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Nachricht vom 06.08.2018    

Erst-Nachzucht im Zoo Neuwied bei den seltenen Balistaren

Seit zwei Jahren leben sie nun zusammen im Zoo Neuwied, seit anderthalb Jahren in einem neuen Gehege im Exotarium und nun gab es dieses Jahr das erste Mal Nachwuchs: Die Rede ist von den Balistaren. Die Freude war groß beim Team, als Mitte Mai zwei Küken bei den Balistaren schlüpften. Immerhin handelt es sich um die lang ersehnte Zuchtpremiere dieser seltenen Vögel im größten Zoo in Rheinland-Pfalz.

Ausgewachsener Balistar. Fotos: Zoo Neuwied

Neuwied. Die 7-jährige Henne und der vier Jahre alte Hahn kümmerten sich vorbildlich um die Küken. Für die Tierpfleger bedeutete dies, so wenig wie möglich in der Anlage zu arbeiten, um den Elterntieren die nötige Ruhe zu geben. Der Bereich vor dem Gehege im Exotarium wurde abgesperrt, damit die Besucher ein wenig Abstand vor den Scheiben einhielten.

Mit dieser Nachzucht trägt der Zoo Neuwied zur Erhaltung dieser Vogelart bei. Und es scheint so, als hätte das Balistar-Pärchen das Prinzip verstanden. Die Küken entwickelten sich dank der Fürsorge der Eltern hervorragend. Als sie aus ihrem Nest ausgeflogen und somit für die Besucher zu sehen waren, konnte man sie kaum noch von den erwachsenen Tieren unterscheiden. Und damit nicht genug: Kurz danach legte die Henne Anfang Juli wieder drei Eier. Das war der Zeitpunkt, an dem die ersten beiden Jungvögel ein eigenes Gehege bekommen mussten. Auch aus den drei weiteren Eiern schlüpften drei gesunde und muntere Küken. Ein Grund zur Freude, denn mit solch einem Erfolg hatte das Team des Zoo Neuwied bei ihrem unerfahrenen Pärchen nicht gerechnet. Das zeigt, dass ein paar Korrekturen im Gehege, neue Strukturen und Rückzugsmöglichkeiten viel Positives für diese Vögel bewirken können.



Die Erhaltung dieser Art ist besonders wichtig: Der Vogel mit dem überwiegend weißen Gefieder kommt nur auf Bali vor. Durch dieses kleine Verbreitungsgebiet ist die Population sehr anfällig. In freier Wildbahn wurden in den letzten Jahren nur wenige Dutzend Tiere gezählt. Der Zoobestand zählt international über 1.000 Exemplare, auch dank der engagierten Arbeit des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) des Europäischen Zuchtverbandes (EAZA). Auswilderungen der bedrohten Art in geschützte Gebiete im Herkunftsland waren vielversprechend, sodass Grund zur Hoffnung besteht, dass dieser schöne Vogel mit der blauen Gesichtshaut eine Zukunft in freier Wildbahn hat. Europaweit läuft in Tiergärten bereits seit einem Jahr eine Kampagne zum Schutz bedrohter Singvögel Südostasiens. Unter dem Motto „Silent Forests“ leistet auch der Zoo Neuwied, mit nun gleich fünf Nachkommen dieser seltenen Tierart, einen Beitrag zum Erhalt dieser Spezies. (PM)


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