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Nachricht vom 10.02.2019    

Pfiffige Westerwälder gewinnen

Wie lässt sich biologisches Porzellan herstellen? Gibt es eine datenschutzsichere Alternative zur Sprachassistentin „Alexa“? Oder lässt sich eine Fahrradgangschaltung auch drahtlos realisieren? Solchen Fragen sind insgesamt 172 Schüler aus dem Westerwald, dem Großraum Koblenz und aus der Eifel nachgegangen. 90 Projekte hatten sie zum Koblenzer Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ angemeldet und stellten sich nun in den Räumen der Hochschule Koblenz den kritischen Fragen von 48 Juroren in unterschiedlichen Fachgebieten.

Philipp Dähling aus Höhr-Grenzhausen. Fotos: EVM

Region/Höhr-Grenzhausen. Einer der Sieger des Tages ist Philipp Dähling aus Höhr-Grenzhausen. Er zeigte „Anfänge des intelligenten Energiesparens“ am Beispiel von Hochhausfassaden auf. „Wenn Sonne auf eine solche Fassade fällt, heizt sich das Gebäude schnell auf und muss mit hohem Aufwand klimatisiert werden“, stellt der 18-jährige Schüler des Max-Laue-Gymnasiums Koblenz fest. Seine Idee: Wird das Glas automatisch bei Lichteinfall dunkler, erwärmt sich das Haus schwächer. Also entwickelte der Westerwälder „Daniel Düsentrieb“ ein Verfahren, dass mithilfe von Polypyrrol genau diesen Effekt erzeugt. Und dank einer nachgelagerten chemischen Reaktion verschwindet die Dunkelfärbung später wieder. Das Ergebnis: erhebliche Energieeinsparung. Diese pfiffige Idee würdigte die Jury mit dem ersten Platz in der Kategorie Chemie, sodass Philipp Dähling die Region Ende März beim Landeswettbewerb in Ludwigshafen vertreten wird.

Eindruck machten auch Klara und Ferdinand Krämer aus Weitersburg. Die erfindungsreichen Geschwister machten sich daran, einen Sprachassistenten zu entwickeln, der nicht heimlich mithört und Daten zu Werbezwecken missbraucht. Die Lösung: eine Offline-Lösung, die sie „TIANE“ tauften und die Daten nur verschlüsselt durchs heimische Netz überträgt. Außerdem kommt eine Gesichtserkennung zum Einsatz, die sicherstellt, dass Nachrichten nur den gewünschten Empfänger erreichen. „Alles ist quelloffen verfügbar, sodass auch weitere Anwendungen angeschlossen werden können“, berichtet die 17-jährige Klara, die das Private Johannes-Gymnasium in Lahnstein besucht. Die Jury war beeindruckt und belohnte das Ergebnis mit dem ersten Platz im Bereich Mathematik/Informatik.



Angesichts der hohen Qualität der Forschungsergebnisse zeigte sich Wettbewerbspate Christian Schröder von der Energieversorgung Mittelrhein (evm) sehr beeindruckt: „Was Ihr hier gezeigt habt, macht uns wirklich stolz. Für uns gibt es deshalb nur Gewinner.“ Seit 19 Jahren ist die EVM bereits Partner von „Jugend forscht“ und fördert damit den wissenschaftlichen Nachwuchs. Professor Dr. Johann Stolz von der Hochschule Koblenz griff das auf und rief den Schülern zu: „Bleibt neugierig!“ Wie sehr sich das lohnt, zeigt das Beispiel von Max von Wolff, der im vergangenen Jahr zu den Gewinnern in Koblenz zählte und am Ende mit seiner Forschung zur Niederschlagsmessung sogar Bundessieger im Fach Physik wurde. (PM)


Lokales: Höhr-Grenzhausen & Umgebung
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