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Nachricht vom 24.02.2019 - 19:46 Uhr    

Fetzige Narrenshow der Hundsänger Kids

Schon lange vor Veranstaltungsbeginn strömten die Gäste in die Ollmerschhalle, um sich Sitzplätze für die Hundsänger Kinder- und Jugendsitzung zu sichern. Sie bekamen von dem Karnevalsnachwuchs des Hundsänger Carnevalvereins (HCV) ein mitreißendes Programm präsentiert. Mit einer einnehmenden Begeisterung und erstaunlichem Können heizten die jungen Bühnenasse ihrem Publikum gehörig ein. Man erkannte schnell: Die Talenteschmiede des HCV hat noch manches heiße Eisen im Feuer.

Fotos: privat

Hundsangen. Geradezu entfesselt marschierte der Elferrat in die Narrhalla ein und versandte musikalisch die ultimative Botschaft: „Jetzt geht’s los, wir sind nicht mehr aufzuhalten!“ Sitzungspräsident Elias Neundter begrüßte seine Gäste mit einem spritzigen, furiosen Prolog und ließ dabei keinen Zweifel aufkommen, dass es an diesem Nachmittag zu irgendwelchen Stimmungslöchern kommen könnte. Mit einer hervorstechenden Rhetorik ausgestattet führte der junge Entertainer in geradezu profihafter Manier durch das Programm.

Nachdem er seinen Elferrat vorgestellt hatte, war es den Allerkleinsten vorbehalten, das erste Bühnen-Highlight zu setzen. Die HCV-Mini-Garde eroberte mit ihrem fetzigen Garde-Tanz im Handumdrehen die Herzen des Publikums und erntete einen stürmischen Applaus. Die insgesamt 32 Mädchen im Alter von 6 bis 11 Jahren wurden von Chiara Höhn, Marie Eichmann und Alisa Heep betreut.

Sodann kam Schlossromantik auf. Angelehnt an den kultigen Silvester-Hype „Dinner for one“ wurde die Szenerie von der britischen Insel kurzerhand nach Hundsangen in das „Löher Jagdschloss“ von Karnevalsprinzessin Nadja I. (Jana Eichmann) verlegt. Sie feierte ihren 90. Geburtstag mit längst verstorbenen Karnevalsgrößen der Hundsänger Fassenacht und ihrem Butler Endi (Ricardo Karla). Ein gelungener Sketch, gespielt von insgesamt vier Kindern. Sandra Eichmann und Kathi Althausen hatten die Performance einstudiert.

Kulissenwechsel. Im Handumdrehen verwandelte sich die Bühne in ein Freibad. Das „1. Original-Hundsänger-Trocken-Synchron-Schwimmer-Ballett“ stürzte sich in das imaginäre nasse Element. Zu schwingenden Walzerklängen tanzten mal die Hände, mal die Füße, mal die Köpfe an der Wasseroberfläche. Ein spritziger Spaß, bei dem alle trocken blieben. Die Betreuerinnen waren Ina Altbrod und Anne Schmengler.

Der guten alten Karnevalstradition gehorchend, stieg Maximilian Meudt in die Bütt und erzählte von seinem kontrastreichen Leben als Sportskanone („Doch wenn der Vater aufmarschiert, die Stalinorgel munitioniert, und die Argumente unverdrosse‘, einschlagen wie Dumm-Dumm-Geschosse, dann – und das wissen alle Kinder, steckt die Mutter meist dahinter“) In einer fantastisch dargebotenen Vortragsart brachte der Zwölfjährige das Publikum im Handstreich auf seine Seite. Eine echte Büttenkanone, die eine Lachsalve nach dem anderen abschoss. Christof Meudt hatte die Rede geschrieben.

Zur Entspannung der malträtierten Lachmuskeln servierte das HCV-Junioren-Ballett einen flotten Gardetanz. Leichtfüßig und mit spielerischer Eleganz wirbelte der Ballett-Nachwuchs über das Parkett. Die Tänzerinnen boten den Beweis dafür, dass Perfektion und Lockerheit keine Gegensätze sind. Man sah ihnen den Spaß am Tanzen an, und das war ansteckend. Für den Tanz verantwortlich zeichneten Anne-Kathrin Pörtner und Lisa Eichmann.

„Manege frei“, hieß es dann für Akrobaten, Clowns und wilde Tiere im Zirkus Carnevali. Kinder der ganz jungen Karnevalsgeneration spielten die Attraktionen der klassischen Zirkusse nach. „Goldig, putzig, einfach süß“, waren wiederholt benutzte Adjektive. Das Publikum amüsierte sich köstlich und belohnte mit frenetischem Applaus die Leistung der kleinen Fastnachter. Die Rasselbande stand unter den Fittichen von Nadine Wagner und Ann-Kathrin Rupp.

Und dann funkte es. Die elfjährige Lavinia Ludwig sorgte als Funkenmariechen dafür, dass der Stimmungspegel den oberen Level nicht verließ. Mit ihrem akrobatischen Solo-Tanz sorgte sie für Furore und begeisterte Jung und Alt. Lavinia wird von Aline Beilstein trainiert.

Wie in den großen amerikanischen TV-Serien erfolgte unter Einspielung von Filmmusik über eine Leinwand der Abspann der bevorstehenden Spielszene inclusive Starrings der sieben Hauptdarsteller. Die Gruppe „Die Obercoolen“ spielte dann live das Stück „Der Pfarrgemeinderat tagt“. Die Tagesordnung forderte heftige Debatten heraus und sorgte sogar für einen wilden verbalen Ehestreit. „Pfarrer Servatius Zölibatus“ musste immer wieder schlichtend eingreifen und ließ durch Absingen von Stimmungsliedern das Gremium wiederholt „zu innerer Einkehr“ zurückfinden. Eine köstliche Posse mit viel Witz, würziger Gesellschaftsironie und einpeitschenden Stimmungsspitzen. Dabei zeigten die sieben Kinder eine erstaunliche schauspielerische Leistung. Der Klamauk entstammte der Feder von Wolfgang Gröschen, der auch Regie führte.

Nicht weniger niveauvoll, aber ein völlig anderes Genre bedienend, zeigte die Showtanzgruppe „Mariposa“ ihr großes Können. Schlugen sie bei ihrer Premiere vor einem Jahr bereits wie eine Bombe ein, so übertrafen sie in der aktuellen Kampagne ihre eigene Messlatte noch einmal deutlich. Nicht nur der Titel des Tanzes („Waldelfen“) erschien märchenhaft. Die tolle Choreografie wurde von den 12 bis 15-jährigen Tänzerinnen mit einer großartigen Ausstrahlung und Präzession umgesetzt. Die Trainerinnen Aenne Altbrod, Chiara Pistor und Julia Kremer hatten einen hervorragenden Job erledigt.

Schließlich mischte die Minigarde Teil II als letzter Programmpunkt noch einmal das Publikum mit ihrem mitreißenden Gardetanz so richtig auf. Als Schlusspunkt einer herausragenden Kinderkappensitzung zogen dann alle Aktiven ein letztes Mal zum großen Finale zur Bühne und bildeten eine prächtige Kulisse. Unter dem Funkenregen der Pyrotechnik, stimmte der Kinderchor „Die Chorgeister“ unter der Leitung von Manuel Malm die HCV-Hymne „Blau-weiße Sterne stehn“ an. Da hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. (PM Wolfgang Gröschen)



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