Werbung

Nachricht vom 25.09.2018    

Zwei visionäre Projekte verändern die Innenstadt von Selters

Die Stadt Selters will mit dem „Quartier Saynbachaue“ städtebauliche Ideen umsetzen. Eng darauf abgestimmt geht ein weiteres Projekt an die Öffentlichkeit: Ein privater Investor plant umfangreiche Veränderungen rund um die Alte Mühle. Anhand von 3-D-Animationen, die fast wie Fotografien aus der Zukunft wirken, gab Friedrich Hachenberg vom Planungsbüro Stadt-Land-plus bei einer Einwohnerversammlung erste Einblicke in das städtebauliche Konzept.

Die Stadt Selters will mit dem „Quartier Saynbachaue“ städtebauliche Ideen umsetzen. (Visualisierung: Planungsbüro Stadt-Land-plus)

Selters. Große städtebauliche Veränderungen stehen in Selters an. Mit dem „Quartier Saynbachaue“ stellte Stadtplaner Friedrich Hachenberg bei einer Einwohnerversammlung ein visionäres Projekt vor, dass die Stadt in den kommenden Jahren umsetzen will. Eng darauf abgestimmt geht ein weiteres Projekt an die Öffentlichkeit: Ein privater Investor plant umfangreiche Veränderungen rund um die Alte Mühle. Anhand von 3-D-Animationen, die fast wie Fotografien aus der Zukunft wirken, gab Friedrich Hachenberg vom Planungsbüro Stadt-Land-plus erste Einblicke in das städtebauliche Konzept.

Wertiger Wohnraum
Mit dem Vorhaben beabsichtigt die Stadt Selters wertigen und barrierefreien Wohnraum im Ortskern zwischen der Rheinstraße und dem Saynbach zu schaffen und den Saynbach selbst in die städtische Fläche einzubeziehen. Die vorgestellte Planung tut genau das: So wird es künftig einen Gehweg entlang des Baches geben, der Teil eines durch Selters führenden bachbegleitenden Weges ist. Das Ufer wird durch neue Gestaltung erlebbar. Der Mühlengraben als Zulauf des Saynbaches soll geöffnet und Blickfang einer zentralen neuen Brücke werden. An dieser Stelle soll Gastronomie für Belebung sorgen. Eine weitere Fußgängerbrücke verbindet das Quartier Saynbachaue mit dem Mühlenweg. Die neuen Wohngebäude, die auf dem Gelände des heutigen Parkplatzes entstehen, sind fingerartig angeordnet, so dass der Raum dazwischen durchlässig ist und der Saynbach so mehr ins Bewusstsein rückt. „Uns ist es wichtig, dass wir immer wieder Freiräume schaffen und keine geschlossene Fassadenfront“, erklärt Hachenberg seine gestalterisch-strategischen Idee.

Eine zentrale Idee der Planung ist das Schaffen einer Achse vom Verbandsgemeindegebäude über den Marktplatz bis zur evangelischen Kirche. Diese optische Achse wird im derzeitigen Plan geschaffen durch einen sich aufweitenden Weg – ähnlich einer Fußgängerzone – am Nachbarschaftsplatz vorbei, entlang der neu zu schaffenden Gebäudelinien im Raum zwischen Rheinstraße und Bahnhofstraße und über die neue Saynbachbrücke. Diese und auch andere Bauten werden mit Trachyt als regionalem Baustoff gebaut oder sind diesem farblich angepasst.

Die wegfallenden Parkplätze sollen aufgefangen werden durch ein Parkdeck und vielleicht auch durch eine Tiefgarage. Das Parkdeck in zwei oder drei Ebenen entsteht in der Nähe der heutigen Bushaltestelle. Nach Vorstellung des Stadtplaners ist es als Portal in die Stadt und als Mobilitätsstation zu verstehen und soll viele Funktionen vereinen: Parkplätze, Bushaltestelle, Fahrradboxen, Elektromobilitätsladepunkte und eine Photovoltaik-Anlage. Ziel ist es, mehr Parkfläche zu schaffen als bisher, weil durch die Neukonzeption eine höhere Nutzung erwartet wird.

Viele Gespräche
„Bevor der erste Stein gesetzt wird, müssen noch viele Gespräche mit Eigentümern, Investoren und Behörden geführt werden“, sagt Stadtbürgermeister Rolf Jung, „jetzt ist uns wichtig, dass klar wird: Dieses Projekt wird langfristig umgesetzt, auch wenn die Details noch nicht geklärt sind.“ Das sieht auch der Stadtrat so, der in seiner Sitzung große Zustimmung signalisierte.

„Selters liegt verkehrsgünstig, hat eine gute Infrastruktur und Nahversorgung sowie eine attraktive Kulturlandschaft. Auf gezielt ausgewiesenen Wohnbauflächen konnten insbesondere Neubürger angesiedelt werden“, erklärt Stadtplaner Hachenberg. „Das hat alles zu einer seit 30 Jahren wachsenden Einwohnerzahl mit vergleichsweise jungen Bevölkerungsstruktur geführt.“ Durch diese Entwicklung sei die Ortslage stark in den Außenbereich gewachsen, während der Strukturwandel in Teilen des Stadtkerns sichtbare negative Spuren – sanierungsbedürftige Bausubstanz, Geschäftsaufgaben, Teilleerstände – hinterlassen habe. Dem soll das städteplanerische Konzept „Quartier Saynbachaue“ entgegenwirken. Man möchte den Standort Selters als Wohn-, Arbeits- und Lebensort qualifizieren und gerade junge Bewohner und Familien anziehen und halten. Gleichzeitig sollen damit die Voraussetzungen verbessert werden, dass ältere Bewohner möglichst lange und selbstbestimmt in vertrauter Umgebung leben und städtische Vielfalt genießen können.

Backfabrik nutzen
Auf diese Planung abgestimmt ist das private Investitionsvorhaben von Thomas Schütz. Er möchte rund um die Alte Mühle privaten und öffentlichen Raum schaffen. In der Planung spielt das „Wassermotiv“ als ortsprägendes Gestaltungsmittel eine wichtige Rolle. „Wasser prägte von frühester Zeit das Schaffen der Menschen an diesem Ort“, sagt Thomas Schütz. Auf dem derzeit brach liegenden Gelände sollen Gebäude entstehen für Wohngruppen, Betreutes Wohnen und für das „Stiftungsprojekt Jugendhilfe Selters“. Auch die alte Mühle soll künftig verschiedene Wohnformen ermöglichen. Die ehemalige Backfabrik soll für vielfältige kulturelle, öffentliche und Festanlässe nutzbar gemacht werden aber auch den täglichen Aktivitäten der Bewohner der Anlage dienen. Mit diesem Vorhaben bekommt eine bisherige Leerstelle im Stadtraum eine völlig neue Funktionalität, auch als Bindeglied zwischen Wohngebiet, Innenstadt und Saynbachcenter. (PM)


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Selters auf Facebook werden!


Kommentare zu: Zwei visionäre Projekte verändern die Innenstadt von Selters

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Politik, Artikel vom 16.02.2020

Hachenburgs Einwohnerzahlen steigen wieder an

Hachenburgs Einwohnerzahlen steigen wieder an

Die Verbandsgemeinde Hachenburg ist im vergangenen Jahr wieder gewachsen. Nach der aktuellen Einwohner-Statistik waren am Stichtag 31. Dezember 2019 genau 24.509 Einwohner mit Hauptwohnsitz gemeldet. Dies sind 113 mehr als am 30. Juni 2019 und somit ein Anstieg von 0,46 Prozent.


Wirtschaft, Artikel vom 13.02.2020

Westerwald-Brauerei sucht Bierverkoster/innen

Westerwald-Brauerei sucht Bierverkoster/innen

Die Westerwald-Brauerei in Hachenburg plant in dem brauereieigenen Gastraum "Schalander" eine breit angelegte Bierverkostung. Was genau verkostet wird, bleibt noch ein großes Brauerei-Geheimnis. Bewerbungsfrist für Interessierte ist der 21. Februar.


B-Juniorinnen des SV Gehlert sind Vize-Rheinlandmeister im Futsal-Hallenfußball

Am Ende fehlte das berühmte ‚Quäntchen Glück‘ oder auch nur ein Punkt auf den Regionalligisten TuS Issel. Das beste Torverhältnis hatte man ohnehin. Gehlert ist für den Regionalentscheid qualifiziert.


Kultur, Artikel vom 16.02.2020

Stöffel-Park startet in die Besuchersaison

Stöffel-Park startet in die Besuchersaison

Welcome back! Die Besuchersaison im Stöffel-Park beginnt am 1. März um 10 Uhr. Und an diesem Sonntag wird auch gleich eine Kunstausstellung eröffnet: „Splitter auf Goldfolie“ von Marion Milbradt und Barbara Hörter-Todt. Interessierte sind zur Vernissage um 16 Uhr herzlich eingeladen. Die grafischen und fotografischen Werke der beiden Hachenburgerinnen sind bis zum 30. April zu sehen.


Mit dem Mountainbike in der Passionszeit unterwegs

Mal angenommen, das Fahrrad wäre nicht 1817, sondern schon rund 1800 Jahre früher erfunden worden: Der Apostel Paulus hätte den Drahtesel auf seinen zahlreichen Reisen sicher sehr zu schätzen gewusst. Denn Radfahren ist nicht nur eine gesunde Art, kurze und längere Strecken bequem zurückzulegen. Es hilft auch, den Kopf frei für klare Gedanken über Gott und die Welt zu bekommen. Zumindest glaubt das Viola Minge – und sie muss es wissen.




Aktuelle Artikel aus der Region


Nach Flurschaden und Sachschaden weggefahren - Zeugen gesucht

Rennerod. Am 16. Februar, gegen 3 Uhr kam es in Rennerod in der Kohlaustraße 18, hinter dem dortigen Vereinsheim der Stadtkapelle ...

Mit dem Mountainbike in der Passionszeit unterwegs

Höhr-Grenzhausen. Denn sie ist Vikarin in der Evangelischen Kirchengemeinde Höhr-Grenzhausen und leidenschaftliche Mountainbikerin. ...

Land schafft Verbindung – Team Westerwald spendet

Kroppach. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde fand ein reger Austausch mit Reiner Meutsch statt, zum einen über die Sorgen ...

Vorsorgevollmacht - Richtig handeln im Ernstfall

Montabaur. Hiermit übernimmt der Vorsorgebevollmächtigte eine große Verantwortung. Im Ernstfall stellen sich ihm dann viele ...

Fenstertausch – Glas oder Rahmen?

Montabaur. Den besten Wärmeschutz bietet derzeit die Dreischeibenwärmeschutzverglasung. Gegenüber alter Isolierverglasung ...

Verkehrsunfallflucht in Westerburg

Westerburg. Am Freitag, 14. Februar, um 13:35 Uhr, befuhren zwei Personenkraftwagen die Hergenrother Straße aus Richtung ...

Weitere Artikel


Aktion „Heimatliebe“ der Sparkasse startet in zweite Runde

Bad Marienberg. Mit der Aktion „Heimatliebe“ sollen gemeinnützige Vereine und Organisationen aus der Region Westerwald/Sieg ...

Hotline im Westerwald hilft Eltern chronisch kranker Kinder

Montabaur/Westerwald. Jedes vierte Kind leidet an einer chronischen Erkrankung. Das zeigt der neue Kinder- und Jugendreport ...

Wolf dürfte auf Truppenübungsplatz Daaden heimisch werden

Daaden. Nachdem Mitte Mai anhand von Fotos ein Wolf am Truppenübungsplatz Daaden/ Stegskopf bestätigt werden konnte, erfolgte ...

Landesstraßenbau: 7,3 Millionen Euro für den Westerwaldkreis

Hachenburg. Der Westerwaldkreis wird vom Landesstraßenbau 2019/2020 stark profitieren. Wie der SPD-Abgeordnete Hendrik Hering ...

Fußgängerbrücke „Marauer Mühle“ vorübergehend gesperrt

Montabaur. Im Gelbachtal führt auf Höhe der „Marauer Mühle“ zwischen Montabaur und dem Stadtteil Wirzenborn eine Fußgängerbrücke ...

Briefe aus der Todeszelle: Montabaurerin schreibt zum Tode Verurteilten

Montabaur. Zehn Jahre lang wartet Robert auf die Giftspritze. Fast 4000 Tage, in denen es für einen Häftling in einer texanischen ...

Werbung