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Nachricht vom 13.08.2018    

Traditionelles „Ischelessen“ zur Kirmes in Hachenburg

Was war denn da vor dem historischen Vogthof am Kirmesmontag in Hachenburg los? Menschenmassen drängten nach innen, um im großen Saal eine Platz zu ergattern, selbst die Nebenräume waren belegt. Um es nicht zu spannend zu machen, hier des Rätsels Lösung: Die Stadt Hachenburg hatte zum traditionellen „Ischelessen“ eingeladen.

Fotos: wear

Hachenburg. Für Auswärtige bedarf es dazu einiger Erklärungen: „Ischel“ ist Hachenburger Platt und heißt ganz einfach Igel. Um die Tierliebhaber und Naturschützer unter den Lesern zu beruhigen, es standen keine Igel auf der Speisekarte. Jedoch hat diese Tradition auch seinen wahren Hintergrund.

Während der großen Hungersnöte in den vergangenen Jahrhunderten, die gerade in den ländlichen Gegenden, wie den Westerwald, extreme Nöte hervorrief, wurde alles was kreucht und fleucht gefangen und gegessen. Kaum jemand, außer den Landesfürsten, hatte Stallvieh, Kühe und Schweine waren Mangelware. So mussten leider auch die possierlichen Stacheltiere daran glauben und verzehrt, heute unvorstellbar.Natürlich ist man im Laufe der Zeit von dieser Tradition abgerückt, weil auch wieder die traditionelle Landwirtschaft sich erholte, dabei vermehrt auf die Zucht von Schlachtvieh gesetzt wurde.

Ja, da saßen nun die hungrigen Gäste im Vogthof und freuten sich auf den „Ischel“. Eine kurze Kritik vorab, wer das Gericht nicht kannte, wird es möglicherweise in Zukunft häufiger auf seinem Teller haben wollen. Von den ausgesprochen freundlichen, aufmerksamen, hübschen, netten und schnellen Serviermädchen – und Frauen hervorragend bedient, verstummte sehr schnell das laute Stimmengewirr der Gäste, denn mit vollem Mund, da spricht man nicht. Der „Ischel“ ist ganz einfach gesagt, wie eine große Frikadelle, zubereitet aus einer Hackfleischmischung, super gewürzt, mit einer leckeren Zwiebelsauce überzogen. Das Hackfleisch war so zart und mürbe zubereitet, das es fast von der Gabel fiel. Trotz aller becircenden Versuche verriet die Küchenchefin nicht die Rezeptur. Egal, ein kulinarischer Hochgenuss, der den Gästen ein beifälliges Nicken entlockte.

Nach Ende des „Ischelessens“ begab sich die Gesellschaft vor den Vogthof, dort wurde die Kirmesjugend mit dem Musikverein Siershahn erwartet. Vor dem Vogthof formierte sich der Festzug durch die Altstadt. Doch zunächst stürmten der Präsident der Kirmesgesellschaft Marco Pfeifer und das „Kirmesekel“ Leo Ludwig das Rathaus, drangen in das Zimmer des Bürgermeisters ein, bedrohten diesen und zwangen ihn so, den Stadtschlüssel herauszugeben. Zähneknirschend fügte sich Bürgermeister Leukel und rückte den Stadtschlüssel heraus.

Dann setzte sich, inzwischen bei ziemlich starken Regen, der Festzug in Bewegung Richtung Alter Markt. Dort fand sich eine große Menschenmenge ein, um dem Vortrag des „Kirmesekles“ Leo zu folgen, der das Geschehen in Hachenburg in Gedichtform glossierte. Ein Höhepunkt war die Aufführung von fast einhundert Grundschülern, die zum Hit „Rockin‘ all over the world“ von „Status Quo“ ein speziell einstudiertes Kirmeslied zum Besten gaben. Da rockte echt der Alte Markt, den fulminanten Beifall hatten sich die Kids und ihre Lehrer aber auch wirklich verdient.

Nun ging es weiter zum Festzelt im Burggarten, um dort den berühmt-berüchtigten Frühschoppen zu feiern. Innerhalb von Minuten war das Festzelt proppenvoll besetzt, so groß war die Vorfreude. Auf der Bühne wurde ein sehr abwechslungsreiches Programm geboten.

Zunächst unterhielt der MV Siershahn die Gäste mit schmissigen Melodien, dann konnten die Fanfarenbläser ihr Können unter Beweis stellen. Eine Vorführung der „HaKuJis“, dem musikalischen Aushängeschild der Kirmesgesellschaft, erzeigte viele Lacher bei den Gästen, da sie als „Darmol-Männchen verkleidet auf der Bühne standen und davon sangen, wie problematisch es ist, wenn man nachts, oder morgens, von der Kirmes kommt und plötzlich verstärkten Harndrang verspürt.

„Die „Lasterbacher Musikanten“ rundeten den Nachmittag ab, das Festzelt hatte sich inzwischen zu einer richtigen Party-Zone entwickelt. Es wird bis tief in die Nacht gefeiert. wear


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