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Nachricht vom 26.09.2018    

Wolf dürfte auf Truppenübungsplatz Daaden heimisch werden

Die Umweltministerin Ulrike Höfken erklärte am 26. September in Mainz: „Es ist davon auszugehen, dass sich erstmals wieder ein Wolf in Rheinland-Pfalz dauerhaft niederlässt“. Ein erneuter Wolfsnachweis am ehemaligen Truppenübungsplatz Daaden konnte erbracht werden. Die junge Fähe stammt aus einem niedersächsischen Rudel, das dort erfolgreich Junge großzieht.

Symbolfoto: Wolfgang Tischler

Daaden. Nachdem Mitte Mai anhand von Fotos ein Wolf am Truppenübungsplatz Daaden/ Stegskopf bestätigt werden konnte, erfolgte nun ein erneuter Nachweis eines Wolfes auf der ehemalig militärisch genutzten Fläche im Landkreis Altenkirchen. Anhand von Kotproben aus dem August dieses Jahres konnte das Senckenberginstitut für Wildtiergenetik in Gelnhausen die Anwesenheit eines weiblichen Jungwolfes bestätigen. Der genetische Nachweis hat ergeben, dass der neu zugewanderte Wolf aus dem Rudel „Göhrde“ in Niedersachsen stammt.

Dieses Rudel hat sich erst 2016 gegründet und zieht seit dem erfolgreich Junge groß. „Nach Einschätzungen der ‚Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf‘, kurz DBBW, handelt es sich wegen des zeitlichen und räumlichen Zusammenhangs zwischen den Nachweisen aus Mai und August dieses Jahres um dasselbe Tier“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken in Mainz. „Eine dauerhafte Ansiedlung der Fähe am Truppenübungsplatz ist laut DBBW daher wahrscheinlich. “Rein wissenschaftlich kann derzeit jedoch noch nicht von einer Territorialität gesprochen werden. Dies wäre erst der Fall, wenn die Anwesenheit des Tieres über sechs Monate genetisch nachgewiesen werden kann.

Truppenübungsplätze stellen hervorragende Lebensräume dar. Das zeigt sich bundesweit. „Die vorsorgliche Ausweisung des ‚Präventionsgebietes Westerwald‘ Ende Mai war daher richtig und vorausschauend“, erklärte die Ministerin. Seitdem können Nutztierhalter von Schafen und Ziegen sowie landwirtschaftliche Wildhalter im Bereich des Präventionsgebietes Förderungen vom Land für Investitionen in Präventionsmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe erhalten. „Im Präventionsgebiet kann die Erstattung von bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten für wolfssichere Zäune und Herdenschutzhunde beantragt werden. Das gilt auch hier, am Truppenübungsplatz Daaden/ Stegskopf“, betonte Höfken. Der Truppenübungsplatz heißt inzwischen „Naturerbefläche Stegskopf“ und gehört der „Deutschen Bundesstiftung Umwelt“.

Da der Wolf eine hochmobile Art ist, hat das rheinland-pfälzische Umweltministerium im März 2018 ein gemeinsames Vorgehen zum Herdenschutz und Wolfsmanagement mit Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland beschlossen. Die Kooperationsvereinbarung umfasst die länderübergreifende Zusammenarbeit bei Fang und Besenderung von Wölfen, den Umgang mit beziehungsweise die Tötung von auffälligen Tieren sowie einen regelmäßigen Informationsaustausch.

Hintergrund:
Bisher wurden in 15 Fällen Wölfe in Rheinland-Pfalz nachgewiesen, die wahrscheinlich auf sechs bis neun einzelne Wolfsindividuen zurückzuführen sind:

Allein in 2018 gab es sechs Nachweise:
• genetischer Nachweis an gerissenen Damtieren bei Leutesdorf/Neuwied
• genetischer Nachweis an gerissenem Reh bei Leutesdorf/Neuwied
• genetischer Nachweis an Hirschkalb bei Reidenbruch/Neuwied
• zwei Sichtungen mit Bildbeleg am ehemaligen Truppenübungsplatz Daaden/Stegskopf
• genetischer Nachweis mittels Analyse von Kotproben am ehemaligen Truppenübungsplatz Daaden/Stegskopf.

Die Risse der Damtiere und des Rehs bei Leutesdorf sind auf die gleiche Wolfsfähe zurück zu führen. Die Nachweise am Truppenübungsplatz stammen mit großer Wahrscheinlichkeit alle von der jungen Wolfsfähe aus Göhrde.

Der im Jahr 2015 beschlossene Managementplan zum Umgang mit Wölfen in Rheinland-Pfalz sieht die Möglichkeit für Präventions- und Ausgleichsmaßnahmen vor. So werden Schäden an Nutztieren zu 100 Prozent von der Landesregierung übernommen, wenn der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann.

Für alle Fälle im Umgang mit Wölfen hat das Umweltministerium eine zentrale Hotline unter der Telefonnummer 06306/911199 eingerichtet.


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Kommentare zu: Wolf dürfte auf Truppenübungsplatz Daaden heimisch werden

3 Kommentare

Offensichtlich gibt es immer noch Menschen, die Grimms Märchen "Rotkäppchen und der böse Wolf" zu ernst nehmen.

Ich finde der Wolf hat ein Recht hier zu leben. Schließlich hat der Mensch in der Vergangenheit das Tier immer stärker aus seinem natürlichen Lebensraum vertrieben. Übrigens ist in Europa bis heute kein einziger Fall bekannt, bei dem ein gesunder und wildlebender Wolf einen Menschen getötet hat.
Da Wölfe sehr scheue Tiere sind, ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass sie Menschen angreifen. Ich freue mich, dass der Wolf sich im Westerwald wieder ansiedelt und habe absolut keine Bedenken in diesen Gebieten auch spazieren zu gehen.

#3 von Martin Lahm, am 27.09.2018 um 18:43 Uhr
Hallo Herr Sanner,

sie haben vollkommen Recht. Denn der Mensch ist das einzige Lebewesen was ein recht zu leben hat. Warum diese "Nutzlosen" Tiere nicht sofort abschlachten ? Wieso nicht das selbe mit Löwen? Sind immerhin auch Raubtiere oder?
Lasst uns einfach alles abschlachten was uns gerade im Weg rum geht. Ach so stimmt Löwen gibt es nicht hier in Deutschland von daher dürfen die Leben. Stimmt´s Herr Sanner ?
Nein natürlich nicht.
Der Wolf hat das gleiche Recht zu Leben wie jedes andere Lebewesen. Und natürlich gebe ich ihnen Recht es müssen Vorkehrungen getroffen werden die ausschließen das hierbei ein Mensch verletzt wird. Und der Mensch möchte ganz oben an der Nahrungskette stehen also sollte er hier die Oberhand behalten und die Population in Grenzen halten. Aber eine Grund negative Einstellung zu diesem Tier finde ich weder Fair noch angebracht.
Vielleicht nehmen sie sich die Zeit und denken darüber mal nach.

Ach und zu dem Thema "Nutzlos" beschäftigen sie sich doch mal mit diesem Thema:

Bevor die Wölfe nach 70jähriger Abwesenheit wieder auftauchten, war die Anzahl an Hirschen im Yellowstone Park ständig gestiegen, denn niemand jagte sie. Und trotz aller Bemühungen des Menschen, ihre Ausbreitung zu kontrollieren, konnten die Tiere die Vegetation so stark reduzieren, daß kaum noch etwas übrig war. Sie hatten es einfach abgeweidet.

Mfg Mike Wiedmann
#2 von Wiedmann Mike, am 27.09.2018 um 18:19 Uhr
Mann kann allen beteiligten nur gratulieren, das Sie den nachfolgenden Generationen ein Raubtier in de Naherholungsgebieten hinterlassen. Der nutzlose Wolf wurde seinerzeit , weil er eine Gefahr für MENSCH und Tier ist, von Intelligenten Menschen ausgerottet. Man sollte nicht so blauäugig sein das bei nicht vorhandener Tierischen Nahrung das Raubtier zum Vegetarier wird und zur Möhre greift. Bis zur Erkenntnis das man ein Raubtier nicht kontrollieren oder Steuern kann, kann man schon mal die Zeit mit dem Versuch die Amerikanische Schweinepest auszurotten überbrücken (nur so zum Üben). Oder die Erfolgreiche Wiedereingliederung von Wildschweinen in Berliner Vorgärten feiern....
Es sollte die Frage an die Politik erlaubt sein wie die Entschädigung der Angehörigen aussieht deren Kind Partner Elternteil von einem Wolf Gerissen wurde aussieht, was bis jetzt von allen beteiligten verdrängt wird (die Möhre lässt Grüßen)
Allen Lesern viel Spaß beim Wandern durch den Westerwald ..

Dirk-Uwe Sanner
#1 von Sanner Dirk-Uwe, am 27.09.2018 um 17:06 Uhr

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