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Nachricht vom 02.06.2018    

Per Zufall historisches Spruchband aufgetaucht

Eine Urkunde zur Erstkommunion des Jahres 1940 hat bei Innenrenovierung der Pfarrkirche in Nentershausen geholfen. Denn nirgends sonst war ein früher aufgemaltes Spruchband an der Kirchenwand dokumentiert. Um den Spruch zu vervollständigen, musste Google bemüht werden – und die katholische Frauengemeinschaft. Die katholische Kirchengemeinde St. Laurentius informiert über das Geschehen per Pressemitteilung.

Das Spruchband in der Pfarrkirche St. Laurentius Nentershausen wurde mittlerweile von einer Fachfirma mit den fehlenden Psalmen gefüllt. (Foto: Alfred Lenz)

Nentershausen. Fast ein Jahr ist es mittlerweile her, dass die Pfarrkirche St. Laurentius Nentershausen nach ihrer aufwendigen Innenrenovierung vom Limburger Bischof Georg Bätzing mit einem Pontifikalamt feierlich wiedereröffnet wurde. Fertiggestellt war das katholische Gotteshaus zu diesem Zeitpunkt im Inneren noch nicht komplett. Erst einige Wochen später konnten die Restauratoren die letzten Arbeiten an der Innenbemalung beenden. Zumindest dachten sie zu diesem Zeitpunkt, die letzten Handgriffe in der Laurentiuskirche verrichtet zu haben. Doch ein glücklicher Zufall sorgte dafür, dass die Handwerker in diesem Jahr noch einmal mit Pinsel und Farbe in Nentershausen anrücken mussten.

Es gab keine historischen Aufnahmen – bisher …
„Wir wussten, dass es ein entsprechendes Spruchband im Chorraum gab. Es konnte aber niemand sagen was dort geschrieben stand und es gab auch keine historischen Fotos. Deshalb haben wir bei der eigentlichen Innenrenovierung auf den Spruch verzichtet“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates der Pfarrei St. Laurentius, Norbert Noll. Doch ausgerechnet die Schwester seines Vaters sollte dem gebürtigen Nomborner letztlich hier weiterhelfen können – per Zufall. Beim Aufräumen des Speichers seiner Verwandten in Waldernbach tauchte im Sommer 2017 eine Erinnerungsurkunde vom 31. März 1940 an die Erstkommunion der ebenfalls aus Nomborn stammenden Frau auf. Mit abgebildet: ein Foto der damaligen Ausmalung des Chorraumes der Laurentiuskirche in Nentershausen. Auch einige Wörter des Spruchbandes waren hierauf lesbar, der komplette Spruch allerdings nicht.

Google half bei der Lösung des Rätsels
Damit begann die mühsame Puzzlearbeit, die letztlich der Pfarrer der Kirchengemeinde, Marc Stenger, lösen konnte. „Man muss sich ein bisschen damit auskennen, an welcher Stelle der Bibel so etwas zu finden sein könnte. In der Regel ist es das Buch der Psalmen. Wenn man dann noch weiß wie Google funktioniert, dann kann man auch mit Fragmenten herausfinden, was dort seinerzeit geschrieben stand“, beschreibt der Seelsorger schmunzelnd, wie er das Rätsel um das Spruchband in der Kirche in Nentershausen gelöst hat. Letztlich identifizierte Marc Stenger „Quam dilecta tabernacula tua, Domine virtutum! Concupiscit, et deficit anima mea in atria Domini.“ (zu Deutsch: „Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen! Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach dem Tempel des Herrn.“) als den Spruch, der bis Mitte des 20. Jahrhundert im Chorraum der Laurentiuskirche prangerte und anschließend übermalt wurde. In den letzten Monaten wurde der Spruch nach und nach in goldener Farbe erneut aufgemalt.




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Frauengemeinschaft spendete
Ohne die katholische Frauengemeinschaft Nentershausen wäre dies allerdings nicht möglich gewesen. Die Frauengruppe hatte nämlich für diese Arbeiten und die noch zu installierende neue Innenbeleuchtung 5.000 Euro an die Kirchengemeinde gespendet. „Allein aus unseren Mittel hätten wir das nicht stemmen können. Wir sind dankbar dafür, dass die Frauengemeinschaft uns auf diese Weise unterstützt hat. Dadurch zeigt sich, dass die Kirche ein Gebäude für uns alle ist. Es sind verschiedene Gemeinschaften, die zur Innenrenovierung beigetragen haben und sich dadurch auch wiederfinden in der Kirche. Das ist ein schönes Zeichen“, lobt Pfarrer Stenger das Engagement von Förderverein, Frauengemeinschaft und Pfarrgemeinde. (PM)


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