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Nachricht vom 17.11.2018    

Neue Experten für den Wald

Wie man eine Spechthöhle oder Biotope im Wald erkennt, was in einem Wasserschutzgebiet gilt oder ob man in einem Waldgebiet besser den Harvester oder die Motorsäge einsetzt – 20 Forstwirte aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland haben am 14. und 15. November bewiesen, dass sie darauf und auf viele weitere Fragen eine kompetente Antwort haben. Sie haben an einer berufsbegleitenden Fortbildung zum Forstwirtschaftsmeister am Forstamt Hachenburg - Forstlichen Bildungszentrum - teilgenommen und die Prüfungen erfolgreich bestanden.

Forstwirtschaftsmeister 2018. Foto: Landesforsten RLP Cornelia Fronk

Hachenburg. Anders als eine Forstwirtin oder ein Forstwirt sind Forstwirtschaftsmeister auch berechtigt, andere Menschen auszubilden. Zudem unterstützen sie die Försterinnen und Förster bei der täglichen Arbeit. Denn welcher Baum gefällt wird und welcher noch weiter wachsen soll, bestimmen Försterinnen und Förster – die Forstwirte übernehmen dann den praktischen Teil mit den Holzerntegeräten. Als Meisterin oder Meister darf man aber auch Aufgaben übernehmen, die normalerweise ein Forststudium voraussetzen.

„Eigentlich kennt man nur die Försterinnen und Förster mit der Sprühdose in der Hand, die bestimmen, welcher Baum als Rohstoff genutzt werden soll oder welcher auf jeden Fall stehen bleiben muss, weil er ökologisch oder ökonomisch besonders wertvoll ist. Die aufgesprühten Zeichen an den Bäumen sagen den Forstwirten dann, ob sie den Baum ernten sollen“, erklärt Cornelia Fronk auf der Abschlussfeier der Forstwirte am Forstlichen Bildungszentrum in Hachenburg. Die Forstingenieurin und Fachlehrerin hat neben vielen anderen Referentinnen und Referenten den 20 Männern ihr Wissen zum Meistertitel vermittelt, und freut sich auf neue, kompetente Fachleute im Wald.

„Die Forstwirtschaftsmeister haben sich dieses Wissen angeeignet und können so in den Forstrevieren, deren fachkundige Bewirtschaftung immer anspruchsvoller wird, die Försterinnen und Förster besser unterstützen.“ Von der Pflanzung bis zur Ernte wissen sie nun über jeden Schritt Bescheid: „Sie können nun selbstständig alles ökologisch, ökonomisch und rechtlich beurteilen – und ihr Wissen an Azubis weitergeben“, so Fronk.

Fachpersonal wichtiger denn je
Dieses Wissen zahlt sich für alle aus: Die Meister bekommen mehr Gehalt und auch das mögliche Tätigkeitsfeld erweitert sich deutlich. „Gerade in einem von der Witterung her so extremen Jahr wie diesem, in dem der Borkenkäfer und die anhaltende Dürre die gesamte Branche unter enormen Druck stellt, ist Fachpersonal wichtiger denn je. Ich freue mich über die Bereitschaft der heute ausgezeichneten Kollegen, sich mit viel Engagement weiterzubilden und ihr so erworbenes Wissen als Ausbilder anschließend auch wieder an junge Azubis weiterzugeben“, sagte Dr. Jens Jacob, Leiter des Landesbetriebs Landesforsten Rheinland-Pfalz auf der Abschlussfeier. „Wir schreiben seit über 300 Jahren Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft groß. Forstwirtschaft ist insofern zugleich ein gelebtes Beispiel für einen funktionierenden Generationenvertrag. Werben Sie daher bitte auch dafür, dass die Generationenfolge in den Forstberufen nicht abreißt und sich noch mehr junge Menschen für diese Berufe interessieren“, ergänzte er mit Blick auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel der Branche.

Auch Dr. Jürgen Becker von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, die für die Prüfungen verantwortlich ist, ist stolz auf die 20 neuen Forstwirtschaftsmeister: „Sich neben dem Beruf weiter zu qualifizieren, kostet nicht nur Zeit, sondern auch viel Disziplin. Hut ab, dass Sie das geleistet haben.“

Siegfried Rohs, Vorsitzender der Prüfungskommission, gratulierte und sagte: „Bildung und der Wald – beides sind zwei hohe Güter für uns alle. In Ihrem Meistertitel haben Sie beides zusammengebracht und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt einer wertvollen Ressource, eines wichtigen Erholungsraumes und eines spannenden Ökosystems.“

Hintergrund: Wie wird man Forstwirtschaftsmeisterin oder Forstwirtschaftsmeister?
Zunächst benötigt man im Regelfall eine Ausbildung zur Forstwirtin oder zum Forstwirt. Nach mindestens zwei Jahren Berufserfahrung kann man sich für den Meistertitel weiterqualifizieren.

Die Fortbildung zum Fortwirtschaftsmeister beziehungswiese zur Forstwirtschaftsmeisterin dauert inklusive der Prüfungen ungefähr 23 Wochen und findet über einen Zeitraum von einem knappen Jahr als Blockunterricht am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg statt. Der Unterricht findet dabei zu großen Teilen im Wald statt, so dass die Teilnehmer direkt an Praxisbeispielen lernen. Auch Exkursionen, etwa zu Sägewerken oder in den Privatwald, stehen auf dem Programm.

Die Prüfungen umfassen dabei drei Bereiche:
Im Teilbereich „Produktion und Dienstleistung“ stehen die Planung, Durchführung und Bewertung von Maßnahmen der Waldbewirtschaftung, der Landschaftspflege, des Naturschutzes und des Jagdbetriebes im Vordergrund. Auch die Planung, Durchführung und Bewertung des Einsatzes von Arbeitskräften und Maschinen lernen die angehenden Forstwirtschaftsmeister in diesem Bereich.

Der Teilbereich „Betriebs- und Unternehmensführung“ umfasst das Erkennen, Analysieren und Bewerten von wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Zusammenhängen im Betrieb und im Rahmen der Projekt- und Einsatzleitung. Dabei werden die Rahmenbedingungen forstwirtschaftlicher Produktion, beispielsweise gesetzliche Rahmenbedingungen sowie wirtschafts- und forstpolitische Grundlagen berücksichtigt.

Im Teilbereich „Berufsausbildung und Mitarbeiterführung“ werden Zusammenhänge der Berufsbildung und Mitarbeiterführung vermittelt und Methoden der Ausbildung und Mitarbeiterführung aufgezeigt. In diesen Bereich fällt der Ausbilderschein.

Weitere Informationen erhalten Sie von Cornelia Fronk, Fachlehrerin am Forstamt Hachenburg - Forstliches Bildungszentrum Hachenburg; Telefon 02662 – 9547-437; Email: cornelia.fronk@wald-rlp.de


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