Werbung

Nachricht vom 05.06.2018    

Bauernverband kritisiert EU-Plan zur Agrarförderung

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e. V. kritisiert die auf europäischer Ebene geplante zukünftige Verteilung von Agrarfördergeldern: Es sei von geradezu existenzieller Bedeutung für die Europäische Union (EU), dass die Lebensqualität und Attraktivität der ländlichen Räume nicht hinter die der städtischen Regionen falle. Die EU schlage mit Kürzungen von Agrarfördergeldern einen gefährlichen Weg ein.

Michael Horper, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau: „Es muss das Ziel der Agrarpolitik sein, die ohnehin schon stark vom Strukturwandel geprägte Landwirtschaft zu erhalten und wirtschaftliche Perspektiven aufzuzeigen.“ (Foto: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau)

Koblenz/Region. Die Europäische Kommission hat ihre Vorschläge für die künftige Verteilung der Agrarfördergelder in Europa vorgelegt. Den landwirtschaftlichen Unternehmen drohen erhebliche Kürzungen – sowohl bei den Direktzahlungen wie auch bei der Förderung von Umweltmaßnahmen. Darauf weist der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau per Pressemitteilung hin. Dessen Präsident Michael Horper zeigte sich enttäuscht über das Europaverständnis einiger Staaten in der Europäischen Union (EU). Es sei von geradezu existenzieller Bedeutung für die EU, dass die Lebensqualität und Attraktivität der ländlichen Räume nicht hinter die der städtischen Regionen falle. Die EU schlage mit Kürzungen von Agrarfördergeldern einen gefährlichen Weg ein.

Auch kritisierte Horper, dass die EU-Kommission plane, den einzelnen Mitgliedsstaaten mehr Flexibilität bei der Verteilung der EU-Fördergelder einzuräumen. Dies führe zu weiteren Wettbewerbsverzerrungen und Benachteiligungen von landwirtschaftlichen Regionen, die zunehmend nationale Auflagen zu erfüllen haben. Allein in Rheinland-Pfalz sei die Zahl der Betriebe in den letzten 15 Jahren um 50 Prozent gesunken. „Die deutschen Bäuerinnen und Bauern benötigen die Direktzahlungen, um in der europa- und weltweiten Konkurrenzsituation bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln ein ausreichendes Einkommen erzielen zu können. Mittelkürzungen bei gleichzeitiger Erhöhung der Auflagen werden den Strukturwandel weiter beschleunigen. Das ist aber genau die Entwicklung, die weder die Politik noch die Gesellschaft möchte. Es muss das Ziel der Agrarpolitik sein, die ohnehin schon stark vom Strukturwandel geprägte Landwirtschaft zu erhalten und wirtschaftliche Perspektiven aufzuzeigen.“



Horper forderte die Politik im Allgemeinen, aber auch ganz besonders die Landesregierung in Rheinland-Pfalz auf, sich für den Erhalt der Einkommen stützenden Wirkung der Direktzahlungen aus der ersten Säule einzusetzen. Darüber hinaus müsse bei sinkenden Finanzmitteln der EU grundsätzlich über die künftige Ausrichtung des EU-Haushaltes diskutiert werden. Es gehe darum, den Geist Europas wieder neu zu beleben und den ländlichen Raum und auch den Bauern und Winzern wieder wirtschaftliche Perspektiven zu geben. (EU)



Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Halloween auf vier Rollen: Skateboard-Workshop begeistert junge Menschen

In Bad Marienberg fand ein besonderes Halloween-Event statt. Mehr als 30 Teilnehmende erlebten den Feiertag ...

Pfarrer Hartmut Failing verabschiedet: Eine Kabeltrommel als Symbol des Glaubens

In der voll besetzten Kirche von Alsbach wurde Pfarrer Hartmut Failing in einem feierlichen Gottesdienst ...

Westerwälder Hochzeitsmesse: Sechste Auflage am 8. November in Hachenburg

ANZEIGE | Die Westerwälder Hochzeitsmesse findet am Sonntag, 8. November, von 11 bis 17 Uhr im Parkhotel ...

Westerwaldkreis fördert Nachwuchssportler und Vereinsprojekte

Nachwuchssportler und Sportvereine im Westerwaldkreis können sich um finanzielle Unterstützung bewerben. ...

LandarztPlus stärkt die hausärztliche Versorgung im Westerwald

Mit "LandarztPlus" wollen die BBT-Gruppe und die Verbandsgemeinde Montabaur die hausärztliche Versorgung ...

Brückenabriss an der K61 in Enspel steht vor dem Abschluss

Die Arbeiten an der K61 in Enspel sollen kurz vor dem Abschluss stehen. Die Vollsperrung für den Durchgangsverkehr ...

Weitere Artikel


Fotokunst auf Schaltschränken in Höhr-Grenzhausen

So einfach lässt sich der öffentliche Raum aufhübschen: Die Schaltschränke in der Rathausstraße und in ...

Datenschutzgrundverordnung: Was Vereine wissen müssen

Die SPD im Westerburger Land lädt ein zu einer Informationsveranstaltung rund um die Datenschutzgrundverordnung ...

Regionalsieger des Deutschen Gründerpreises ausgezeichnet

Elf Schülerteams aus der Region nahmen am Deutschen Gründerpreis 2017 teil. Jetzt wurden die Sieger auf ...

Projekt zur Gewaltprävention: Kinder sagen "Stopp!"

Für die Kleinen ist es ein großer Schritt: Vom Kindergarten geht es in die Schule. Zur guten Vorbereitung ...

Die Feuerwehr Norken hatte Grund zum Feiern

Am letzten Mai-Samstag hatte die Nörker Feuerwehr gleich mehrere Gründe zum Feiern: Einer davon war die ...

89-jährige Frau zuhause überfallen: Sonderkommission gebildet

Drei maskierte Männer überfielen am heutigen Morgen (4. Juni) eine 89-jährige Frau in ihrem eigenen Haus ...

Werbung