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Nachricht vom 04.06.2018    

Fachkräftepotential: Ältere Mitarbeiter sind anders leistungsfähig

Bei der ersten Veranstaltung unter der Überschrift „Fachkräfte: Ein Ziel – Viele Wege!“, zu der die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis mbH (WFG) gemeinsam mit dem Arbeitskreis Fachkräfte regional und der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz eingeladen hatte, stand die die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer im Vordergrund.

Markus Hünting ist Diplom-Psychologe und seit rund 20 Jahren als Coach und Trainer beratend tätig. (Foto: Gunnar Bach)

Montabaur. Der Übergang in den Ruhestand kann sehr unterschiedlich gestaltet werden und wirft bei dem einen oder anderen Fragen auf, die teilweise sehr emotional sein können. Neben den emotionalen und sehr persönlichen Themen, gilt es ein paar ganz konkrete Dinge zu beachten - für beide Seiten. Nicht selten fühlen sich Arbeitnehmer mit Erreichen des Renteneintrittsalters noch fit, sie sind nach wie vor leistungsbereit und würde gerne weiter einen Beitrag leisten.

Ebenfalls nicht selten haben auch Betriebe ein Interesse daran. Allerdings hat das Alter mit einigen Vorurteilen zu kämpfen: Nicht mehr so belastbar, häufigere Fehlzeiten, langsameres Arbeitstempo und wenig Bereitschaft für Veränderung. Markus Hünting, Diplom-Psychologe und seit rund 20 Jahren als Coach und Trainer beratend tätig, veranschaulichte in seinem Vortrag, dass ältere Mitarbeiter anders leistungsfähig sind und dass das Alter alleine keine relevante Aussagekraft hat. Es gehe vielmehr um die berufsbezogenen Persönlichkeitsmerkmale, die für die erfolgreiche Zusammenarbeit im Unternehmen entscheidend seien. Er empfiehlt: Eine gute Mischung von Jung und Alt, eine betriebliches Gesundheitsmanagement und die gezielte Qualifizierung von Führungskräften.

Im Folgenden haben Robert Schneider (Fachanwalt für Arbeitsrecht) und Peter Hoffarth (Steuerberaterkammer) am Beispiel der Flexirente und der Minijobs erläutert, wie sich diese Modelle in Zahlen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auswirken. Dabei wurde deutlich, dass die Kostenanreize zur Weiterbeschäftigung für die Betriebe mit 38,00 € monatlich wenig überzeugend ist, die Flexirente aber dennoch ein gutes Instrument sein kann, da die Tätigkeit sich rentensteigernd auswirkt.

In der abschließenden Diskussionsrunde hatten die rund 30 Teilnehmer nochmal Gelegenheit ihr Fragen an die Experten zu richten und sich untereinander auszutauschen.

„Wir freuen uns, dass dieses Thema, das durch einen Kreistagsbeschluss auf Initiative der CDU-Fraktion an uns herangetragen wurde, auf so positive Resonanz gestoßen ist. Es war uns wichtig darzustellen, dass es zwar ein paar Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu beachten gibt, die Weiterbeschäftigung erfahrener Arbeitskräfte aber große Potenziale für Unternehmen aller Größen bietet – insbesondere im Bereich der Wissensvermittlung“, erklärt Geschäftsführerin Katharina Schlag.

Die Vorträge zur Veranstaltung finden Sie unter www.wfg-ww.de.


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