Werbung

Nachricht vom 09.02.2019 - 22:42 Uhr    

Theater im Keramikmuseum: An die Kunst - Textcollage und Musik

Die Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises, Beate Ullwer freute sich, das „taw – theater am werk“ im Keramikmuseum Höhr-Grenzhausen ansagen zu können. Eine Hommage an die Künste und die Künstler ist das neue Programm der vier Frauen „An die Kunst. Textcollage und Musik“.

Theater im Keramikmuseum: An die Kunst. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Höhr-Grenzhausen. Musik war am Samstagabend die erste vernehmbare Kunst: Nina Hacker zupfte sanft und melodisch auf ihrem Kontrabass. Leise auf ihrer Jazz-Gitarre mitspielend kam Katrin Zurborg dazu. Mit elektrischer Verstärkung wurde die Gitarre lauter, bis ein Dialog aus dem Off respektive Lautsprecher einsetzte zu der Frage „Warum Kunst?“

„Der Künstler ist nicht anwesend“, leitete Schauspielerin Jutta Seifert ihre Überlegungen zu Künstlern und Künstlerinnen ein. „Der Künstler steht an der Spitze des kulturellen Biotops.“ Heinrich Heine kam in einem Gedicht zu dem Resümee: „Der Stoff gewinnt erst seinen Wert durch künstlerische Gestaltung.“ Zitiert wurden auch Paul Klee und Pablo Picasso. Letzterer mit den Worten: „Wenn ich wüsste, was Kunst ist, würde ich es für mich behalten.“

Im Wechsel von Wort und Musik näherten sich die Collagenteile an zu einem Gesamtbild vom Wesen der Kunst. Die Musikstücke stammten von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Johann Strauß und den beiden Musikerinnen Nina Hacker und Katrin Zurborg selbst. Sie trennten oder unterstrichen die Wortbeiträge.

Nachdem die Malerin, Bildhauerin und Architektin Sophie Taeuber-Arp alias Jutta Seifert sich über das Jagdfest in München lustig machte, „wenn die Herren vom Drehen summen wie die Käfer“, war das Summen auf dem zart gestrichenen Kontrabass und das Brummen auf der E-Gitarre zu hören. „Onomatopoetische Klangfolge“ war Hugo Balls Bezeichnung für Sophie als Tänzerin.

Sehr gefühlvoll sang Katrin Zurborg ein französisches Chanson, bevor Sophie philosophierte: „Ich träumte vergangene Nacht, dass ich mich an einem Strande befände“. Bei den zehn Geboten für die Geschäftsfrau oder den Geschäftsmann, die oder der einen Künstler oder eine Künstlerin engagiert, kam mehrfach das Gebot vor: „Lass ihn oder sie in Ruhe!“

Die große Schauspielerin Sarah Bernhardt wurde von Jutta Seifert großartig charakterisiert: Im Pelzcape heranschreitend und mit großer Geste einen Stuhl verlangend, damit sie über sich und ihre großen Rollen monologisieren konnte.

Plötzlich einfliegende Papierflieger verbildlichten die Aussage: „Theater ist eine sehr reale Kunst. Die Regie muss auf Unvorhergesehenes reagieren.“ Pilotin der Papierflieger war die Regisseurin Walla Heldermann.

Mehr Requisiten benötigten die Künstlerinnen nicht, aber mehr Besucher hätten sie verdient gehabt. Im plastisch-künstlerischen Ambiente des Keramikmuseums erhielt die Text- und Musikcollage eine feinsinnige Wirkung. htv



Interessante Artikel



Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
       
 


Kommentare zu: Theater im Keramikmuseum: An die Kunst - Textcollage und Musik

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Kultur


Uli Schmidt schlägt Gründung einer „Wäller Kulturgenossenschaft“ vor

Region. Dies fordert Uli Schmidt, der als Vorsitzender der Kleinkunstbühne Mons Tabor und in verschiedenen kommunalpolitischen ...

Freikarten für Musik in alten Dorfkirchen für Jugendliche

Westerburg. Larsen gilt als einer der herausragenden Geiger auf dem gesamten Kontinent. Mit seinem Trio präsentiert der mit ...

Tanja Kinkel liest bei den Westerwälder Literaturtagen

Altenkirchen. Mit ihrem Roman „Das Spiel der Nachtigall“ setzte die erfolgreiche Autorin Tanja Kinkel dem berühmtesten Minnesänger ...

Weltmusik und Welttanz in Selters - Sedaa verzauberte Zuhörer

Selters. Alte Gesangstechniken der nomadischen Vorfahren und nachgeahmte Laute vom Rauschen des Grases im Wind und von Pferden ...

Premiere der "jungen Oase": Picknick im Felde

Montabaur. Briefe von Soldaten an ihre Angehörigen, gespielte Szenen, Texte und Tagebuchaufzeichnungen des eigenen Großvaters ...

Momente „Déjavu“ - Kunstausstellung im Quartier Süd

Montabaur. Simone Carole Levy sagt von sich, dass der Werkstoff Holz sehr früh von ihr bevorzugt wurde. Da sie sich gerne ...

Weitere Artikel


Vier Verkehrsunfälle mit flüchtigen Fahrern im Raum Hachenburg

Astert. Am Samstag, den 9. Februar kam es gegen 21 Uhr in der Hauptstraße in Astert zu einem Verkehrsunfall. Ein unbekannter ...

Unter Alkoholeinfluss mit Auto überschlagen

Unnau. Am Samstag, den 9. Februar kam es gegen 7 Uhr auf der L 281 zu einem Verkehrsunfall. Ein 19-jähriger Fahrzeugführer ...

Hundsangen ließ es mal wieder krachen

Hundsangen. Als wollten sie keine Zeit verlieren, erstürmte der Elferrat mit geballter Narren-Power das Parkett der Hundsänger ...

Gesellenbriefe an Metallbauer- und Feinwerkmechaniker übergeben

Wirges/Region Trotz winterlicher Witterungsverhältnisse war eine große Zahl an Junghandwerkern, deren Eltern, Ausbildern ...

91-Jährige setzt sich in Brand - lebensgefährliche Verletzungen

Nauort. Eine 91-jährige Frau versuchte laut Angaben der Polizei in ihrer Küche ein Feuerzeug mit Benzin zu befüllen. Hierbei ...

Verkehrsunsicherer Reisebus aus Osteuropa auf A 3 stillgelegt

Sessenhausen. Insbesondere ist an der Vorderachse ein Stabilisator abgerissen, der das Wanken des Fahrzeuges bei Kurvenfahrten ...

Werbung