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Nachricht vom 24.09.2018 - 12:20 Uhr    

Zeichen für den freien Tag: Banner und Fahnen werben für den Sonntagsschutz

Mit einer Aktion auf ihrem gesamten Landeskirchengebiet von Biedenkopf bis Neckarsteinach und von Schlitz bis Bingen macht die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau jetzt auf die grundlegende Bedeutung des Sonntags aufmerksam. Die evangelische Kirche hat dazu eine neue Impulspost-Aktion mit Briefen an über 1,5 Millionen Kirchenmitglieder gestartet. Sie wird zudem von über 500 Kirchengemeinden gebietsweit mit Aktionen vor Ort flankiert. Im Westerwald beteiligen sich Wallmerod, Bad Marienberg, Neunkirchen, Dreifelden-Steinen, Alpenrod, Kirburg, Altstadt, Rennerod, Höhr-Grenzhausen, Selters, Rückeroth, Maxsain, Wölferlingen und Neuhäusel an der Aktion.

Auch am Probst-Herbert-Haus in Selters, dem derzeitigen Dekanatssitz des Evangelischen Dekanats Westerwald, hängt das Banner zum Sonntagsschutz. (Foto: Evangelisches Dekanat Westerwald)

Selters/Westerwald. Der Wandel in der Arbeitswelt und veränderte Einkaufsgewohnheiten haben auch Folgen für den Sonntag. Immer mehr Menschen müssen an dem eigentlich arbeitsfreien Tag ins Büro, Geschäft oder in die Fabrikhalle. So gerät der freie Tag unter Druck. Mit einer Aktion auf ihrem gesamten Landeskirchengebiet von Biedenkopf bis Neckarsteinach und von Schlitz bis Bingen macht die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau jetzt auf die grundlegende Bedeutung des Sonntags aufmerksam. Die evangelische Kirche hat dazu eine neue Impulspost-Aktion mit Briefen an über 1,5 Millionen Kirchenmitglieder gestartet. Sie wird zudem von über 500 Kirchengemeinden gebietsweit mit Aktionen vor Ort flankiert. Im Westerwald beteiligen sich Wallmerod, Bad Marienberg, Neunkirchen, Dreifelden-Steinen, Alpenrod, Kirburg, Altstadt, Rennerod, Höhr-Grenzhausen, Selters, Rückeroth, Maxsain, Wölferlingen und Neuhäusel an der Aktion. Ziel ist es zu zeigen, wie wertvoll gemeinsame Ruhezeiten für alle sind - in einer Gesellschaft, die immer mehr von einer Rund-um-die-Uhr-Mentalität geprägt ist. Das leuchtend-himmelblaue Hauptmotiv der Initiative mit der Aufschrift „So ist Sonntag!“ will darauf aufmerksam machen, welch „göttliche Idee“ hinter einem gemeinsamen arbeitsfreien Tag für alle steckt.

Gott nimmt sich eine kreative Pause
In der Pflege oder bei der Polizei zum Beispiel muss die Arbeit natürlich weitergehen. In anderen Branchen wie der Gastronomie arbeiteten Menschen gerade am Sonntag, damit es sich andere gut gehen lassen könnten. „Allen, die für einen guten Sonntag arbeiten, und allen, die auch am Sonntag nötige Arbeit tun, bin ich sehr dankbar“, sagt Kirchenpräsident Volker Jung. „Aber ich denke auch: Der Sonntag soll nicht so werden wie alle anderen Tage. Er soll für möglichst viele frei bleiben als besondere Zeit für uns Menschen - frei für die Familie, Freunde, Hobbies, Nachdenken, Gottesdienst und vieles andere“, so Jung. Die evangelische Kirche sei der Überzeugung: „Der Sonntag schenkt Freiheit.“

Kleine Glaubensgeschichte des Sonntags
Die Geschichte der siebentägigen Woche mit einem besonders herausgehobenen Tag beginnt im Judentum. Das Ziel der Woche bildet der siebte Tag, der Sabbat, als Ruhetag. Für die ersten Christinnen und Christen war weiterhin der Sabbat der wöchentliche Ruhetag. Der Sonntag war noch ein regulärer Arbeitstag. Aber weil die Evangelien die Auferstehung Christi am Sonntag beschreiben, wird er zum „Tag des Herrn“. Mit dem römischen Kaiser Konstantin beginnt die politisch-rechtliche Garantie eines regelmäßigen arbeitsfreien Tages für die ganze Gesellschaft. Am 3. März 321 befiehlt er, dass „am Tag der Sonne alle Richter, ebenso das Volk in den Städten sowie die Ausübung der Künste und Handwerke ruhen“ sollen. Seitdem fallen für Christinnen und Christen der Ruhetag und der Tag des Gottesdienstes Feier zusammen.

Breite Begleitung der himmelblauen Aktion
Bei der neuen Impulspost-Aktion „So ist Sonntag!“ steht erneut ein Brief an die knapp 1,5 Millionen Kirchenmitglieder in rund einer Million Haushalten im Mittelpunkt. Das in Form einer bunten Broschüre gestaltete Schreiben gibt Auskunft über Probleme der Sonntagsarbeit, beleuchtet kirchliche Hintergründe des Feiertags und gibt Tipps für die Gestaltung. Die Aktion wird von den Kirchengemeinden vor Ort begleitet. So wehen Großbanner und Flaggen mit dem hellblauen Aktionsmotiv. Hinzu kommen Plakate, Postkarten oder kleine Party-Pikser für Buffets, die für den arbeitsfreien Sonntag werben. Und natürlich wird die Aktion auch im Internet auf der eigenen Seite www.so-ist-sonntag.de und in den sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #SoistSonntag begleitet.

Hintergrund Impulspost
Mit Impulspost-Aktionen spricht die hessen-nassauische Kirche ihre Mitglieder zwei Mal im Jahr mit besonderen Themen an. Seit 2012 will sie damit einen Glaubens-Anstoß geben. Sie greift dazu Themen auf, die für die Menschen und ihr Zusammenleben wichtig sind und bringt sie mit einer besonderen christlichen Perspektive zu ihren Mitgliedern. Die nächste Aktion im Frühjahr 2019 wird sich mit dem Thema Musik beschäftigten. (PM)


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