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Nachricht vom 24.02.2019 - 10:19 Uhr    

Rakib: Gelungene Integration dank Ausbildungsplatz in Nister

In einer Wohngruppe der gemeinnützigen Jugendhilfe „MUTABOR Mensch & Entwicklung“ in Nister lebt seit Oktober 2016 der 18-jährige Rakib Adam aus Togo. Er und weitere Flüchtlinge haben durch das ehrenamtliche Engagement einer pensionierten Lehrerin Deutsch gelernt. Nach der Erteilung seiner Arbeitserlaubnis durch die Ausländerbehörde in Montabaur, konnte er im August letzten Jahres eine Ausbildung zum Kraftfahrzeug-Mechatroniker bei einem Autohaus in Nister beginnen.

Rakib zwischen Bruno Bell und Kirsten Schneider. Foto: Helmi Tischler-Venter

Nister. Im großen, modernen Autohaus Bell hatte Rakib zuvor bereits ein einjähriges Praktikum über die BBS Westerwald absolviert. Sehr zur Zufriedenheit des Ausbildungsbetriebs. Hilfreich bei der Vermittlung der Lehrstelle war die Unterstützung durch die Handwerkskammer Koblenz, die eng mit „Mutabor“ zusammengearbeitet hat. Allerdings war im letzten Jahr kein Einstiegs-Qualifikations-Jahr (EQJ) möglich, weil keine Aufenthaltserlaubnis vorlag. Nachdem das Autohaus sich an die Botschaft in Berlin gewandt und den Landtagspräsidenten Hendrik Hering sowie den Ersten Kreisbeigeordneten Kurt Schüler eingeschaltet hatte, bekam der junge Togolese einen Ausbildungsvertrag. Alle Betroffenen hoffen nun sehr, dass die Aufenthaltserlaubnis folgen wird.

Geschäftsführerin Kirsten Schneider setzt sich sehr für ihren Azubi ein, mit dem sie und die Mitarbeiter sehr zufrieden sind. Schneider betont gegenüber dem WW-Kurier, dass beide Flüchtlinge - außer Rakib arbeitet noch Aman aus Eritrea im zweiten Ausbildungsjahr bei Bell - sehr eifrige und zuverlässige Kräfte seien. Während Amans Aufenthaltserlaubnis relativ schnell vorlag, stellt sich bei Rakib das Problem, dass Togo als „sicheres Herkunftsland“ gilt.

Zur Heimat hat der höfliche junge Mann nach dem Tod seines Vaters, der in Togo ebenfalls Automechaniker war, keine Verbindung mehr. Und auch keine Aussicht auf Arbeit, wie er bedauert. In seiner Wohngruppe in Nister, in der er mit 15 weiteren Leuten aus unterschiedlichen Ländern mit Unterstützung von acht Betreuern lebt, gefällt es ihm. In der SG Atzelgift/Nister spielt er Fußball. Sein nächstes Ziel ist der Führerschein, damit hat Rakib nun angefangen. Sein Gesicht leuchtet, als er davon erzählt.

Der Flüchtling erhält ein Taschengeld, denn das mit Erlaubnis der IHK in seinem Fall um 20 Prozent reduzierte Ausbildungsgeld, geht für seine Versorgung an das Jugendamt. Im Wechsel einmal beziehungsweise zweimal wöchentlich besucht der Auszubildende die Berufsschule. Zu Beginn waren die Sprachprobleme riesig, aber Schneider stellt erfreut fest, dass im letzten halben Jahr die Sprachkenntnisse ihres Azubis gewaltig gestiegen seien, sodass er leistungsmäßig bereits im oberen Drittel seiner Klasse angekommen sei.

Rakib ist mit seiner Situation sehr zufrieden. Er fühlt sich angenommen und möchte gern bleiben. Nach der dreieinhalbjährigen Lehrzeit hoffen er und die Mitarbeiter des Autohauses Bell auf anschließendes Bleiberecht für den fleißigen Togolesen. htv



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