Werbung

Nachricht vom 02.02.2019    

„Die Welt war noch nie besser für Architekten“

Das Department Architektur der Universität Siegen hat die Bachelor- und Masterzeugnisse verliehen. Eine Arbeit stach besonders hervor: Luisa Pfeifer hatte den Auftrag, ein Gründerzentrum in den Bereich der ehemaligen Kokerei der Zeche Zollverein in Essen zu integrieren. „Hier erhält man viele Inspirationen, dann entstehen die Ideen. Es war angesichts dieser Industriekulisse unglaublich spannend“, sagte Luisa Pfeifer.

Luisa Pfeifer (3. von rechts) überzeugte besonders mit ihrer Arbeit. (Foto: Universität Siegen)

Siegen. Seit der Betrieb der Zeche Zollverein in Essen am 23. Dezember 1986 endete, sind die Anlagen und Gebäude des Steinkohlebergwerks denkmalgeschützt. Die Zeche ist ein Industrie-Denkmal. Wie kann hier etwas Neues entstehen, ohne den Charakter der Stätte zu beschädigen? Vor einer Aufgabenstellung wie dieser standen die Master-Studierenden der Architektur im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten an der Universität Siegen. Wie sie die Aufgabe lösten, ist im „Architekturhaus“ am Lindenplatz in Siegen-Geisweid zu sehen, hier sind die Modelle ausgestellt. Und hier fand auch die feierliche Verleihung der Bachelor- und Masterzeugnisse des Departments Architektur statt.

„Ich bin immer wieder fasziniert, was für eine hohe Qualität bei diesen Arbeiten zu sehen ist“, sagte Professor Dr. Thomas Coelen, Dekan der Fakultät II (Bildung Architektur Künste) der Uni Siegen zur Eröffnung. Längst nicht alle behandelten das Thema „Zeche Zollverein“, auch ein Entwurf für eine neue Philharmonie in Siegen ist beispielsweise entstanden. Insgesamt elf von 13 Masterarbeiten sind ausgestellt, parallel sind 21 von 24 Bachelorarbeiten auf dem Campus Paul-Bonatz-Straße zu sehen.

Im Blickpunkt im „Architekturhaus“ stand die Master-Arbeit von Luisa Pfeifer, die mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde. Die Studentin hatte den Auftrag, ein Gründerzentrum in den Bereich der ehemaligen Kokerei der Zeche Zollverein zu integrieren. Besonders prägend für die Kokerei sind die riesigen Ventilatorenkühler in drei Gebäuden. Über insgesamt vier Monate beschäftigte sich Pfeifer wie auch ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen mit der Aufgabe, eine Gruppe reiste nach Essen und bewertete die Lage vor Ort. Welche Möglichkeiten gibt es, in welchem Zustand ist das Bauwerk noch? „Hier erhält man viele Inspirationen, dann entstehen die Ideen. Es war angesichts dieser Industriekulisse unglaublich spannend“, sagte Luisa Pfeifer.

Ihre Idee basiert auf einer „Tieferlegung“ der Eingangsebene. Unterhalb der Ventilatorenkühler ist ein drei Meter tiefer Streifen eingezogen, der die einzelnen Gebäude miteinander verbindet. Im Inneren entsteht ein neuer Bereich, beispielsweise für Arbeitsplätze neuer Start-Ups. Statt neuen Fenster sind vor den Ventilatoren Glasscheiben angebracht, so fällt Licht in den Raum. „Diese Arbeit zeigt die Nutzung des Neuen unter Bewahrung der Identität des Alten. Ein Gründerzentrum, das in einem Raum liegt, der geprägt ist vom Geist und der Atmosphäre einer vergangenen Zeit. Ein bemerkenswertes Ergebnis“, sagte Professor Dr. Peter Karle in seiner Laudatio.

Insgesamt drei Preise waren ausgelobt. Luisa Pfeifer erhielt sowohl den Preis des Fördervereins für Architektur und Bauingenieurwesen als auch den Preis des BDA (Bund deutscher Architekten – Siegen). Der Preis für studentisches Engagement in Gremien/Fachschaft während des Studiums vom Alumniverbund der Universität Siegen erhielt Julia Schubert.

Für die Absolventinnen und Absolventen beginnt nun ein neues Kapitel. „Die Architektur bietet so unglaublich viele Möglichkeiten, machen sie etwas daraus“, sagte Departmentsprecher Professor Dr. Bert Bielefeld. Die Chancen stehen gut, angesichts der vollen Auftragsbücher vieler Baufirmen und der hohen Nachfrage nach Fachkräften. So lautete das Fazit: „Die Welt war noch nie besser für Architekten.“ (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Neue Teamer in der Kirchengemeinde Hachenburger Land eingeführt

In einem feierlichen Gottesdienst wurden neun Jugendliche als neue Teamer in der Evangelischen Kirchengemeinde ...

Verbandsgemeinde Selters spendet ausgediente Feuerwehrartikel an die Ukraine

Die Verbandsgemeinde Selters hat kürzlich eine für die Ukraine bedeutende Spende auf den Weg gebracht. ...

Ponys Lotte und Monty verzaubern das Caritas-Altenzentrum Helena in Hachenburg

Die Bewohner des Caritas-Altenzentrums Haus Helena in Hachenburg erlebten einen besonderen Nachmittag. ...

Ein poetischer Abend mit Stephan Wahl in Neuhäusel: Zwischen Chaos und Hoffnung

In Neuhäusel erwartet die Besucher ein besonderer Abend mit Stephan Wahl, einem Priester und Dichter ...

Polizei warnt vor russischsprachigen Schockanrufern

In den letzten Wochen ist es im Raum Koblenz vermehrt zu betrügerischen Telefonanrufen gekommen. Die ...

Benefizkonzert in Bad Marienberg zum 20-jährigen Schuljubiläum

Zum 20-jährigen Bestehen des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg ist ein besonderes Konzert geplant. ...

Weitere Artikel


Buchtipp: „Mein lila Hut“ oder eine Anleitung zum Glücklich-sein

Durch berufliche Neuorientierung lernte unsere Redakteurin vor kurzem Ulla Seifert kennen. Und das kann ...

„bunt statt blau“: Eine Aktion gegen das Rauschtrinken

Mit Kunst gegen das Komasaufen geht der Wettbewerb „bunt statt blau“ in eine neue Runde. Der Plakatwettbewerb ...

IHK Koblenz: Sprechtage zum neuen Verpackungsgesetz

Die Industrie und Handelskammer (IHK) Koblenz informiert zum neuen Verpackungsgesetz. Es löst die bisher ...

Machen sich Einbrecher Todesanzeigen zunutze?

Ganz abwegig ist diese Überschrift nach Ansicht der Polizei nicht. In den letzten Tagen drangen Unbekannte ...

Keramikmuseum Westerwald lädt zur Japanischen Teezeremonie

„Das japanische Teehaus in der bisherigen Dauerausstellung des Keramikmuseums wurde 1995 vom Teeweg-Meister ...

Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige in Hachenburg in Gründung

Die Pflege-Selbsthilfe c/o WeKISS mit Sitz in Westerburg möchte auf Initiative einer Betroffenen aus ...

Werbung