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Nachricht vom 18.10.2018    

DAK-Gesundheitsreport: Mehr psychische Erkrankungen im Westerwaldkreis

Eine aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für Montabaur und den Landkreis Westerwald zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen im letzten Jahr: Die Fehltage bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen Rückenschmerzen zählen, stiegen um fünf Prozent an. Um 30 Prozent und damit am stärksten zugenommen haben Krankschreibungen aufgrund von psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Sie landeten auf dem zweiten Platz. An dritter Stelle folgten Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Bronchitis. Die Ausfalltage hier stiegen um 13 Prozent.

Montabaur. Der Krankenstand in der Stadt Montabaur und im Landkreis Westerwald ist 2017 angestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,3 Prozentpunkte zu. Mit 4,5 Prozent gab es in der Region einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,3 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 45 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Rheinland-Pfalz wurde mit 5,3 Prozent in der Stadt Pirmasens und im Landkreis Südwestpfalz verzeichnet, der niedrigste mit 3,8 Prozent in den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für Montabaur und den Landkreis Westerwald zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen Rückenschmerzen zählen, stiegen um fünf Prozent an. Sie lagen über dem Landesdurchschnitt. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile fast 23 Prozent. Damit führt die Diagnose die Liste der Krankheitsursachen in der Region an. Um 30 Prozent und damit am stärksten zugenommen haben Krankschreibungen aufgrund von psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Sie landeten auf dem zweiten Platz. An dritter Stelle folgten Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Bronchitis. Die Ausfalltage hier stiegen um 13 Prozent.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand in der Stadt Montabaur und im Landkreis Westerwald, um so Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten zu geben“, sagt Alexander Greco, Chef der DAK-Gesundheit in der Region. „Die fundierten Analysen helfen uns, noch gezielter beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. Damit soll beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt werden.“

1,5 Millionen Rheinland-Pfälzer leiden unter Rückenschmerzen
Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Rätsel Rücken – warum leiden so viele Rheinland-Pfälzer unter Schmerzen?“ auch, wie verbreitet Rückenleiden bei den Arbeitnehmern im Land sind. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Rheinland-Pfalz aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden. Das Fazit: Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden in Rheinland-Pfalz rund 1,5 Millionen Erwerbstätige unter Rückenschmerzen. Nach Ergebnissen der Umfrage hatten 74 Prozent aller Beschäftigten im vergangenen Jahr „Rücken“. Jeder Vierte hat aktuell Beschwerden. Auf 100 Erwerbstätige in Rheinland-Pfalz entfielen rund 88 Fehltage wegen Rückenschmerzen. In der Stadt Montabaur und im Landkreis Westerwald war die Zahl der Ausfalltage mit rund 101 deutlich höher als im Landesschnitt. Die durchschnittliche Dauer je Krankschreibung lag mit gut 14 Tagen etwas über dem Landesdurchschnitt (12,4 Tage). „Leider zeigt sich auch bei uns in Montabaur und im Landkreis Westerwald, dass es trotz eines verstärkten Engagements im Betrieblichen Gesundheitsmanagement noch keine signifikante Verbesserung gibt“, so Alexander Greco. „Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten.“



Risikofaktoren für Rückenschmerzen
Die große Mehrheit in Rheinland-Pfalz meldet sich mit Rückenschmerzen allerdings nicht krank. 84 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen der Rückenschmerzen krank zu melden, steigt jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen und dem Chronifizierungsgrad. Entscheidend ist auch, ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen, einem hohen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt sind oder ihren Job mit wenig Freude erledigen. All diese Faktoren machen eine Krankmeldung wahrscheinlicher.

Der DAK-Report zeigt, unter welchen Beschwerden Betroffene in Rheinland-Pfalz konkret leiden: So schmerzt bei 76 Prozent die Lendenwirbelsäule. 46 Prozent haben Probleme mit dem Nacken. Mehr als jeder Vierte (26 Prozent) gibt Schmerzen an mehreren Bereichen der Wirbelsäule an. Jeder zehnte Rückenschmerz-Geplagte hat dabei starke bis sehr starke Schmerzen.

Mehrheit geht nicht zum Arzt
Die große Mehrheit der Rheinland-Pfälzer versucht zunächst allein mit den Schmerzen zurechtzukommen. Ein Drittel der Betroffenen (30 Prozent) war laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen der Rückenbeschwerden beim Arzt. Von diesen suchten rund 77 Prozent bei einem einzigen Mediziner Hilfe. 18 Prozent konsultierten zwei, vier Prozent drei Ärzte wegen ihrer Beschwerden. Gefragt nach der konkreten Rückenschmerz-Behandlung gaben 69 Prozent der Betroffenen an, eine Physiotherapie verordnet bekommen zu haben. 34 Prozent erhielten eine Beratung, wie Schmerzen reduziert werden können. 25 Prozent erhielten Schmerzmittel, jeder Vierte bekam eine Spritze (24 Prozent). Bei jedem Fünften (20 Prozent) wurde ein CT oder ein MRT des Rückens gemacht. Der Zusammenhang von Stress und Rückenschmerzen wurde in den Praxen kaum thematisiert (drei Prozent). „Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden“, fordert Greco

Als erste Reaktion auf die aktuelle Studie bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort ein neues onlinebasiertes Rücken-Coaching an. Unter dem "Titel Rücken@Fit" erhalten Betroffene eine verhaltensorientierte individuelle Hilfe bei akuten und chronischen Rückenschmerzen. „Dieses moderne Coaching geht sehr persönlich auf die Rückenprobleme ein“, erläutert Alexander Greco. (PM)


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