling in Siegen, das Kreisklinikum Siegen, das Lahn-Dill-Klinikum Wetzlar, der Dachverband der Prostatazentren Deutschlands und die BPS-Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Siegen.

Standen 160 Besuchern beim 15. Siegener Prostata-Symposium im „Haus der Siegerländer Wirtschaft“ Rede und Antwort: (von links) Urologin Victoria Meyer, Strahlentherapeut Dr. René Baumann, Radiologie Dr. Michael Blazek sowie die Urologen Dr. Johannes Spelz, Dr. Peter Weib und Mahmoud Farzat. (Foto: Diakonie in Südwestfalen gGmbH)

Siegen. Wird Prostatakrebs diagnostiziert, folgt die Frage nach der entsprechenden Behandlung. Wie Betroffenen heutzutage schonend und präzise mit robotergestützen Operationsverfahren und Strahlentherapien geholfen werden kann, hat 160 Besucher zum 15. Siegener Prostata-Symposium ins „Haus der Siegerländer Wirtschaft“ gelockt. Sie nutzten die Gelegenheit, Vorträgen zu lauschen und ließen sich von sechs Medizinern Fragen zu ihren eigenen Erkrankungen beantworten. Veranstalter waren in Kooperation mit dem Kompetenznetz Prostata das Diakonie-Klinikum Jung-Stilling in Siegen, das Kreisklinikum Siegen, das Lahn-Dill-Klinikum Wetzlar, der Dachverband der Prostatazentren Deutschlands und die BPS-Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Siegen. Letztere besteht seit 17 Jahren unter dem Vorsitz von Lothar Stock, der an dem Nachmittag moderierte und ebenfalls für Fragen der Besucher bereit stand. Unterstützung erhielt die Veranstaltung vom Ärztenetz Lahn-Dill, dem Ärzteverbund Südwestfalen, der Kreisärzteschaft Altenkirchen sowie den Ärztevereinen Olpe und Siegen.

Experten empfehlen Vorsorge
In Deutschland wird jährlich bei etwa 65 000 Männern ein Prostatakarzinom diagnostiziert. 12 000 Betroffene sterben an dem Krebs. Gemeint ist ein bösartiger Tumor in der Vorsteherdrüse (Prostata). Diese umschließt die männliche Harnröhre unterhalb des Blasenausganges. Gemeinsam mit Samenbläschen und Hoden bildet das Organ die Samenflüssigkeit. Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter an. Experten empfehlen Männern ab 40 Jahren regelmäßig zur Vorsorge-Untersuchung zu gehen. Früh erkannt, ist die Krankheit besser heilbar.

Ist ein Krebs in frühen Stadien noch auf die Prostata beschränkt und haben sich keine Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet, kann die Prostata operativ entfernt werden. Dafür hat sich eine robotergestützte Operationsmethode als Weiterentwicklung zur sogenannten minimalinvasiven Schlüsselloch-Chirurgie etabliert. Über das Verfahren informierte Mahmoud Farzat, Facharzt für Urologie im CRMG-Da Vinci-Zentrum Gronau. Das Operationssystem trägt den Namen „Da Vinci“ und besteht aus einer Steuerkonsole. An dieser sitzt ein Chirurg, der in unmittelbarer Nähe zum Patienten operiert. Mit eingeschlossen ist eine dreidimensionale Kamera, mit der Operateure den zu behandelnden Bereich zehnfach vergrößert sehen und die Instrumente im Körper steuern. Selbst feinste Strukturen wie Nerven und Gefäße werden sichtbar und können schonend von der Prostata abgetrennt werden. „Die Methode kann als Verlängerung des Chirurgen-Arms angesehen werden“, sagte Farzat. Die Eingriffe werden über 5 bis 12 Millimeter kleine Bauchschnitte durchgeführt, erfolgen hochpräzise und zitterfrei. Dr. Peter Weib, Chefarzt der Urologie im Diakonie Klinikum Jung-Stilling, fügte hinzu: „Patienten profitieren von geringem Blutverlust, weniger Schmerzen, kleineren Wunden und Narben sowie einer schnelleren Genesung als nach einer herkömmlichen Operation.“ So können auch krankheitsbedingt vorbelastete und ältere Menschen oft mithilfe des Verfahrens operiert werden.

Gezielte Suche nach Tumorzellen
Wie Strahlentherapien bei Prostata-Krebs greifen, stellte Dr. René Baumann, Chefarzt der Strahlentherapie im St. Marien-Krankenhaus Siegen, vor. Ziel der Behandlung ist es, radioaktive Strahlen im Tumor-Ort zu platzieren und die Zellen so zu schädigen, dass sie absterben. Ärzten ist es dabei wichtig, umliegende Organe wie Blase und Enddarm sowie gesundes Gewebe vor den Strahlen zu schützen. „Dafür ist ein individueller Therapie-Plan nötig, um je nach Patientensituation exakt vorzugehen“, verdeutlichte Baumann. Möglich ist das mittels bildgebender Verfahren wie einer Computertomographie (CT). Mit den Röntgenaufnahmen werden Bilder der Prostata erstellt, wodurch es Ärzten möglich ist zu sehen, wo der Tumor liegt und wie sie die Strahlenbündel positionieren müssen. Die modernste Diagnose-Methode ist das sogenannte PET-CT. „Mit der Technik wird gezielt nach Tumorzellen gesucht – vergleichbar mit einem Spürhund, der für bestimmte Aufgaben ausgebildet ist“, erklärte der Chefarzt. Selbst Metastasen können per PET-CT gefunden werden. Je nachdem, von welcher Tumor-Art ein Patient betroffen ist, kommen dann verschiedene Therapiemöglichkeiten infrage. „Der heutige Standard ist es, die Strahlen aus unterschiedlichen Richtungen zum Tumor dringen zu lassen“, sagte Baumann. An der Stelle, wo die Strahlen dann aufeinandertreffen, ist die Dosis am höchsten – nämlich im Tumor-Ort. Damit wird trotz geringerer Strahlenabgabe die benötigte Menge erreicht, gleichzeitig bleiben umliegende Organe und Gewebeanteile verschont.

Beim Arzt-Patienten-Seminar war der PSA-Wert ein von den Besuchern oft angesprochenes Thema. Darunter zu verstehen ist das prostataspezifische Antigen – ein Eiweiß, das fast ausschließlich von Prostatazellen gebildet wird. Erhöhte PSA-Daten können, müssen jedoch nicht, auf eine Tumor-Erkrankung hindeuten. Denn veränderte Zahlen werden ebenso verursacht, wenn die Prostata beispielsweise entzündet ist. Die Experten gaben den Gästen mit auf den Weg, auf den Verlauf der regelmäßig gemessenen Werte zu achten. (PM)



Kommentare zu: Mit Robotik und Strahlen gegen Prostatakrebs

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Kind auf Fahrrad leicht verletzt durch Unfall mit PKW

Die Polizeiinspektion Hachenburg bittet um sachdienliche Zeugenaussagen zu einem Unfall am Freitag in der "Koblenzer Straße" in Hachenburg, bei dem ein 13-jähriges Kind auf dem Gehweg mit einem PKW kollidierte und leichte Verletzungen erlitt.


Region, Artikel vom 03.07.2020

Corona: Keine weiteren Fälle in Marienrachdorf

Corona: Keine weiteren Fälle in Marienrachdorf

Am 3. Juli gibt es 381 bestätigte Fälle im Westerwaldkreis, davon inzwischen 343 wieder genesen. 181 Westerwälder befinden sich in angeordneter Quarantäne. Positive Nachrichten gibt es aus Marienrachdorf.


Reisebus entwendet und angeblich Geldautomat aufgebrochen

AKTUALISIERT. Die Polizeidirektion Montabaur bittet um sachdienliche Zeugenaussagen zu dem Diebstahl eines blauen Reisebusses mit der Aufschrift "Königs Reisen" in Wirges und dem Diebstahl der Geldkassette aus einem Geldautomaten der Postbank in Montabaur. Der Automat war wahrscheinlich mit einem Nachschlüssel geknackt worden.


Verbandsgemeindefeuerwehr Montabaur freut sich über vier neue Fahrzeuge

„Das habe ich in meiner 50-jährigen Feuerwehrzugehörigkeit noch nicht erlebt“, freut sich Hans-Joachim Klimke, stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeindefeuerwehr Montabaur, bei der offiziellen Übergabe. Er meint damit, dass es wohl die größte Anschaffungsmaßnahme en bloc seit Jahrzehnten für die Feuerwehr ist. Sie war dringend notwendig geworden, nachdem mehrere Fahrzeuge „in die Jahre“ gekommen waren. In der vergangenen Woche übergab Andree Stein, Erster Beigeordneter und Brandschutzdezernent der Verbandsgemeinde (VG) Montabaur die Fahrzeuge offiziell in die Hände der Feuerwehr.


Region, Artikel vom 04.07.2020

Abschied von Pfarrer Detlef Schmidt

Abschied von Pfarrer Detlef Schmidt

Ungewöhnlich war die Verabschiedung von Pfarrer Detlef Schmidt in der Kirburger Kirche. Wegen der Corona-Pandemie mussten ein anschließender Empfang ausfallen und die Besucher in der Kirche auf 50 Personen beschränkt bleiben. Nicht eben gewöhnlich verlief aber auch das Berufsleben von Detlef Schmidt, der sich neben dem Gemeindepfarramt und in der Altenheimseelsorge auch im Arbeitsfeld der Gehörlosenseelsorge engagiert hat.




Aktuelle Artikel aus der Region


Faszination Westerwald: Der Eisvogel an der Nister

Region. Genau weiß man nicht, warum der Eisvogel (Alcedo atthis) eigentlich Eisvogel heißt. Eine französische Sage glaubt, ...

Abschied von Pfarrer Detlef Schmidt

Kirburg. Detlef Schmidt wurde 1989 in der Evangelischen Kirchengemeinde Langen- Bergheim ordiniert und kam nach Gemeindepfarrstellen ...

Kind auf Fahrrad leicht verletzt durch Unfall mit PKW

Hachenburg. Am Freitag, den 3. Juli gegen 18 Uhr beabsichtigte ein 32-jähriger Fahrer eines Opels von dem Gelände eines Skoda-Händlers ...

Corona: Keine weiteren Fälle in Marienrachdorf

Montabaur. Erfreuliche Nachrichten zum Wochenende: Alle Testergebnisse der Kinder im Kindergarten Marienrachdorf, als auch ...

43.000 Windeln für Babys und Kleinkinder in Camp Moria

Unnau. Stelleninhaberin Nadine Bongard ließ die katastrophale Situation im Flüchtlingslager Moria keine Ruhe. Sie informierte ...

Musiker aus dem Gelbachtal spielten Mutmacher-Konzert

Horbach. Dieses Mutmacher-Konzert war als solidarisches Zeichen der Musiker aus dem Gelbachtal und des Fördervereins der ...

Weitere Artikel


Neubau VG-Haus Montabaur: Bohrungen zur Baugrunduntersuchung

Montabaur. Diese Daten brauchen die Statiker von Brendebach Ingenieure, um die Fundamente des künftigen Verwaltungsgebäudes ...

Achtung Pubertät: Was ist bloß mit unseren Kindern los?

Westerwaldkreis/Wirges. Zum Thema „Pubertät“ bietet die Kreisjugendpflege am 25. März ab 18 Uhr im Ratssaal der Verbandsgemeindeverwaltung ...

„Bildung mit Werten" – Katharina Kasper Akademie feiert Jubiläum

Dernbach. Vor zehn Jahren gründete sich die Katharina Kasper Akademie als Weiterbildungsinstitut für Fachkräfte im Gesundheits- ...

Großstadt Wildnis

Hachenburg. Wo kann man die Natur im Stadtgebiet besonders entspannt und einsam genießen? Auf diese und viele weitere Fragen ...

Martin Meyer führt weiterhin Bad Marienberger CDU

Bad Marienberg. Sein Dank galt auch Günter Becker, der lange Jahre den Ortsverband als Vorsitzender und danach als Beisitzer ...

CDU stellt Kandidaten für Marmer Stadtrat auf

Bad Marienberg. Viele dieser Maßnahmen seien noch nicht oder nur zum Teil realisiert, obwohl sie von Bürgern und Fachleuten ...

Werbung