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Nachricht vom 06.11.2018    

Hospiz St. Thomas feierte erstes Jubiläum

Gut ein Jahr ist es nun her, dass die Vision eines stationären Hospizes für den Westerwald Wirklichkeit wurde. Unter der Schirmherrschaft des Landrates Achim Schwickert wurde am Sonntag, 4. November das erste Jubiläum der karitativen Einrichtung in Dernbach gefeiert. Die Jubiläumsfeier stand im Zeichen der Kunst.

Einweihung der Skulptur vor dem Hospiz St. Thomas. Fotos: privat

Dernbach (Ww). „Wir haben im letzten Jahr viel erlebt. 90 Gäste und ihre An- und Zugehörigen duften wir in den vergangenen Monaten begleiten. Gemeinsam haben wir viel gelacht – aber auch viel geweint“, erzählt Hospizleiterin Eva-Maria Hebgen, die die zahlreich erschienen Gäste nach dem gemeinsamen Gottesdienst in der Kapelle des Herz-Jesu-Krankenhauses in Dernbach begrüßte. „Ich spreche hier für mein ganzes Team, wenn ich sage, dass wir sehr dankbar für diese Aufgabe sind. Ein großes Dankeschön möchte ich noch einmal unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern aussprechen: Danke, dass ihr da seid. Ohne euch wäre vieles nicht möglich“, so Hebgen weiter.

Bewegende Worte fand auch Dr. Elke Freudenberg in ihrem Festvortrag zum Thema „In Gleichklang … mit den An- und Zugehörigen kommen?“. Einfühlsam und ehrlich schlüpfte die Psychoonkologin in die Rolle einer fiktiven Angehörigen und blickte aus ihren Augen auf die Situation ihres kranken Ehemannes, den sie bis zu dessen Tod begleitete. „Vor dem Tod liegt ein ganzes Leben“ – die Essenz der Geschichte ging allen Zuhörenden unter die Haut.

Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss fand ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm in den Räumlichkeiten des Hospizes statt. Neben Klangschalenmeditation und Traumreise wurde auch die als Dank an alle Spender im Hospizgarten stehende Skulptur feierlich eingeweiht. Auf die Initiative des Hospizvereins Westerwald e. V. hin wurden Studierende des Instituts für künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz in Höhr-Grenzhausen gebeten, Entwürfe vorzustellen. Eine Jury bestehend aus Vertretern der Trägergesellschaft Katharina Kasper HOSPIZ GmbH, dem Hospizverein Westerwald e. V., HUF Haus sowie dem Institut für künstlerische Keramik und Glas lobte daraufhin den Gewinner aus: Paul Simon Heyduck überzeugte mit seiner Skulptur, die in ihrer geschwungenen Form sowohl Dynamik und Bewegung als auch eine tiefe Erdverbundenheit darstellt.



Die Studierenden mussten sich im Laufe des Arbeitsprozesses inhaltlich ausführlich mit dem Thema Hospiz beschäftigen: Wie kann eine Skulptur dem Engagement der Bürger Rechnung tragen und gleichzeitig dem Ort und der Besonderheit eines Hospizes gerecht werden? Wie kann das Objekt in die Architektur integriert werden? Und natürlich: Wie können die Entwürfe in der Realität umgesetzt werden? „Ich fand das Thema von Anfang an sehr spannend“, erzählt Heyduck, den vor allem die elementare Arbeit mit dem Rohstoff Ton reizte. „Und trotzdem hatte ich erst Zweifel und habe mir viele Gedanken darüber gemacht, ob ich der Aufgabe gewachsen bin. Für mich stand fest, ich möchte eine Skulptur entwerfen, die sowohl an die Spender adressiert ist als auch die Menschen im Hospiz anspricht.“ Herauskam eine Skulptur, die aufstrebend und positiv erscheint. „Wie eine schützende Hand“, erklärt der Künstler. Sie bildet verschiedene Stränge, die sich immer wieder treffen und auf diese Weise den Zusammenhalt unter den Spendern, die gemeinsam viel erreicht haben sowie den Zusammenhalt unter den Menschen, die die Hospizgäste aktiv auf ihrem Weg begleiten, demonstriert. „Eine statische Figur kam für mich nicht in Frage. Das hätte ich als zynisch und frustrierend empfunden“, beschreibt Heyduck seine Idee.

Ein weiteres künstlerisches Projekt, das an diesem Tag verwirklicht wurde, ist das Gemälde „Sonne im Hospiz“. Jeder Besucher war dazu aufgerufen, unter dem Motto „Sonne im Hospiz“ mit einem eigenen Beitrag Farbe auf die Leinwand zu bringen. Initiiert wurde diese Idee von Bärbel Bell, die das Projekt künstlerisch begleitet und im Nachgang der Veranstaltung zu einem Gesamtbild komplettiert. (PM)


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