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Nachricht vom 09.03.2019    

Ein Faustprojekt macht am Martin-Butzer-Gymnasium Furore

Der Theater-AG des Martin-Butzer-Gymnasiums ist mit Unterstützung des Schulchores eine eindrucksvolle Aufführung gelungen, für die es bei der Premiere am Freitagabend Standing Ovations gab. Seit dem Ende der Herbstferien probte die Theater-AG unter Leitung von Wolff-Achim Hassel, der wie immer Regie führte, ihr neuestes Theaterstück. Jeder kennt Goethes Faust, aber keiner kannte die zeitgemäße Fassung „Augenblick, verweile doch!“

Impressionen des Theaterstückes. Fotos: Wolfgang Tischler

Dierdorf. Klaus Opilik betitelt "seinen" Faust nicht als Interpretation des Literatur- und Bühnenklassikers, sondern als "Faustprojekt". Der Text ist komplett neu, aber Originalzitate sind immer wieder eingebaut. Faust ist kein hadernder Gelehrter, sondern ein Jugendlicher auf der Suche nach dem großen Ganzen. Er ist Gegenstand einer Wette zwischen Gott (Jakob Güttler) und Mephisto (Yannick Willers). Dieser provoziert den Schöpfer: „Die Menschen sind auch nicht mehr so stark an dir und deiner Schöpfung interessiert!“

Die Figuren und Schauplätze sind mehrheitlich aus dem Originalskript, und auch die zentralen Zitate kommen in Versform daher. Neu ist die Unterstützung durch den Chor. Für ihn hat Chorleiter Jan Höfer Goethes Text musikalisch bearbeitet. Der Chor nahm mal vor der Bühne, mal auf der Empore Aufstellung und verstärkte so die raumgreifende Wirkung. Jeweils passende moderne Musik überbrückt die Umbaupausen. Mit flotten Sprüchen, Rap (Noha Bahnsen) und Schwung bringen die jungen Schauspieler sehr unterhaltsam die Suche nach dem Wesentlichen auf die Bühne.

Eine Schulklasse - dargestellt von Romina Dasbach, Jolina Händler, Philine Herder, Juliane Eisen, Mareike Troß, Johanna Himmighofen, Paula Strüder, Daria Rychecky und Melanie Jung - plagt sich mit Inhalten wie Sokrates, Wiener Klassik, lyrisches Ich, lineare Algebra und Machtergreifung. Faust alias Stefan Voth stellt bei der Lektüre des Goethe-Klassikers resigniert fest: „Je länger ich hier lerne, desto unklarer wird alles. Was will er eigentlich?“ Der Primus (Jakob Güttler) klärt ihn auf: „Er will wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält.“

Mephisto hat in dem „labilen Typ“ sein potentielles Opfer gefunden und erscheint mit seinen verführerischen Teufelchen – Kristina Troß, Hannah Scholz, Marilen Zilian und Janina Beyer - auf der Bildfläche. Die Mitschüler und Mitschülerinnen fallen mit Handy, Bier und Drogen schnell in Trance, ihre Gespräche über Schönheit, Körper und Kleidung sind teuflisch oberflächlich. In der Kneipe geht die Party ab, aber Faust hält nichts von dem lächerlichen Gehopse. Erst als Margarete (Hannah Oßing) auftaucht, packt auch ihn die Lebenslust. Er muss sich mächtig anstrengen, denn Gretchen ist erst 16 und „zickt rum“.




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Die Walpurgisnacht mit dampfendem Vulkan und Börsennachrichten zitierenden Menschen verunsichert Faust: „Was sind das für komische Typen und was reden sie für Kauderwelsch?“ Mephisto rät: „Du suchst doch den Kick. Lass dich ein: Macht kombiniert mit Reichtum ist attraktiv!“ Doch die Liebe siegt: „Augenblick, verweile doch, du bist so schön.“

Weil die Aufführung so schön war, wurde lange stehend applaudiert und Schulleiter Dr. Klaus Winkler stellte mit Stolz fest, dass die Akteure auf und hinter der Bühne Großes geleistet haben. Dazu gehörten auch die Souffleusen Sarah Oudinache und Paul-Jona Schneider, die Techniker Johannes Peter, Sebastian Aust, Constantin Jaekel, Niclas Hoffmann und Phil Meyer. Für das Plakat zeichnet Klaus Hagemann verantwortlich und für die künstlerische Gestaltung der Kulissen Daria Schechtow.

Die Dreizehner, die bald die Schule verlassen werden, wirken als Hauptdarsteller von Faust, Mephisto und Gretchen zum letzten Mal auf der Theaterbühne mit. Für sie und die Techniker aus der Abiturklasse, Sebastian Aust und Constantin Jaekel hatte Winkler ein kleines Präsent. Auch dankte er dem Lichttechniker Hannes Peter, Chorleiter Jan Höfer und Regisseur Wolff-Achim Hassel besonders.

Das Stück kann man am Samstag und Sonntag (9. und 10. März) um 17.30 Uhr noch einmal im Martin-Butzer-Saal des MBG Dierdorf sehen. htv


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